Lage zur Kapitalversorgung

12. März 2010 von JK

Unter Existenzgründern und Mittelständlern ist der klassische Bankkredit immer noch das weitverbreitetste Mittel zur Unternehmensfinanzierung. Die noch immer anhaltende Wirtschaftskrise stellte viele Mittelständler vor ein Problem: Vor dem Hintergrund rückläufiger Margen für die Banken und sinkendem Kreditvolumens, verschlechterte sich ihre Situation weiter. Vor allem kleinere Unternehmen spüren immer größere Hürden für den Zugang zum Kapitalmarkt.

Aber nicht nur klein- und mittelständische Unternehmen bekommen die Verschärfung auf dem Kreditmarkt zu spüren. Auch größere Mittelständler haben immer mehr Probleme, frisches Kapital zu erhalten. Generell würde ihnen als Alternative die Kapitalbesorgung über einen Börsengang offen stehen, doch die meisten scheuen einen solchen Schritt.

Mit dem Aufschwung wächst der Kapitalbedarf

Für den Mittelstand wie auch für Existenzgründer ist die Bereitstellung von ausreichenden Krediten zu günstigen Konditionen existentiell. Vor allem in Zeiten der abklingenden Krise und erst Recht mit dem Einsetzen des Aufschwungs ist der Bedarf an frischem Kapital in allen Unternehmen besonders hoch. Doch Untersuchungen der Bundesbank trüben die Aussichten: Das Kreditvolumen für Unternehmen ist seit Beginn 2009 um etwa drei Prozent gesunken. Das Neugeschäft der Banken und Kreditinstitute ist im gleichen Zeitraum um fast zehn Prozent gesunken. Wirft man jedoch einen Blick auf die Neugeschäftszahlen, so findet man hier auch einige positive Entwicklungen. Der Umfang von Neukrediten mit kleinerem Volumen ist um 7,1 Prozent gestiegen. Experten ziehen daraus den Schluss, dass die Versorgung des Mittelstands mit Krediten auch während der Hochzeit der Krise gewährleistet war – bei entsprechend hohen Bedingungen.

Die relativen Kreditkosten für mittelständische Unternehmen sind laut Finanzexperten um etwa 50 Prozent gestiegen. Im September 2009 lagen die Kreditkosten mit 1,84 Prozentpunkten über den sogenannten Refinanzierungskosten der Banken. Bisher hat sich aber die Verteuerung der Kredite noch nicht auf die Ertragsrechnung der Unternehmen ausgewirkt.

Banken brauchen mehr Eigenkapital

Auf mittelfristige Sicht dürfte sich die Situation nach Meinung von Finanzmarktexperten nicht verbessern. Als Grund dafür sehen sie die steigenden Kapitalanforderungen an die Banken bei der Kreditvergabe. Das heißt, wenn früher eine sogenannte Kernkapitalquote im engeren Sinne von etwa vier bis fünf Prozent völlig ausreichte, ist derzeit mit einer Erhöhung auf bis zu acht Prozent zu rechnen. Das bedeutet für die Banken, dass sie sich selbst mehr Eigenkapital besorgen oder aber ihre Bilanzsumme verringern müssen. Doch gerade für Sparkassen oder Genossenschaftsbanken, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben, wird eine Kapitalerhöhung nicht in Frage kommen können.

Die Folge davon ist, dass solche Kreditinstitute wahrscheinlich auch in Zukunft die Vergabe von Krediten beschränken werden müssen. Ein weiterer Anstieg der Kreditkosten wird somit unvermeidlich. Sollte in diesem Zusammenhang auch noch die Zinsen steigen, könnte das die Refinanzierungsmöglichkeiten des Mittelstandes weiter belasten.

Alternativen zum Bankkredit

Für klein- und mittelständische Unternehmen müssen daher Finanzierungsalternativen zur Verfügung gestellt werden. Wenn sich Bankkredite weiter verteuern, werden die alternativen Finanzmittel weiter an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, zum Beispiel Factoring oder Leasing. Für größere mittelständische Unternehmen bedeutet eine Verteuerung der Kredite, dass sie sich wohl vermehrt mit den Möglichkeiten eines direkten Zugangs zum Kapitalmarkt –an der Börse – auseinandersetzen müssen.

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Eine Reaktion

  1. Freiräume schaffen | Bürgschaft ohne Bank

    [...] viele Mittelständler ist der Zugang zu Krediten immer noch erschwert. Durch eine Bürgschaft, wie etwa der Bürgschaftsbank Hessen, können Unternehmen die benötigten [...]

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