Steuerungsinstrumente zur Kennzahlermittlung

1. April 2010 von JK

Immer noch sind in den meisten mittelständischen Betrieben Entscheidungen aus dem Bauch heraus vorherrschend. Zwar kann ein gewisses Gespür für Chancen und Möglichkeiten im Geschäftsleben von großem Vorteil sein, aber wer sich nur auf sein Bauchgefühl verlässt, kann auch schnell mal daneben liegen. Gerade für Existenzgründer und Selbständige sind betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente wichtig, um bei der Beschaffung der benötigten Kredite relevante Kennzahlen vorlegen zu können.

Kennzahlen erleichtern Kreditaufnahme

Zunächst ist natürlich festzustellen, dass wer sich auf seinen Bauch verlässt nicht unbedingt immer schlechter damit fahren muss. Es gibt viele Unternehmerpersönlichkeiten, die allein aufgrund ihres Bauchgefühls so erfolgreich wurden, wie sie heute sind.

Doch wer einen Kredit für neue Vorhaben und Investitionen braucht, der kommt mit einem Bauchgefühl nicht weiter. Spätestens beim Bankgespräch ist Schluss. Banken können ein Bauchgefühl schlecht bewerten. Wer nicht konkrete Zahlen vorlegen kann, der wird auch keinen Kredit bekommen, was schnell die gesamte Existenz kosten kann. Vor allem für Gründer sind Kennzahlen beim Kreditgespräch mit ihrer Hausbank ein unschätzbarer Vorteil auf dem Weg in die Selbständigkeit.

Viele Mittelständler setzen heute bereits auf Kennzahlsysteme zur betriebswirtschaftlichen Steuerung. Am weitesten verbreitet ist das System der Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA). Dieses Zahlensystem wird monatlich vom Steuerberater erstellt. Es gibt dem Unternehmer schnell Auskunft über alle laufenden Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens. Mit Hilfe der BWA kann der Unternehmer sofort sehen, wenn etwas nicht wie geplant läuft.

Ergänzt wird die BWA oft durch eine Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung. Diese Planung ist regelmäßig Grundlage für betriebswirtschaftliche Entscheidungen des Unternehmens. Ein weiterer Vorteil der Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung ist, dass sie auch Grundlage für das Rating bei der Kreditentscheidung der Bank ist. Existenzgründer sollten sich von Anfang an mit einer solchen Planung intensiv auseinandersetzen. Nicht umsonst sollte die Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung im Businessplan ein eigenes Kapital umfassen. Banken und Investoren widmen diesen Ausführungen besonderes Interesse.

Erfahrung und Zahlen

Zahlen können jedoch nicht alles sein. Kennzahlen ermöglichen zwar einen umfassenden Blick auf das Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven, doch man muss mit ihnen auch inhaltlich umgehen können. Die Interpretation der Kennzahlen hilft Unternehmern bei der Standortbestimmung und Identifikation ihres Unternehmens. Dazu gehört aber ein gewisser Grad an Erfahrung, der sich meist erst im Laufe der Geschäftstätigkeit einstellt. Externe Berater und Rechnungsprüfer können bei der Interpretation der Kennzahlen behilflich sein.

In welchen Umfang man sich für externe Hilfe entscheidet, ist abhängig vom eignen Geschäftsmodell, der Branche und dem Angebot. Was für den einen von existentieller Bedeutung sein kann, ist für den anderen nur unnötige Zusatzkosten. Der Unternehmer muss daher selbst die Entscheidung treffen, ob eine externe Beratung von Vorteil ist oder ob die von ihm eingesetzten betriebswirtschaftlichen Steuerungselemente ausreichend für das Unternehmen sind.

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Eine Reaktion

  1. Gute Noten | Bürgschaft ohne Bank

    [...] Kapitalmarkt ist nach wie vor schwer. Viele Mittelständler stehen vor dem Problem, mit den selben Kennzahlen ihres Unternehmens von verschiedenen Banken unterschiedlich bewertet zu werden und entsprechend [...]

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