Langfristige Planung der Unternehmensnachfolge, Teil I
Für die Nachfolge in der Unternehmensleitung sollten sich die Firmenchefs möglichst alle Optionen offen halten. Eine langfristig gut geplante Übergabe, erleichtert dem Nachfolger seine neuen Aufgaben zu bewältigen. Entscheidet sich der Firmeninhaber für eine Weitergabe an eines seiner Kinder, sollten auch hier im Vorfeld alle Bedingungen langfristig geklärt sein und der Junior ins Unternehmen wachsen.
Idealbild
Bei der Übernahme des Unternehmens durch ein oder mehrere eigener Kinder, muss der unbedingte Wille auf beiden Seiten vorhanden sein. Die Übernahme kann nur erfolgreich sein, wenn der Junior sich selbst entwickeln und neues ausprobieren kann. Der Senior aber muss sich zurückhalten und loslassen können und dem Junior die benötigten Freiräume überlassen. Von Vorteil hat sich gezeigt, wenn der Junior zuvor schon in einem anderen Unternehmen Erfahrungen sammeln konnte. Mit dem Wissen um das Familienunternehmen und der Schaffenskraft neues zu probieren, kann eine familieninterne Nachfolge erfolgreich sein.
In der Übergangsphase sollte der Nachfolger nach und nach in die Unternehmensentscheidung einbezogen werden. Die Entscheidungsfindung sollte dann vom alten Firmeninhaber in die Hände des Nachfolgers übergehen. Durch die Beteiligung des neuen und alten Unternehmensführers ist sichergestellt, dass mit frischem Wind auf Bewährtem aufgebaut werden kann.
Anspruch und Realität
Das oben nur grob angerissene Szenario stellt vielmehr ein Idealbild einer Unternehmensnachfolge dar, dass so in Deutschland nur sehr selten vorkommt. Wer seine Unternehmensnachfolge erfolgreich regeln möchte, egal ob nun mit einer internen oder einer externen Lösung, sollte sich dabei unbedingt Unterstützung von Profis holen (dazu haben wir bereits hier berichtet).
Natürlich möchte jeder Unternehmensgründer, dass seine Firma in Familienhänden bleibt. Doch der Übergang der Unternehmensleitung auf die eigenen Kinder schaffen nicht einmal die Hälfte aller Familienunternehmen. Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) hat herausgefunden, dass von den jährlich ca. 70.000 Unternehmensnachfolgen noch nicht einmal 44 Prozent in Familienhand bleiben. Dabei scheint ein Trend beobachtbar zu sein: Wurde zwischen 1997 und 2002 in mehr als 74 Prozent der baden-württembergischen Unternehmen eine familieninterne Nachfolgelösung gefunden, waren es zwischen 2002 und 2007 nur noch 51 Prozent.
Familienunternehmen bedroht
Dennoch bleibt die Vorstellung einer familieninternen Lösung nach wie vor der Favorit in deutschen Familienunternehmen. Allerdings ist bisher in nur etwa einem Drittel der Unternehmen die Nachfolge wirklich geregelt. Erschreckend ist der Wert, da es hier um das existentielle Überleben des Unternehmens und damit verbunden das Schicksal der Mitarbeiter geht. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission gehen etwa zehn Prozent aller Konkursanträge darauf zurück, dass die in kleinen und mittelständischen Unternehmen die Unternehmensnachfolge auf ein Familienmitglied nur unzureichend vorbereitet wurde.
Auf Deutschland bezogen bedeutet das, dass jährlich mindestens 30.000 Unternehmen und damit durchschnittlich 300.000 Arbeitsplätze existentiell gefährdet sind. Wissenschaftler warnen Unternehmer daher vor einem ungeplanten Ausstieg. Wer sich nur darauf konzentriert, übersieht häufig den schleichenden Wertverlust seines eigenen Unternehmens (siehe auch: Wittener Institut für Familienunternehmen).
Im zweiten Teil geht es um das richtige Timing für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge.
Tags: Familienunternehmen, Gründer, KMU, Mittelstand, Nachfolger, Nachfolgeregelung, Unternehmen, Unternehmensgründer
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7. Dezember 2009 at 02Europe/BerlinMon, 07 Dec 2009 09:02:03 +0000
[...] allen Vorteilen, die eine Unternehmensnachfolge mit sich bringt, muss diese doch sehr komfortable Ausgangslage finanziert werden. Die Sicherheit, [...]
25. Dezember 2009 at 03Europe/BerlinFri, 25 Dec 2009 09:03:07 +0000
[...] beschäftigt, sowohl was eine Unternehmensnachfolge als Existenzgründung angeht als auch die Nachfolge innerhalb der Unternehmerfamilie. Um den richtigen Nachfolger für das Unternehmen zu finden, [...]