Am Anfang stehen Gründer oft allein da

18. Januar 2010 von JK

Die Finanzierung einer Existenzgründung ist für viele Gründer noch immer eine heikle Sache. Jungunternehmer werden von den Banken in der Regel als Risiko eingestuft. Vor allem in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise haben es Gründer immer schwerer an Gründungskapital zu guten Konditionen zu kommen. In diesen Fällen springen beispielsweise staatliche Förderbanken.

Mangelnde Unterstützung

Spätestens wenn die Wirtschaftskrise auch die vom Gründer gewählte Branche trifft, die Zahlungsmoral der Kunden nachlässt und das Eigenkapital aufgebraucht ist, brauchen die meisten finanzielle Unterstützung durch die Hausbank. Doch die wenigsten Existenzgründer verfügen am Anfang ihrer Selbstständigkeit über ausreichend Sicherheiten, die für einen Kredit von der Hausbank benötigt werden.

Die Bundesregierung hat zwar im vergangenen Jahr einige Pakte für die Wirtschaft in der Krise aufgelegt, doch spezielle Programme für Existenzgründer und Selbstständige in der Krise gibt es bislang nicht. Die Bundesregierung hatte bei ihrem Amtsantritt versprochen, die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit weiter fördern zu wollen. Doch bislang müssen Existenzgründer mit den selben finanziellen Mitteln auskommen, wie vor der Krise. An den öffentlichen Förderprogrammen hat sich bislang wenig bis gar nichts getan, denn die Konjunkturpakte der Bundesregierung sind bisweilen nur für bereits bestehende Unternehmen gedacht.

Fördermöglichkeiten voll ausnutzen

Für Existenzgründer und Jungunternehmer ist es vor diesem Hintergrund besonders wichtig, die vorhandenen Fördermöglichkeiten voll auszuschöpfen. Dabei können die Gründer auf eine Vielzahl staatlicher Instrumente zurückgreifen. Neben der staatlichen Förderbank KfW seien hier die immer wichtiger werdenden Bürgschaftsbanken aber auch Kapitalbeteiligungsgesellschaften zu nennen. Bürgschaftsbanken – wie die Bürgschaftsbank Hessen – stellen Existenzgründern und Selbstständigen spezielle Bürgschaften zur Verfügung, die sie für die Aufnahme von preiswerten Krediten bei ihrer Hausbank dringend benötigen.

Die Programme der Bürgschaftsbanken sind speziell auf Gründer, Selbstständige und klein- und mittelständische Unternehmen ausgerichtet, um das Risiko für die Hausbank bei einer Aufnahme eines Kredits so gering wie möglich zu halten. Dabei liegt die Absicherung bei bis zu 80 Prozent des geplanten Kreditvolumens, maximal aber bei 1,5 Millionen Euro.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, dass sich Existenzgründer vollständig von der Bankhaftung befreite Nachrangdarlehen sowie stille Beteiligungen – etwa durch Beteiligungsgesellschaften – ins Haus holen. Damit kann vor allem in Krisenzeiten das Eigenkapital deutlich aufgebessert werden.

Finanzierungsvolumen gesunken

Laut interner statistischer Erhebungen einiger staatlicher Förderbanken ist zwar die Zahl der Gründerkredite gleich geblieben, aber das Finanzierungsvolumen ist deutlich zurückgegangen. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass nicht nur die Banken vorsichtiger bei der Vergabe von Krediten geworden sind, sondern auch die Gründer selbst. Im Moment spricht einiges dafür, dass die derzeitigen Existenzgründer erst mal klein anfangen wollen. Große Unternehmensübernahmen, beispielsweise in Folge einer Unternehmensnachfolge oder finanziell aufwendige Investitionen sind derzeit eher rückläufig.

Beratung

Experten empfehlen Existenzgründern, die in dieser Zeit den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollen, sich vorher ausführlich über die unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Je besser ein Gründer und Jungunternehmer über die verschiedenen Finanzierungsinstrumente bescheidweiß, desto erfolgreicher verlaufen in der Regel auch die Vorhaben. Darüber hinaus verbessert eine gründliche Vorbereitung die Chance im Bankgespräch auf den begehrten Kredit.

Tipp

Viele staatliche Fördermittel für Existenzgründer müssen nicht zum Zeitpunkt der Gründung genutzt werden. Die meisten Jungunternehmer und Selbstständige wissen nicht, dass viele Fördermittel auch bis zu drei Jahren nach der Gründung beantragt werden können. Außerdem werden einige Hilfen sogar rückwirkend vergeben. Allen Gründern und Selbstständigen sei daher geraten, die staatlichen Fördermittel voll auszuschöpfen und zu nutzen, um die schwierigen ersten drei Jahre nach der Existenzgründung besser zu überstehen.

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Eine Reaktion

  1. Starthilfe bei der Existenzgründung | Bürgschaft ohne Bank

    [...] machen, dass das Interesse der Banken an einer Anschubfinanzierung eher gering ausfällt. Die Enttäuschung der Gründer ist hoch, weil sie von ihrer Hausbank entsprechende Hilfen erwarten. Dabei ist das [...]

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