Risikomanagement bei Zuliefererpleite, Teil II

9. November 2009 von JK

Für viele klein- und mittelständische Unternehmen aber auch Existenzgründer wird es sehr gefährlich, wenn der einzige Lieferant plötzlich insolvent wird. Die Gefahr, dass die Insolvenz des Zulieferers das eigene Unternehmen mit in den Abgrund reist, ist besonders in Zeiten der Krise ein hohes Risiko für Gründer und KMU. In diesem Beitrag zeigen wir, woran man Probleme beim Geschäftspartner erkennen und wie man gegen Ausfällen vorbeugen kann.

Schwierigkeiten früh erkennen

Können Zahlungsziele und Lieferfristen nicht eingehalten werden und verlassen überdurchschnittliche viele Mitarbeiter das Unternehmen des Geschäftspartners, sind das oft deutliche Hinweise auf Schwierigkeiten und eine mögliche Krise. Auch der Zustand der Immobilien und der Betriebsmittel gibt Aufschluss über die Lage des Unternehmens.

Vorbeugung durch Multi-Sourcing

Mittelständler und Existenzgründer sollten sich bereits im vorhinein vor zu hoher Abhängigkeit von einem oder wenigen von Zulieferern und Lieferanten vorbeugen. Dafür stehen dem Unternehmer verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Das wirksamste Mittel ist das sogenannte Multi-Sourcing. Das heißt, Rohstoffe, Fertigteile und kritische Komponenten sollten bei mehreren Lieferanten eingekauft werden. Kritische Komponenten umfassen alle Rohstoffe und Fertigteile, die bei einem Ausfall des Zulieferers zu einem Engpass oder gar zum Produktionsstopp führen können.

Lieferanten einbinden

Das Einbinden der Lieferanten in die Planung der Produktion und deren Absatz ist eine der effektivsten Schutzmaßnahmen gegen Ausfälle. Dadurch können gemeinsame Abläufe optimiert, das Vertrauen zwischen den Geschäftspartnern gestärkt und ein umfassender gegenseitiger Einblick in die wirtschaftliche Lage gewährt werden.

Weitere Maßnahmen

Neben dem Multi-Sourcing gibt es noch weitere Maßnahmen, die jeder Unternehmer treffen kann, um sich vor einem Ausfall der Lieferanten und Zulieferer zu schützen:

  • Aufstockung des eigenen Lagers, um Lieferausfälle zu überbrücken,
  • Wichtige Komponenten selbst herstellen, um die Lieferabhängigkeit bei kritischen Komponenten zu reduzieren,
  • Aufbau und Konstruktion von Produkten so abändern, dass ein Lieferausfall nicht gleich zum Produktionsausfall führt.

Wichtig bei allen Maßnahmen ist, dass die Strategien für den Notfall bereits vorher festgelegt werden müssen und nicht erst wenn die Krise bereits eingetreten ist.

Mit An- und Vorauszahlungen können sich Unternehmen zumindest einen Teil des Umsatzes sichern, wenn doch einmal ein Lieferantenausfall droht. Wer einen hundertprozentigen Schutz vor Zahlungsausfällen sucht, der muss seine Forderung gegenüber seinem Geschäftspartner vollständig an eine Bank abtreten oder den Ausfall durch eine Warenkreditversicherung besichern. Allerdings ist für beide Varianten in Zeiten der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise eine gute Bonität Grundvoraussetzung.

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