Verdienstmöglichkeiten als Selbstständiger

12. März 2009 von JK

Wie viel lässt sich als Selbstständiger und Existenzgründer nach fünf Jahren Selbstständigkeit verdienen? Viele angehende Existenzgründer stellen sich diese Frage, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Niemand läuft gerne ins Ungewisse. Ein wenig Planungssicherheit was die monatlichen Einnahmen und Ausgaben angeht, braucht jeder Mensch. Den ersten Schritt macht man bereits mit seinem Businessplan, in dem man für die kommenden drei bis fünf Jahre eine Finanzplanung aufstellt. Doch ohne realistische Daten lässt sich nur schwer eine Prognose über die möglichen zukünftigen Verdienste treffen.

Im Rahmen der Studie zur Wirksamkeit der Ich-AG und Überbrückungsgeld, haben die Institute zur Zukunft der Arbeit (IZA) und für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erstmals eine detaillierte Untersuchung der Verdienstmöglichkeiten geliefert. Die Studie unterscheidet dabei zwischen Selbstständigen, die Vollzeit selbstständig sind – also mindestens 35 Stunden pro Woche ihrer Selbstständigkeit nachgehen – und Teilzeit-Selbstständigen, die maximal 15 Stunden pro Woche ihrer selbständigen Tätigkeit nachgehen. Weiterhin unterteilt die Studie die Existenzgründer nach Geschlecht und Bundesländer. Daraus konnten die Autoren eine eindrucksvolle und detaillierte Studie über das Nettoeinkommen nach der Existenzgründung anfertigen. Um die Vergleichbarkeit der Studie mit den heute gegebenen Unterstützungsmitteln zu gewährleisten, können sich heute geförderte Existenzgründer etwa mit den durch Überbrückungsgeld geförderten Gründern von vor fünf Jahren vergleichen. So ergeben sich zwar keine exakten Vergleichswerte, aber ungefähre Näherungswerte.

Laut der Studie der IZA und IAB schnitten am besten die im Westen lebenden männlichen Empfänger von Überbrückungsgeld ab, die ihrer Selbstständigkeit hauptberuflich nachgehen. Ihre Nettoeinkommen liegt fast 275 Euro über dem durchschnittlichen Einkommen vergleichbarer Gruppen der Gesamtbevölkerung, die einer festen Anstellung nachgehen.

Einkommensunterschiede

Die Existenzgründer, die das Überbrückungsgeld der Agentur für Arbeit erhalten haben, verdienen nach fünf Jahre durchschnittlich zwischen 450 und 550 Euro mehr, als die Gründer einer Ich-AG. Einzig bei Männern in Ostdeutschland liegt die Differenz bei nur 250 Euro. Insgesamt erklären die Autoren der Studie die Verdienstunterschiede mit dem durchschnittlichen Einkommen der Existenzgründer vor ihrer Selbstständigkeit. Die Studie hat ergeben, dass die Bezieher von Überbrückungsgeld bereits vor dem Schritt in die Selbstständigkeit durchschnittlich höhere Einkommen erzielt haben, als die Gründer einer Ich-AG.

Der größte Einkommensunterschied liegt unterdessen zwischen Männern und Frauen in Westdeutschland. Männer verdienen hier im Schnitt zwischen 650 und 700 Euro mehr als Frauen, unabhängig von der Art der empfangenen Förderleistung. Auch hierfür liefern die Autoren der Studie eine mögliche Erklärung. Sie nennen das klassische Bild der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, das in den alten Bundesländern viel stärker ausgeprägt ist als in den neuen Bundesländern. Durch die Doppelbelastung von Familie/Haushalt und Beruf, können Frauen weniger Zeit für ihre Selbstständigkeit aufbringen als Männer. Ein Blick in den Osten Deutschlands zeigt, dass die Einkommensunterschiede hier wesentlich geringer sind. Der Unterschied zwischen Männer und Frauen, die eine Ich-AG gegründet haben, beträgt 170 Euro, beim Überbrückungsgeld sind es durchschnittlich 480 Euro Einkommensunterschied.

Ein wesentliches Muster in den Unterschieden zwischen Ost und West lässt sich aber aus der Studie nicht herauslesen. Der Einkommensunterschied zwischen Ost und West ist abhängig von Geschlecht und Förderungsart. Der geringste Unterschied besteht bei Gründerinnen einer Ich AG (110 Euro durchschnittlich) und der größte Unterschied bei Gründern einer Ich-AG (650 Euro durchschnittlich). Beim Überbrückungsgeld liegt die Spanne zwischen den beiden Werten.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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