Die Krise als Chance nutzen
In der chinesischen Schriftsprache steht das Symbol für Krise gleichzeitig auch als Symbol für Chance. Beim Blick auf die deutsche Wirtschaft ist jedoch nicht viel von Chancen zu hören. Pessimismus verbreitet sich angesichts der aktuellen Entwicklungen überall. Vor allem die Geschäftserwartungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen sind auf ein Rekordniveau gefallen. Aber nicht überall schaut man so pessimistisch in die Zukunft, denn die derzeitige Krise begünstigt vor allem Existenzgründungen.
Trübe Aussichten?
Die Mehrheit der kleinen und mittelständischen Unternehmen rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einer massiven Verschlechterung der Geschäftslage. Laut einer aktuellen Umfrage des „Mittelstandsmonitor 2009“ rechnen 42 Prozent der befragten Unternehmen mit sinkenden Umsätzen. In vielen Unternehmen steht gegenwärtig Kurzarbeit auf dem Plan, Investitionen werden ausgesetzt und erste Entlassungen vorgenommen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen rückläufig gewesen. Seit Ende des vorigen Jahres wird mit einer Trendwende gerechnet. Für das Jahr 2009 gehen Volkswirte daher von einer Zunahme der Firmenschließungen aus.
Mittelstand gut aufgestellt
Und dennoch geht es dem Mittelstand in Deutschland besser als den international aufgestellten und verflochtenen Großkonzernen. Zwar wird die Geschäftsentwicklung für 2009 allgemein negativ betrachtet, doch fällt der Rückgang bei der Bereitschaft für Investitionen und der Personalplanung doch recht moderat aus. Viele Mittelständler reagieren nicht mit überzogenen Massenentlassungen wie noch während der letzten Wirtschaftskrise, sondern greifen besonnen auf arbeitsmarktpolitische Instrumente wie Kurzarbeit zurück, um das Stamm- und Kernpersonal so lange wie es geht zu halten. Denn der Mittelstand ist sich über die harte Konkurrenz um Fachkräfte und Know-how sehr wohl bewusst. Nur so können die Unternehmen nach abklingen der Krise wieder voll durchstarten.
Zunahme von Existenzgründungen
Gleichzeitig rechnen die Wirtschaftsexperten mit einer Zunahme der Existenzgründungen. Seit 2005 sind die Existenzgründungen in Deutschland rückgängig. Bedingt wurde diese Entwicklung durch die gute wirtschaftlich Entwicklung der Unternehmen und das Sinken der allgemeinen Arbeitslosigkeit.
Jetzt rechnen die Experten vor allem mit einer vermehrten Zunahme der Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit. Die guten Erfahrungen aus der sogenannten „Ich-AG“ zeigen deutlich, dass mehr als 60 Prozent der Gründer einer Ich-AG auch noch nach über fünf Jahren hauptberuflich selbstständig sind. Im Zuge der Hartz-Reformen lief das Instrument der Ich-AG aus und wurde durch den Gründungszuschuss (ALG I) und das Überbrückungsgeld (ALG II) ersetzt. Dennoch besteht durchaus Hoffnung, dass die positiven Ergebnisse der Untersuchung zu Ich-AG auf fruchtbaren Boden fällt und dieses Instrument wiederbelebt wird, um gründungswillige Arbeitslose auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit optimal zu unterstützen.
Auch die Chancen auf einen Kredit oder die Bürgschaft durch die Bürgschaftsbanken (In 10 Schritten zum Bürgschaftsantrag) – zum Beispiel bei der Bürgschaftsbank Hessen – zur Aufnahme von Krediten stehen derzeit nicht schlecht. Zwar wird überall von einer Kreditklemme gesprochen und viele Unternehmen stöhnen unter den verschärften Konditionen, zu denen ihnen Kredite angeboten werden. Doch für Existenzgründer dagegen sehen die Chancen zur Zeit ganz gut aus. Mit einer überzeugenden Idee und einem professionellen Businessplan (Leitfaden zum Businessplan), sind die Banken gerne bereit, den Existenzgründer mit einem Gründungskredit zu unterstützen. Dazu kommt, dass durch den Rückgang der Gründungsbereitschaft der Druck für Gründer, eine Kreditzusage zu erhalten, geringer geworden ist. Das heißt, aktuell ist es für einen Existenzgründer nicht mehr so schwer einen Gründungskredit zu guten Konditionen zu erhalten wie noch vor ein paar Jahren, da die Kreditnachfrage in diesem Segment seit 2005 rückläufig ist.
Tags: bürgschaftsbank, Existenzgründung, Gründer, Gründungszuschuss, Selbstständigkeit, Überbrückungsgeld
Abgelegt in:
Aktuelles