Wie die Sequatec GmbH die Krise meisterte

29. Mai 2009 von JK
Sequatec GmbH, Geschäftsführer/in Renate Graß und Alexander Liese, Foto: Norbert Müller

Geschäftsführer/in Renate Graß und Alexander Liese, Foto: N. Müller

Spürte man in der ersten Jahreshälfte 2008 noch nicht viel von der sich abzeichnenden weltweiten Wirtschaftskrise in Deutschland – außer das der Ölpreis explodierte und der Wert des Euros schwindelerregende Höhen erreichte –, wurde die zweite Jahreshälfte für viele Unternehmen, wie etwa der Sequatec GmbH aus Bad Emstal, eine turbulente Zeit. Die Entwicklung der Weltmärkte führte bei dem Automobilzulieferer Sequatec zu Liquiditätsproblemen. Doch bereits Ende Dezember war der Engpass durch das Sonderprogramm Betriebsmittelbürgschaften der Bürgschaftsbank Hessen wieder überwunden.

Turbulentes Jahr 2008

Für den Automobilzulieferer Sequatec GmbH war 2008 ein turbulentes Jahr. 2004 schlossen sich die beiden erfolgreich am Markt bestehenden Unternehmen F. Brill Metallbearbeitung und der Liese Maschinenbau zur Sequatec GmbH zusammen. Die beiden Spezialisten im Bereich Automotive legten damit den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und entwickelten sich zu einem starken Partner der Automobilindustrie und anderer Branchen.

Das Unternehmen bereitete sich 2008 auf den vollständigen Umzug in das neue Werksgelände nach Bad Emstal zum 1. Dezember 2008 vor. Bereits Anfang September konnte die Fertigung auf dem neuen Werksgelände aufgenommen werden. Doch mitten in den Umzugsvorbereitungen brach die Wirtschaftskrise über die Automobilbranche in Deutschland herein.

Verschärfung der Wirtschaftskrise

Die Entwicklungen auf den Weltmärkten führten beim Automobilzulieferer Sequatec aufgrund von Zahlungsverschiebungen zu massiven Liquiditätsproblemen. Die Absatzzahlen der Automobilbranche brachen ein, die Produktion wurde zurückgefahren und die Aufträge für Zulieferer brachen weg. So schlimm kam es bei der Sequatec zwar nicht, aber die Zahlungsverschiebungen ihrer Kunden, brachten das Unternehmen in Bedrängnis.

Doch bereits Ende Dezember hatte der Automobilzulieferer mit einem starken Partner an der Seite die Schwierigkeiten überwunden. Durch das Sonderprogramm Betriebsmittelbürgschaften der Bürgschaftsbank Hessen, dem starken Partner des hessischen Mittelstands, konnte die entstandene Finanzierungslücke schnell und unbürokratisch  geschlossen werden.

Lösung: Betriebsmittelbürgschaften

Das Sonderprogramm Betriebsmittelbürgschaften war wie geschaffen für die Sequatec GmbH. Zielgruppe dieses Sonderprogramms der hessischen Landesregierung und der Bürgschaftsbank Hessen sind nämlich vorrangig klein- und mittelständische Unternehmen aus der Automobilzuliefererbranche, die besonders hart von der weltweiten Wirtschaftskrise getroffen wurden. Im Rahmen des Sonderprogramms wurde die Bürgschaftsquote von 60 auf 80 Prozent angehoben. Das heißt, im Falle des Ausfalls eines Kredites, übernimmt die Bürgschaftsbank Hessen nicht wie bisher 60 Prozent des ausgefallenen Darlehens, sondern ganze 80 Prozent.

Sonderprogramm Betriebsmittelbürgschaft

Das Sonderprogramm Betriebsmittelbürgschaft der hessischen Landesregierung und der Bürgschaftsbank Hessen können Unternehmen in Anspruch nehmen, insbesondere der Automobilzuliefererindustrie, die neben den allgemeinen Bürgschaftsantragsberechtigungen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die eigenen Betriebsmittel müssen ausgeschöpft sein
  • Es muss ein nennenswerter Eigenbetrag der Gesellschafter geleistet sein oder werden, zum Beispiel in Form eines Gesellschafterdarlehens
  • Es muss ein in der Regel signifikanter, nicht saisonaler Auftrags- oder Umsatzeinbruch in Höhe von mindestens 25 Prozent vorliegen
  • Es muss das Kurzarbeiterinstrument zu Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse genutzt werden, das heißt in der Regel kein Abbau von Arbeitsplätzen
  • Das Geschäftsmodell muss nachhaltig tragfähig sein
  • Es muss eine Kapitaldienstfähigkeit vorliegen
  • Die Eigenkapitalsituation muss intakt sein (kein verlustbedingter Verzehr des Eigenkapitals zu mehr als 50 Prozent und davon mehr als 25 Prozent während der letzten 12 Monate)
  • Es muss ein Kreditinstitut zur Stellung eines Bürgschaftsantrages und der Übernahme des Eigenobligoanteils bereit sein

Ein Unternehmen, dass eine Betriebsmittelbürgschaft in Anspruch nehmen möchte, muss mit dem Antrag folgende Unterlagen einreichen:

  • Unternehmensrating,
  • Jahresabschlüsse,
  • aktuelle BWA,
  • Unternehmensplanung,
  • Liquiditätsplanung.

Weitere Informationen zum Sonderprogramm Betriebsmittelbürgschaften des Landes Hessen und der Bürgschaftsbank Hessen finden sie hier.

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    [...] Hessen verzeichnet eine erhöhte Nachfrage nach Bürgschaften und Garantien durch den hessischen Mittelstand. Für die Vertreter aus Wirtschaft, Handwerk, Industrie und dem Finanzbereich ist damit klar, dass [...]

  2. Hessischer Rundfunk berichtet über Hilfen der Bürgschaftsbank Hessen | Bürgschaft ohne Bank

    [...] werden zwei unterschiedliche hessische Unternehmen, Sequatec GmbH aus Bad Emstal und der Existenzgründer Björn Reindl mit seiner Reha-Praxis in Neu-Isenburg, die [...]

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