Fehlendes Kapital für Existenzgründer

16. Dezember 2009 von JK

In Deutschland ist in Zeiten der Krise und der Rezession ein Anstieg der Existenzgründungen zu verzeichnen. Viele sehen die Selbstständigkeit als Ausweg aus der (drohenden) Arbeitslosigkeit. Doch vor dem Hintergrund der Finanzkrise halten sich Banken und Kreditinstitute derzeit bei der Finanzierung von Gründungen stark zurück. Auch Wagniskapital ist in Deutschland eher rar. Und auch bei den Gründern ist das private Eigenkapital für den Aufbau der Selbstständigkeit knapp.

Nachfrage nach Gründungskapital

Die Nachfrage nach frischem Kapital ist vorhanden. Darauf lassen Berichte von deutschen Beteiligungsgesellschaften schließen. Die Nachfrage ergibt sich aus der zögernden Haltung von Banken bei der Vergabe von Krediten an Existenzgründer und jüngere Unternehmen.

Qualität nimmt zu

Auch die Qualität der geplanten Gründungen nimmt deutlich zu. In Anbetracht der erhöhten Konkurrenz um die knappen Krediten und das rare Wagniskapital in Deutschland, haben sich viele Gründer sehr gut auf die Beantragung von Krediten vorbereitet.

Die Qualität der geplanten Gründungen steigt auch vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosenzahlen. Konnten bisher Arbeitnehmer über Kurzarbeit im Unternehmen gehalten werden, kommt nach dem Auslaufen des Kurzarbeitsgeldes wahrscheinlich eine Entlassungswelle auf den Arbeitsmarkt zu. In diesem Zusammenhang werden wohl auch viele hochqualifizierte Arbeitnehmer ihre Arbeit verlieren. Um der drohenden Arbeitslosigkeit zu entgehen, wagen gerade diese Arbeitnehmer vermehrt den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie bringen viel fachliches Know-how und Erfahrung mit.

Vor allem in der Krise ziehen sich Großkonzerne auf ihre Kernkompetenzen zurück. Forschung und Entwicklung sind meist die Bereiche, in denen zuerst gespart wird. Daher werden vor allem aus diesem Bereich viele Existenzgründer in den kommenden Monaten auf den Markt drängen.

Finanzierungsmöglichkeiten

Gerade im Bereich Forschung und Entwicklung werden große Summen benötigt. Das gilt auch für Existenzgründer. Diese Gelder sind jedoch kaum über Kredite abzudecken. An dieser Stelle bieten sich Wagniskapitalgeber an, die mit ihren Fonds die Entwicklung neuer Ideen und Technologien unterstützen können. Allerdings ist die Wagniskapital-Branche in Deutschland noch relativ klein, Im Gegensatz zu den USA, wo die Branche zwanzigmal so groß ist. Von den Wagniskapitalgebern profitieren vor allem junge und forschende Unternehmen. Durch die Entwicklung neuer Technologien werden nicht nur Prozesse und Verfahren optimiert oder revolutioniert, sondern auch neue Arbeitsplätze geschaffen.

Wer sich als Existenzgründer nicht im Millionen-Euro Bereich bewegt, kann sich auch der Dienste einer Bürgschaftsbank bedienen. In Hessen steht jedem hessischen Existenzgründer und Jung-Unternehmer der Weg zur Bürgschaftsbank Hessen offen. Als Förderbank übernimmt die Bürgschaftsbank Hessen gegenüber Kreditinstituten Bürgschaften für Existenzgründer und Unternehmer aus Hessen, wenn deren zu finanzierende Vorhaben sinnvoll und Erfolg versprechend sind.

Sie übernimmt Bürgschaften für Investitionsfinanzierungen bis zu 80 Prozent und für Betriebsmittelfinanzierungen bis zu 60 Prozent der Kreditsumme. Der Bürgschaftshöchstbetrag beträgt dabei 2,0 Millionen Euro (nach dem 31.12.2010  wieder 1,0 Millionen. Euro).

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