Unternehmensnachfolge richtig planen, Teil II
Im ersten Teil ging es darum, wie Unternehmensinhaber geeignete Kandidaten innerhalb der Familie finden können. Dabei kann es sinnvoll sein, auf spezialisierte Berater und Institute zurückzugreifen. Durch Assesments können die Fähigkeiten und Fertigkeiten der potentiellen Nachfolger festgestellt und überprüft werden. Im zweiten Teil des Beitrags geht es darum, wie auf Grundlage der Ergebnisse eines Assesments entsprechende Pläne für die weitere Ausbildung und persönliche Entwicklung erstellt werden können.
Entwicklung des Unternehmensnachfolgers
Basierend auf den Ergebnissen des Assesments, kann in Absprache mit dem Unternehmensinhaber, dem Nachfolger sowie Trainern und Coachs ein individueller Entwicklungsplan für den Unternehmensnachfolger entwickelt werden. Dadurch können im Assesment festgestellte Defizite gezielt bearbeitet werden, um den Nachfolger optimal vorzubereiten. Darüber hinaus dient das Assesment zur generellen Feststellung, ob das zur Übernahme auserkorene Familienmitglied überhaupt geeignet ist, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen oder nicht.
Vor allem der letzte Punkt ist enorm wichtig für den weiteren Nachfolgefahrplan. Der Firmeninhaber muss genau überlegen, ob es sich lohnt den bisher als Nachfolger Auserkorenen weiter auf die Nachfolge vorzubereiten oder aber frühzeitig über Alternativen nachzudenken. An dieser Stelle ist ein offener und ehrlicher Umgang aller Beteiligten absolut notwendig, wenn der Generationenwechsel reibungslos über die Bühne gehen und das Unternehmen langfristig gesichert werden soll. Hier ist es sicher auch ratsam, noch einmal über die Idee eines aktiven Familienbeirats im Unternehmen nachzudenken. Daher ist ein Assesment über die persönliche Eignung des Nachfolgers zur Sicherung des Fortbestandes des familiengeführten Unternehmens von wesentlicher Bedeutung.
Rechtzeitige Vorbereitung
Die frühzeitige und rechtzeitige Vorbereitung auf die Unternehmensnachfolge ist von großer Bedeutung. Zum einen können so im Assesment erkannte Mängel, beispielsweise im Bereich betriebliche Grundlagen oder Produkt- und Marktwissen, ausgeglichen werden. Auf der anderen Seite sollte der Entwicklungsplan des Nachfolgers auch Grundkompetenzen einer klassischen Managementausbildung enthalten. Der Vorteil eines solchen integrierten Konzepts ist, dass der Nachfolger frühzeitig im eigenen Unternehmen erlernte Kenntnisse und Fähigkeiten sofort in die Praxis umsetzen und auf die Erfahrungen und Anleitung des Seniors zurückgreifen kann. Dadurch wird der Nachfolger nicht ins kalte Wasser geworfen und der bisherige Unternehmensinhaber kann sich Schritt für Schritt aus dem Geschäft zurückziehen.
Familienunternehmen sollten sich bereits früh mit dem Thema der Nachfolge auseinandersetzen. Dazu gehört auch in der Familie nachzuschauen, wer überhaupt zur Nachfolge bereit wäre und für wen es nicht in Frage kommt. Der Nachwuchs sollte langsam aber kontinuierlich auf seine neue Rolle vorbereitet und immer wieder für das eigene Unternehmen begeistert werden. Eine gute Ausbildung und ein hoher Grad an Motivation sind die besten Garanten für einen erfolgreichen Generationenwechsel im Familienunternehmen.
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