Existenzgründung durch Firmenkauf, Teil I

7. Dezember 2009 von JK

Wer als Existenzgründer auf dem Weg in seine Selbstständigkeit nicht bei Null anfangen möchte, sollte sich vielleicht Gedanken über einen Firmenkauf machen. In Deutschland wird jährlich in etwa 70.000 meist familiengeführten Unternehmen die Nachfolge des Inhabers geregelt. Für Existenzgründer bietet sich hier die Chance, einen etablierten und funktionierenden Betrieb zu übernehmen.

Industrie- und Handelskammern

Auf der Suche nach einem Unternehmen, das die Nachfolge über einen Verkauf regeln möchte, können Existenzgründer und Jung-Unternehmer beispielsweise auf die Unternehmensbörse Nexxt der Industrie- und Handelskammern (IHK) zurückgreifen. Vor allem älteren Existenzgründer bietet sich hier eine gute Möglichkeit etwas passendes zu finden. Gerade ältere Gründer wollen gerne das Risiko überschaubar halten und während der Gründungsphase nicht auf den lieb gewonnen Lebensstandard verzichten. Eine Unternehmensübernahme ist daher eine gute Gelegenheit, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Wer sich zu diesem Schritt entschlossen hat, steht am Anfang vor der Wahl der Qual. Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) hat berechnet, dass jährlich in etwa 70.000 deutschen Unternehmen die Nachfolgeregelung ansteht. Laut den Experten stehen auf dem Markt sogar mehr als doppelt so viele Unternehmen zum Verkauf, die alle außerhalb der Familien vergeben werden sollen.

Vorteile

Die Vorteile liegen für alle Beteiligten auf der Hand. Der Existenzgründer kauft eine sichere Basis, von der aus sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Sie greifen von Anfang an auf bekannte Produkte, einen festen Kundenstamm, eingespielte Teams und Mitarbeiter sowie auf eine vorhandene Infrastruktur zurück. Für den Gründer wird dadurch das Risiko von vorneherein kalkulierbar. Darüber hinaus lassen sich auch neue Ideen und Möglichkeiten durch den Existenzgründer schneller verwirklichen als beispielsweise bei einem kompletten Neustart. Auch in einem bestehenden Unternehmen sind in der Regel die Gestaltungsmöglichkeiten groß.

In der Praxis sieht es so aus, dass vor allem die älteren Existenzgründer über eine Menge Berufserfahrung und Führungsqualitäten verfügen. Diese haben sie in ihren früheren Angestelltenverhältnissen erworben und können sie nun gewinnbringend in ihr neues Unternehmen einbringen.

Kostenfrage

Bei allen Vorteilen, die eine Unternehmensnachfolge mit sich bringt, muss diese doch sehr komfortable Ausgangslage finanziert werden. Die Sicherheit, die ein bereits existierendes Unternehmen gegenüber einem Neustart mitbringt, muss teuer erkauft werden. Das wissen auch viele Unternehmer, die ihren Betrieb an einen externen Nachfolger übergeben wollen. Daher kommt nur ein Gründer in Frage, der genug Eigenkapital zur Übernahme beisteuern kann und die weiteren notwendigen Kredite und Bürgschaften – wie etwa der Bürgschaftsbank Hessen – bedienen kann.

Im zweiten Teil geht es um die persönlichen Voraussetzungen des Gründers sowie die für die erfolgreiche Nachfolge wichtige Übergangsphase.

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Eine Reaktion

  1. Neugründung oder Unternehmenskauf? (I) | Bürgschaft ohne Bank

    [...] Unternehmen können sehr langlebig sein. Das heißt, irgendwann wird der Unternehmensgründer sein Lebenswerk in andere Hände abgeben müssen, ob nun an ein Familienmitglied oder jemanden außerhalb der Familie. Nach Schätzungen von Experten steht in über 300.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland eine Nachfolge an. [...]

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