Zahl der Firmengründungen steigt

26. Oktober 2009 von JK

Im ersten Halbjahr 2009 stieg die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland wieder an; Trotz Krise. Im gleichen Zug aber stieg auch die Zahl der Firmenpleiten; Wegen der Krise. Und auch die Kreditkonditionen blieben für die meisten Familien- und Jung-Unternehmer gleich: Gleich gut.

Steigende Firmengründungen

Das statistische Bundesamt in Wiesbaden registrierte in der Zeit von Januar bis Juni 2009 einen Anstieg der Firmenneugründungen um 0,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008. Damit sind in den ersten sechs Monaten diesen Jahres ca. 353.000 Unternehmen in Deutschland neu gegründet worden. Davon rechnet das statistische Bundesamt mit ca. 78.400 Unternehmen, die eine größere wirtschaftliche Rolle spielen könnten. Die Experten schließen dies aus der Art der Rechtsform bzw. aus der Zahl der Beschäftigen in den neu gegründeten Unternehmen. Betrachtet man zum Vergleich den Vorjahreszeitraum, dann ergibt sich daraus ein Anstieg um 0,4 Prozent.

Steigende Firmenpleiten

Gleichzeitig zur gestiegenen Zahl der Unternehmensgründungen ist auch die Zahl der Firmenpleiten gestiegen. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 ca. 66.500 Unternehmen geschlossen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 ist dies ein Anstieg von 2,7 Prozent. Insgesamt gaben 2008 rund 294.000 Unternehmen auf. Darunter fielen auch sogenannte Kleinst- und Nebenerwerbsbetriebe. Die ganze Auswertung finden Sie hier.

Doch keine Kreditklemme

Die bisherigen Unternehmenspleiten wurden nicht durch die vielbeschworene Kreditklemme verursacht. Eine Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform belegt, dass die Zahl der Firmen, die vor dem Hintergrund von Finanzierungsproblemen nicht ausreichend investieren konnten, deutlich niedriger ausfällt als noch 2008. Das bedeutet, dass zwischen Januar und Juni 2009 etwa 17 Prozent der Unternehmen auf Investitionen verzichten mussten. Im Vergleich dazu: 2008 mussten 21,5 Prozent und 2007 20,9 Prozent aufgrund von Finanzierungsproblemen auf Investitionen verzichten.

Vor allem Familienunternehmen scheinen deutlich weniger von den erschwerten Bedingungen der Kreditvergabe betroffen zu sein als angenommen. Während in den letzten Monaten vor allem klein- und mittelständische Unternehmen über die verschärften Kreditbedingungen klagten, hatten Familienunternehmen weniger Probleme Kredit im laufenden Geschäftsbetrieb zu bekommen. In den meisten Fällen sind ihre Kreditkonditionen trotz der Krise gesunken. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage des Bundesverbandes Junger Unternehmer (BJU) und dem Familienunternehmerverband (ASU). Demnach sind auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise für 63 Prozent der Befragten die Kreditkonditionen gesunken. Bei 19 Prozent der Befragten blieben sie gleich, während sich für lediglich 18 Prozent die Konditionen verschlechtert haben.

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