Existenzgründung durch Firmenkauf, Teil II

9. Dezember 2009 von JK

Wer als Existenzgründer auf dem Weg in seine Selbstständigkeit nicht bei Null anfangen möchte, sollte sich vielleicht Gedanken über einen Firmenkauf machen. Im ersten Teil haben wir uns mit den Vorteilen und den Kosten für eine Existenzgründung durch Unternehmensnachfolge beschäftigt. In zweiten Teil geht es um die persönliche Befähigung des Gründers und die für die Übernahme äußerst wichtige Übergangsphase auf den neuen Besitzer.

Persönliche Befähigung

Neben dem finanziellen Aspekt muss der Nachfolger natürlich auch die persönlichen und fachlichen Anforderungen an die Unternehmensnachfolge erfüllen. Diese Anforderungen sind in der Regel sehr hoch, da die Existenzgründung durch eine Unternehmensnachfolge als die schwierigste Form der Gründung einer Selbstständigkeit gilt.

Neugründer tragen ihr Risiko zunächst nur für sich selbst. Bei einer Betriebsnachfolge aber übernimmt er vom ersten Tag an die soziale Verantwortung für den Betrieb und deren Mitarbeiter. Daher sind Führungsqualitäten und vor allem Erfahrung im Umgang mit den Mitarbeitern besonders wichtig, denn auch für sie ist die neue Situation alles andere als einfach. Nur wenn die Mitarbeiter durch den Nachfolger eingebunden werden, lässt sich das im Unternehmen vorhandene Know-how nutzen und umsetzen.

Viele Existenzgründer unterschätzen bereits am Anfang die hohen unternehmerischen Herausforderungen. Oft ist zu beobachten, dass die Gründer zwar über exzellentes technisches Fachwissen verfügen, aber nur wenig Ahnung von der Bedeutung der betriebswirtschaftlichen und juristischen Anforderungen einer Betriebsübernahme haben.

Übergangsphase gestalten

Wer sich für eine Existenzgründung durch Unternehmensnachfolge entschlossen, ein verkaufswilliges Unternehmen gefunden hat und über das fachliche Know-how verfügt, ist noch längst nicht am Ende angekommen. Nun steht nämlich die wichtigste Phase an, die Phase des Übergangs. Diese kann zwischen drei Monaten aber auch bis zu zwei Jahre andauern. In dieser Phase sollte der Käufer vom Vorbesitzer alles notwendige über den Betrieb lernen. Je nach Marktkenntnis und Fachwissen kann diese Phase kürzer oder länger dauern. Oftmals absolvieren die Existenzgründer in der Übergangsphase auch ein MBA-Studium, um das theoretisch Erlernte auch sofort praktisch im eigenen Unternehmen anwenden zu können.

In der Übergangsphase lernt der Käufer alle Bereiche des Unternehmens kennen sowie die mit dem Betrieb verbundenen Persönlichkeiten (Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden etc.). In dieser Phase sollte sich der Existenzgründer die Erfahrung des Noch-Inhabers zu nutze machen, denn sie ist enorm wichtig für die erfolgreiche Betriebsübernahme.

Darum prüfe was sich ewig binde…

Gerade bei der Übernahme von klein- und mittelständischen Unternehmen empfiehlt sich ein genauerer Blick auf das Unternehmen (z.B. Bilanzen, Kunden, Produkte etc.). Oftmals fehlen leider die notwendigen Informationen, so dass vor einem Kauf das Unternehmen mit Hilfe eines sachkundigen Beraters auf Herz und Nieren geprüft werden sollte. Erst auf Grundlage einer ausführlichen Unternehmensbewertung sollte sich der Existenzgründer für den Kauf eines Unternehmens entscheiden, um nicht kurze Zeit später Insolvenz anmelden zu müssen.

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