Gründungen im Hightech-Sektor rückläufig
Die schlechte wirtschaftliche Gesamtlage schlägt sich auch im Hightech-Bereich niedrig. Die Folge: Die Zahl der Gründungen innovativer Unternehmen auf dem Gebiet der Hoch- und Spitzentechnologie sank im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent und erreichte einen Negativ-Rekord.
ZEW-Studie zu Hightech-Gründungen
Eigentlich sollte man meinen, dass Existenzgründer mit neuen Ideen und innovative Unternehmen die Krise am besten überwinden sollten. Eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim macht jedoch deutlich, dass nur neue und kreative Ideen allein nicht ausreichen. Die besten Strategien gegen Krisen und Konjunktureinbrüche sind immer noch hohe Flexibilität, neue Produkte und vor allem innovative Strategien im Vertrieb der Produkte. Die Studie der Wirtschaftswissenschaftler hat ergeben, dass die Zahl der Existenz- und Unternehmensgründungen im Hightech-Sektor noch nie so gering wie im Jahr 2008 war. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der Gründungen von 17.200 auf 15.300 und damit um über elf Prozent.
Abhängigkeit von Auftraggeber der etablierten Branche
Mögliche Ursachen sehen die Experten vor allem in der Abhängigkeit der jungen Unternehmen von Auftraggebern aus den etablierten Branchen. Gerade im Bereich der Hoch- und Spitzentechnologie dauert es einige Zeit, bis Existenzgründer und Jungunternehmer neue Märkte für ihre Ideen und Unternehmungen erschlossen haben. Bricht in diesem Erschließungsprozess die Konjunktur wie 2008 massiv ein, haben die wenigsten etablierten Unternehmen Bedarf an neuen Anschaffungen und Beratern. Einige Branchen, wie etwa Hersteller von elektronischen Ausrüstungen, Mess- und Navigationsinstrumenten oder die Baubranche, verzeichnen einen Nachfragerückgang von über 12 Prozent. Die sinkende Nachfrage wirkt sich daher auch negativ auf den Gründungswillen im Hightech-Bereich aus. Die Prognose der Forscher ist niederschmetternd: Bis zu einem Drittel der bislang aktiven Unternehmen könnte zumachen, sollte sich die wirtschaftliche Lage im Hightech-Sektor nicht langsam verbessern.
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