Wissensmanagement und Zukunftsstrategien in KMU, Teil II

22. Mai 2009 von JK

Durch modernes Wissensmanagement bereiten sich immer mehr Familienunternehmen sowie klein- und mittelständische Unternehmen auf die Herausforderungen der Zukunft vor. Im ersten Teil haben wir uns mit Szenario- und Zukunftsplanung in KMU beschäftigt. In diesem Teil soll es um modernes Wissensmanagement im Mittelstand gehen.

Wissensmanagement

Neben der Szenario- und Zukunftsentwicklung sind einige Mittelständler bereits dazu übergangen, auch ein modernes Wissensmanagement in ihrem Unternehmen einzuführen. Auf Grundlage des Wissensmanagements kann die Entwicklung von möglichen Zukunftsszenarien verbessert werden und sogar einzigartige detaillierte Analysen möglicher Entwicklung ermöglichen. Eine solche Analyse stellt einen enormen Wettbewerbsvorsprung vor der Konkurrenz am Markt dar.

Die Optimierung der inneren Betriebsabläufe dient nicht nur der Szenarioplanung, sondern auch der Steigerung der Produktivität und der Kostensenkung. Als ein wichtiges Instrument für ein modernes Wissensmanagement haben sich sogenannte Planspiele etabliert.

Planspiele

Planspiele gelten eigentlich als eine Subkategorie der Szenarienplanung. Bei einem Planspiel können die Teilnehmer auf das gesamte Know-how eines Unternehmens, dass sie sich in den unterschiedlichen Abteilungen angeeignet haben, zurückgreifen. Daher haben Planspiele einen sehr praxisnahen Bezug.

Planspiele haben den Vorteil, dass sie automatisierte Prozesse in einem Unternehmen kritisch beleuchten. Viele Unternehmer empfinden die automatisierten Arbeitsprozess im Betriebsablauf, die durch Computer und Roboter ausgeführt werden, als sehr angenehm. Doch bei einer kritischen Betrachtung zeigt sich schnell, dass automatisierte Prozesse teuer und durchaus störanfällig sein können. An dieser Stelle ist für professionelle Szenario- und Zukunftsplaner viel Überzeugungsarbeit gefordert. Denn wenn es alles wie geplant läuft, warum sollte man dann diese Umstände abändern?

Flexibilität

Mit Hilfe von Planspielen wird dem Management und denFührungskräften sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, wie wichtig Flexibilität im Unternehmen ist und sogar überlebenswichtig werden kann. Vollautomatisierte Arbeitsprozesse schränken die benötigte Flexibilität enorm ein. Es kann dadurch die Situation entstehen, dass das Unternehmen auf die geänderten Kundenwünsche nicht oder nur sehr langsam reagieren kann, um die veränderte Nachfrage entsprechend bedienen zu können.

Auch hier lassen sich durch Workshops die Arbeitsprozesse und Mitarbeiter eines Unternehmens im Detail kennen lernen. Wo es sich als sinnvoll erweist, werden die Arbeitsprozesse ohne Computersteuerung dargestellt. Man möchte aber beim besten Willen nicht auf jede Automatisierung verzichten, sondern sie nur an den Stellen einschränken, wo es für eine besonders schnelle Einstellung auf verändere Nachfrage von großer Bedeutung ist.

In den Planspielen stoßen Management und Führungskräfte nicht selten an ihre Grenzen im Bezug auf ihr eigenes räumlichen Vorstellungsvermögen, beispielsweise im Bereich der Fertigung. Schnell erfahren die Planspielteilnehmer dadurch ihre eigenen Unzulänglichkeiten. Deshalb kann in sehr kurzer Zeit Verständnis für die Probleme der Mitarbeiter in ihrem täglichen Arbeitsalltag aufgebaut werden. Danach ist das Management und die Führungskräfte gefordert, diese Erfahrungen und das gewonnene Verständnis in ihre Arbeit einfließen zu lassen und neue Lösungen zu entwickeln.

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