Studie: Mittelstand fühlt sich durch Krise bedroht
Bestärkt durch die positive Entwicklung der Gesamtwirtschaft, verkündeten einige große deutsche Tageszeitung bereits das Ende der Wirtschaftskrise. Doch im Angesicht von schlechten Umsätzen und sich verschärfenden Bedingungen bei der Kreditvergabe, fühlt sich der Mittelstand in Deutschland immer mehr in seiner Existenz bedroht. 15 Prozent fürchten gar eine Ende ihre Existenz. Trotzdem blicken viele Mittelständler optimistisch in die Zukunft.
Die Krise hat den Mittelstand erreicht. Das geht aus dem „Mittelstandbarometer Update Sommer 2009“ der Wirtschaftsprüfgesellschaft Ernst & Young hervor, die regelmäßig 700 Unternehmen in Deutschland zu ihrer Lage befragen. Zwar hellt sich insgesamt die Stimmung wieder auf, doch jeder siebte Unternehmer fürchtet um seine Existenz, wenn es nicht bald merklich bergauf geht.
Mittelstandsbarometer 2009
Laut der Studie von Ernst & Young klagt jeder dritte Mittelständler über schlechte Umsatzzahlen. Ebenfalls berichten viele Unternehmer über die sich verschärfenden Kreditbedingungen ihrer Hausbanken. Sollte die wirtschaftliche Flaute noch weitere sechs Monate anhalten, befürchtet jeder siebte Unternehmer das Ende seiner Existenz, da bei immer mehr Unternehmen schlicht und ergreifend das Geld ausgeht. Erst im Juni 2011 rechnen die meisten mit einer vollständigen Überwindung der Krise. Im Vergleich dazu waren die Befragten noch Anfang diesen Jahres davon ausgegangen, dass die Krise im Herbst 2010 überstanden sein wird.
Um sich für die Wirtschaftskrise zu wappnen hat der deutsche Mittelstand einige Strategien entwickelt, um seine Geschäfte weiterzuführen: Kostensenkungen, Kurzarbeit und teilweise der Einsatz des privaten Vermögens.
Bessere Konjunkturerwartung
Im Vergleich zum Januar 2007 hat sich die Konjunkturerwartung des deutschen Mittelstands nicht weiter verschlechtert. Die größte Zahl der Befragten schaut wieder optimistische in die Zukunft. Eine konjunkturelle Verschlechterung erwarten nur noch 27 Prozent der Befragten. Im Vergleich zum Januar waren es noch 82 Prozent.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Der Wirtschaftsindikator der Auskunftei ist im zweiten Quartal des Jahres 2009 um 1,2 auf plus 5,6 Zähler gestiegen. Der Teilindex für die Erwartungen der künftigen Geschäftsentwicklungen ist von minus 10,3 auf plus 0,5 Prozent gestiegen.
Folgen der Krise
Mittelständische Unternehmen bekommen nun die Auswirkungen der anhaltenden Wirtschaftskrise immer deutlicher zu spüren. Der sogenannte Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) dient der Wirtschaftsauskunftei als Index für das Insolvenzrisiko und stieg leicht auf 2,27. Das bedeutete, dass pro 10.000 Unternehmen 227 im massiven Zahlungsverzug sind oder einen Insolvenzantrag gestellt haben. Im zweiten Quartal wurden laut Creditreform überfällige Rechnungen im Durchschnitt erst nach 14,47 Tagen beglichen. Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche Dauer für die Begleichung überfälliger Rechnung im ersten Quartal 2009 noch bei 13,41 Tagen.
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