Selbstständig in der Finanzkrise?
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten denken hierzulande viele Menschen ernsthaft darüber nach, ihr eigener Chef zu werden und sich selbstständig zu machen. Doch wer keine eigene Geschäftsidee hat, für den ist Franchising eine interessante Alternative. Die Auswahl an Franchising-Anbietern ist in Deutschland groß.
Wachsen in der Krise
Für das laufende Jahr 2009 rechnen Branchenkenner mit einem Umsatzwachstum von 12,3 Prozent in der Franchise-Branche. Dabei profitiert die Branche von der wirtschaftlichen Not anderer Unternehmen. Während diese nämlich ihre Arbeitskräfte entlassen müssen, freuen sich die Franchise-Geber über steigende Nachfrage und gut qualifiziertes Personal.
Einstieg ins Franchising
Laut der brancheneigenen Studie „Franchise Monitor 2009“, rechnen die Experten damit, dass 2009 wohl ungefähr 5.000 neue Franchise-Nehmer den Weg in die Selbstständigkeit dauerhaft schaffen werden. Das Prinzip Franchising ist dabei ganz einfach zu erklären: Ein Unternehmen verkauft Einsteigern das Unternehmenskonzept in Form einer Lizenz. Die Zentrale des Franchise-Gebers sucht die geeigneten Kandidaten unter den Bewerbern heraus und bildet sie entsprechend den Unternehmensrichtlinien aus. Danach können die Franchise-Nehmer in Eigenregie und auf eigene Rechnung eine Niederlassung betreiben. Oftmals können sie dabei auf bereits vorhandenes Know-how des Franchise-Gebers, dessen Infrastruktur, Marketing und Reputation zurück greifen. Dafür muss der Franchise-Nehmer eine Lizenzgebühr zahlen. In der Regel sind das rund fünf Prozent des Nettoumsatzes, wobei die Lizenzgebühr je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen kann.
Der Franchise-Geber finanziert sich aber nicht nur über die Lizenzgebühren der Nehmer. Im Schnitt verlangen Anbieter 11.500 Euro für deren Gründungshilfe von den Neuunternehmern. Mit diesen Einnahmen entwickeln die Franchise-Anbieter in Geschäftssystem weiter fort, investieren in Marketing und Infrastruktur sowie neue Produkte. Dies ist auch nötig, um im harten Wettbewerbskampf gegen andere Marktteilnehmer erfolgreich zu bleiben. Darüber hinaus muss das Franchise-Konzept so durchdacht sein, dass der Einstieg in das System durch eine fachgerechte Anleitung leichter ist als die Gründung und Etablierung einer eigenen Marke durch den Selbstständigen.
Auswahl durch den Lizenzgeber
Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl geeigneter Kandidaten ist die Qualifikation der zukünftigen Lizenznehmer. Zum einen muss der Franchise-Nehmer das Konzept zuverlässig umsetzen können, zum anderen muss der Kandidat auch über hohe Eigenmotivation verfügen, um möglichst schnell auf eigenen Füßen stehen zu können.
Vom Franchise-Nehmer wird unterdessen erwartet, Initiative und Entscheidungsfreude zu zeigen, jedoch nur in einem begrenzten Rahmen des Systems. Denn zur Selbstverwirklichung dient Franchising nicht. Der Lizenznehmer ist an Vorschriften, Verfahrensweisen und Organisation des Lizenzgebers gebunden. Entscheidungen sind nur in einem kleinen Rahmen – vor allem im Bezug auf die eigene Niederlassung – möglich.
Die Auswahl der geeigneten Kandidaten wird von den Franchise-Gebern sehr genau vorgenommen. Es ist nicht unüblich den zukünftigen Franchise-Nehmer ein bis zwei Wochen im Arbeitsalltag zu beobachten und ausführlich zu testen. So können beide Seite herausfinden, ob sie zueinander passen, bevor sie sich im Rahmen eines Lizenzvertrages aneinander binden.
Individualität erwünscht
Auch wenn die Vorgaben durch den Franchise-Geber sehr streng und genau sind, vor allem im Bereich des Corporate Designs, um den Wiedererkennungseffekt hoch zu halten, ist ein gewisser persönlicher Touch durchaus gerne gesehen. Ziel eines jeden Franchise-Nehmers sollte es sein, in seinem Einzugsgebiet führend zu werden. Dazu kann eine individuelle und persönliche Note gut beitragen. Die Marke des Lizenzgebers muss vor Ort präsent sein und von der Kundschaft geschätzt werden. Daher lebt das ganze System vom Einsatz ihrer Partner in der jeweiligen Region.
Wachstum
Die Franchise-Branche wird trotz Finanzkrise auch in diesem Jahr weiter wachsen. Davon wollen natürlich auch die Franchise-Nehmer profitieren. Bei vielen kommt daher schnell der Wunsch nach einer zweiten oder dritten Filiale auf. Gute Franchise-Geber reagieren auf die Wünsche ihrer Lizenznehmer, da es auch in ihrem Interesse liegt. Zum einen wächst die Bekanntheit der Marke und der Umsatz, zum anderen können Franchise-Geber dadurch gute Unternehmer an die Marke binden und der Entstehung möglicher Konkurrenz vor Ort von vorneherein entgegenwirken.
Tags: Existenzgründer, Franchise, Franchising, Gründer, Lizenz, Selbstständige
Abgelegt in:
Aktuelles
12. Mai 2009 at 20Europe/BerlinTue, 12 May 2009 15:20:15 +0000
[...] lesen: Bürgschaft ohne Bank » Blog Archiv » Selbstständig in der Finanzkrise? Hier [...]