Unternehmensnachfolge richtig und rechtzeitig planen

27. März 2009 von JK

2005 etwa mussten knapp 6.000 erfolgreiche Unternehmen in Deutschland mangels Nachfolger stillgelegt werden. In den kommenden Jahren stehen in schätzungsweise über 400.000 Unternehmen in Deutschland die Regelung zur Nachfolge an. Nur etwa ein Viertel davon hat bereits eine vertragliche Vorsorge für die Unternehmensnachfolge getroffen. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn hat herausgefunden, dass etwa 71.000 familien- und inhabergeführte Unternehmen jährlich einen Nachfolger suchen. Doch oftmals ist die Suche nicht von Erfolg gekrönt. Vor allem bei der Suche im familiären Umfeld scheitert die Unternehmensnachfolge häufig an den zu hohen Erwartungen des Unternehmers.

Daher zeichnet sich in den letzten Jahren ein Trend ab, dass familienexterne Lösungen in vielen Familienunternehmen bevorzugt werden – meist aus Mangel an geeigneten Kandidaten innerhalb der eigenen Unternehmerfamilie. Doch eine familienexterne Unternehmensnachfolge gestaltet sich oftmals noch deutlich schwieriger als eine familieninterne Lösung. Hierfür sollte unbedingt auf Spezialisten wie von der Bürgschaftsbank Hessen zurückgegriffen werden. Die Bürgschaftsbank Hessen arbeitet eng mit der Unternehmensbörse Hessen zusammen und hilft als Selbsthilfeinstrument der hessischen Wirtschaft, wenn ein Unternehmensnachfolger nicht die erforderlichen Mittel finanzieren kann, weil die von der Hausbank geforderten Sicherheiten fehlen (näheres zur Kooperartion findet sich hier).

Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge hängt von vielerlei Faktoren ab. Der Unternehmensinhaber sollte sich frühzeitig aktiv und offensiv der Thematik stellen:

  • Frühzeitig die Unternehmensnachfolge planen

Erfahrungsgemäß ist eine Nachfolgeregelung ein mehrjähriger Prozess. Als Faustregel gilt, dass je eher mit einer der Nachfolgeplanung begonnen wird, desto besser kann der geeignete Kandidat gefunden und eingearbeitet werden. Durch einen frühen Planungsbeginn fällt es dem Unternehmer leichter, auf unvorhergesehene Umstände adäquat reagieren zu können.

  • Unternehmensnachfolge ist ein wichtiges und persönliches Projekt

Die Nachfolgeregelung sollte von jedem Unternehmer als substantielles und persönliches Projekt für das Überleben des eigenen Unternehmens nach dem Ausscheiden betrachtet werden. Während der Planung muss auf die Einhaltung des Übergabezeitplans geachtet werden. Es muss ein Budget für die Nachfolgelösung erstellt und überwacht werden. Zusätzlich sollten interne und externe Mitarbeiter in das Projekt Nachfolgeregelung einbezogen und entsprechend geführt werden, damit der Übergabetermin eingehalten werden kann und die Übergabe erfolgreich verläuft.

  • Verbindliche Regelungen

Für die Unternehmensnachfolge sollten die Unternehmer klare Verhältnisse schaffen. Schriftliche Vereinbarungen, Verträge und Abkommen lassen sich bei Kompetenz- und Rechtsfragen als verbindliche Belege hinzuziehen. Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Unternehmensübergabe komplexe Rechts-, Steuer- und Finanzfragen nach sich ziehen. Hier trägt die gezielte Einbindung von Spezialisten zu einer raschen Lösung offener Fragen bei.

  • Schrittweise Einarbeitung vorbereiten

Der Unternehmer kennt sein Unternehmen wie kein anderer. Deshalb ist es für den Nachfolger von immenser Bedeutung, genügend Zeit zur Einarbeitung zu erhalten. Dabei kann er von der Erfahrung des Unternehmensverkäufers profitieren. Wenn ausreichend Zeit zur Einarbeitung zur Verfügung steht, dann kann der Übergang wesentlich erleichtert werden.

  • Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten

Nicht selten ist die Übergangsphase durch Spannungen und Reiberein geprägt. Durch eine klare Festlegung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten des Unternehmensnachfolgers bis zur kompletten Übernahme, ermöglicht einen reibungsloseren Ablauf der Nachfolgeregelung.

  • Alternativszenarien

Da jede Planung immer nur theoretisch ist und menschliche wie wirtschaftliche Einflüsse die bereits erfolgten Planungen hinfällig lassen werden könnten, ist es empfehlenswert für diesen Fall Alternativszenarien zu entwickeln. Mit durchdachten Alternativen lässt sich schnell auf veränderte Situationen reagieren.

Hilfe durch Spezialisten

Die richtige Umsetzung des Nachfolgekonzepts ist nicht immer gegeben. Unternehmer setzen sich oftmals viel zu spät mit der Unternehmensnachfolge auseinander. Außerdem ist die Unternehmensnachfolge nicht nur eine volkswirtschaftlich bedeutende Aktivität, sondern auch eine private Angelegenheit – handelt es sich doch oft genug um das Lebenswerk des Unternehmers. Um diese komplexe Situation richtig zu bewältigen, gibt es verschiedene Hilfsangebote, wie die Initiative der Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern. Doch häufig ist der Einsatz von Spezialisten vor Ort im Betrieb unumgänglich.

Die Vereinigung beratender Betriebs- und Volkswirte e.V. (VBV) hat in Zusammenarbeit mit der UnternehmensBOERSE GmbH 2008 eine gemeinsame Initiative mit dem Titel „Unternehmensnachfolge richtig geplant – Ein Kurzleitfaden für Unternehmensverkäufer“ ins Leben gerufen. Der Leitfaden umfasst 20 Seiten und richtet sich an alle Unternehmer, die sich mit dem Thema Nachfolge beschäftigen. Er enthält unter anderem grundlegende Informationen zu den Themen:

  • Planung und Ablauf der externen Nachfolge
  • Unternehmensbewertung
  • Übergabeformen und Alterssicherung
  • Hinweise zur Nachfolgersuche

Wichtige Bestandteile des Leitfadens sind Checklisten, über die benötigten Unterlagen für eine umfassende Unternehmensbewertung. Der Leitfaden empfiehlt sich vor allem für Unternehmer, die sich mit der Nachfolgeregelung auseinander setzen müssen, weil keine geeignete familieninterne Lösung gefunden werden kann. Durch eine fundierte Vorbereitung und eine fachkundliche Beratung kann die Unternehmensübergabe erfolgreich gesteuert werden. Mit einem professionellen Nachfolgekonzept hat der Unternehmer auch eine bessere Verhandlungsposition gegenüber potentiellen Kaufinteressenten, wenn eine familienexterne Unternehmensnachfolge anvisiert wird.

Der “Nachfolgefahrplan” des VBV kann hier heruntergeladen werden.

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2 Reaktionen

  1. Zahl der Unternehmensnachfolgen rückläufig | Bürgschaft ohne Bank

    [...] eine Unternehmensnachfolge erfolgreich durchzuführen, ist es wichtig, diese frühzeitig und richtig zu planen. Für diesen Fall kann es nötig werden, einen Experten in Sachen Unternehmensnachfolge [...]

  2. Nachfolge mit Beteiligungsgesellschaft | Bürgschaft ohne Bank

    [...] Wachstumsschritten oder bei der Unternehmensnachfolge haben sich Beteiligungsgesellschaften als stabile Partner für den deutschen Mittelstand erwiesen. [...]

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