Zahl der Unternehmensnachfolgen rückläufig

30. Oktober 2009 von JK

Nicht nur, dass die deutschen Mittelständler zunehmend unter erschwerten Bedingungen bei der Kreditvergabe zu leiden haben, hat die globale Wirtschafts- und Finanzkrise nun auch die Generationennachfolge in Unternehmen erreicht. Das heißt, immer mehr mittelständische Unternehmer haben das Problem einen geeigneten Nachfolge für ihr Unternehmen zu finden. Aber auch für Existenzgründer, die einen Betrieb übernehmen wollen, gestaltet sich die momentane Lage schwierig.

Unternehmensnachfolge

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seinen „Nachfolgereport 2009“ zur Unternehmensnachfolge in Deutschland veröffentlicht. Dabei stellten die DIHK-Experten einen erhöhten Beratungsbedarf in Deutschland fest. Fast sieben Prozent mehr Unternehmen beriet der Verband als im Vergleichszeitraum 2008.

Die Finanzierung der Unternehmensnachfolge stellt laut der Studie das größte Problem dar. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise macht demnach auch nicht vor der Generationennachfolge des Mittelstands halt. Besonders problematisch wird es, wenn der Nachfolger außerhalb der eigenen Familie gesucht werden muss und die übrigen Gesellschafter auszahlen muss.

Nachfolgefinanzierung

Laut der Studie des DIHK stehen 49 Prozent der potentiellen Übernehmer vor finanziellen Schwierigkeiten bzw. unüberwindbar erscheinenden Herausforderungen. 2008 waren es noch über 56 Prozent. Der Rückgang wird auf die bessere Vorbereitung der potentiellen Unternehmensnachfolger zurückgeführt. Trotzdem macht den meisten Kandidaten die angespannte wirtschaftliche Situation zu schaffen. Dreiviertel der befragten IHK-Berater berichteten von Klagen über den erschwerten Zugang zu Bankkrediten. 64 Prozent der Experten berichten außerdem, dass es Schwierigkeiten gibt, Beteiligungskapital für die Unternehmensnachfolge zu beschaffen. Nach Schätzungen des DIHK ist dieses Jahr bei etwa 17.000 Unternehmen mit insgesamt 160.000 Beschäftigten eine Unternehmensnachfolge aufgrund mangelnden Kapitals gefährdet.

Gewinn- und Umsatzeinbrüche

Nach dem Einbruch der Nachfrage und der Auftragslage zu Beginn diesen Jahres machen sich nun in den meisten Unternehmen die anhaltenden Gewinn- und Umsatzeinbrüche besonders bemerkbar. Die Folge: Der Unternehmenswert sinkt, doch die Preisvorstellungen des bisherigen Unternehmers für eine Übernahme passen sich nicht den Realitäten an. Dies führt zu einer Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Unternehmenswert und dem erhofften Verkaufserlös. Auch daran scheitert in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten so manche Unternehmensnachfolge.

Nachfolge frühzeitig und richtig planen

Um eine Unternehmensnachfolge erfolgreich durchzuführen, ist es wichtig, diese frühzeitig und richtig zu planen. Für diesen Fall kann es nötig werden, einen Experten in Sachen Unternehmensnachfolge an Bord zu holen, denn die richtige Umsetzung des Nachfolgekonzepts ist nicht immer gegeben. Unternehmer setzen sich oftmals viel zu spät mit der Frage der eigenen Nachfolge auseinander. Die Unternehmensnachfolge ist nicht nur eine volkswirtschaftlich bedeutende Aktivität, sondern auch eine private Angelegenheit, denn nicht selten geht es um das Lebenswerk des Unternehmers.

Dennoch bleibt die Vorstellung einer familieninternen Lösung nach wie vor der Favorit in deutschen Familienunternehmen. Allerdings ist bisher in nur etwa einem Drittel der Unternehmen die Nachfolge wirklich geregelt. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission gehen etwa zehn Prozent aller Konkursanträge darauf zurück, dass in klein- und mittelständischen Unternehmen die Nachfolge auf ein Familienmitglied nur unzureichend vorbereitet wurde.

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Eine Reaktion

  1. Risiko Erbschaftssteuer | Bürgschaft ohne Bank

    [...] Drittel der befragten Unternehmen die Reform der Erbschaftssteuer für ein großes Hemmnis bei der Unternehmensnachfolge hält. Das sind 50 Prozent mehr als noch vor drei [...]

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