Rating bei Existenzgründern
Ratings von Banken sind ein heißdiskutiertes Thema. Jeder, der ein Darlehen von einer Bank in Anspruch nehmen möchte, wird von der Bank oder dem Kreditinstitut einem internen Rating unterzogen. Bei bestehenden Unternehmen werden beispielsweise Daten aus der Vergangenheit analysiert und bei der Bewertung für die Zukunft berücksichtigt. Bei Existenzgründern dagegen spielen vor allem die Daten aus dem Businessplan eine entscheidende Rolle.
Ratings
Bei einem Rating durch eine Bank stehen qualitative und quantitative Faktoren im Vordergrund. Braucht etwa ein Unternehmen einen Kredit, so analysiert die Bank das Vorhaben sehr gründlich. Das Ergebnis dieser Analyse bildet die Grundlage für das Rating des Unternehmens durch die Bank. Dabei ist das Rating eine in Zahlen ausgedrückte Wahrscheinlichkeit, ob das untersuchte Unternehmen innerhalb des nächsten Jahres ab dem Ratingzeitpunkt in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnte.
Die Ratings der Banken sind zum Teil sehr unterschiedlichen und weichen oft voneinander ab. Der Grund liegt darin, dass es bisher keine einheitlich definierten Bewertungskriterien gibt. Jede Bank und jedes Kreditinstitut legt die Bewertungsmaßstäbe selbst fest. Gleich ist bei allen Banken aber, dass das Ergebnis eines Ratings die Vergabe eines Kredites und dessen Konditionen maßgeblich beeinflusst..
Einflussgröße Branche?
Existenzgründer, die zu Beginn ihrer Selbständigkeit einen Bankkredit benötigen, stellen sich häufig die Frage, ob die gewählte Branche das Rating der Bank beeinflusst oder nicht. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Branche einen gewissen Einfluss auf das bankinterne Rating hat. Die meisten Kreditgeber greifen auf spezialisierte Ratingagenturen zurück. Damit Existenzgründer einen Überblick kommen, welche Branche wie das Rating beeinflusst, kann man sich beispielsweise bei der Feri EuroRating Services AG einen Überblick über das Branchenrating verschaffen (Menü: „Rating & Research“).
Derzeit werden nur sehr wenige Branchen überhaupt mit „gut“ oder besser beurteilt. Es sollte jedoch dabei bedacht werden, dass die Agenturbewertungen sich auf eine Branche insgesamt, nicht aber auf einen Einzelfall beziehen. Die Einzelfallentscheidung trifft allein der Kreditgeber. Der Hintergrund ist einfach: Es gibt in jeder Branche attraktive und weniger attraktive Vorhaben. Die Agenturen können nur einen Gesamtüberblick geben. Die Bewertung des jeweiligen Vorhabens aber ist allein dem Kreditgeber vorbehalten.
Praktisch bedeutet das: Auch wenn die Branche, in der der Existenzgründer tätig werden will, ein schlechtes Rating hat, das Vorhaben aber als attraktiv von der Bank bewertet wird, stehen die Chancen für ein Kredit mit ordentlichen Konditionen recht gut. Ein schlechtes Branchenrating ist in diesem Fall kein K.O.-Kriterium für ein Darlehen.
Zinssatz und Rating
Der Zinssatz und das Rating stehen in einer engen Beziehung zueinander. Von Unternehmen oder Vorhaben mit einem schlechten Rating müssen Banken ein höheres Eigenkapital verlangen, als bei einem besseren Rating. Ein Darlehen für eine Unternehmung mit einem niedrigen Rating ist für die Bank generell ein höheres Risiko. Das heißt, für die Bank wird ein solche Darlehen teurer. Das Risiko der Bank drückt sich im Zinssatz des Darlehens aus. Das heißt, wenn ein Unternehmen oder ein Existenzgründer nur über ein niedriges Rating verfügt, muss für das Darlehen ein höherer Zinssatz gezahlt werden. Der Zinssatz ist also der Preis für das Darlehen, der vom Kreditnehmer gezahlt werden muss. Durch Sicherheiten, wie etwa einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank Hessen, kann das Rating positiv beeinflusst werden, was wiederum direkten Einfluss auf den Zinssatz haben kann.
Bei der Kreditvergabe allerdings sollte unterschieden werden, ob es sich um eine Geschäftsbank oder eine Förderbank handelt. Geschäftsbanken folgen dem oben skizzierten Weg. Förderbanken dagegen unterscheiden zwei Kategorien von Kreditnehmern:
- Existenzgründer
Bei Förderbanken ist es unüblich einen Risikoaufschlag in Form eines höheren Zinssatzes von Existenzgründern zu verlangen. Grundlage für dieses Verhalten von Förderbanken ist, dass bei einer Existenzgründung das Risiko ohnehin schwer zu bewerten ist. Die Finanzierung durch eine Förderbank hat aber direkte Auswirkungen auf das Rating einer Geschäftsbank, z.B. wenn es um einen ergänzenden Kontokorrentkredit geht.
- Bestehende Unternehmen
Förderbanken vergeben auch vereinzelt Darlehen an bereits bestehende Unternehmen. Auch diese speziellen Darlehen sind dann nicht mit einem Risikoaufschlag bei der Zinsberechnung verbunden. Genau wie bei Existenzgründern hat die Finanzierung durch eine Förderbank Auswirkungen auf das Rating einer Geschäftsbank.
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29. November 2010 at 01Europe/BerlinMon, 29 Nov 2010 09:01:17 +0000
[...] ein Kredit – in welcher Form auch immer – beantragt, beginnt das Rating-Verfahren. Dabei wird der Kreditnehmer von der jeweiligen Bank bzw. Kreditinstitut auf Herz und [...]