Selbständigkeit für jeden Dritten eine Alternative
Für jeden dritten Deutschen wird die Selbständigkeit als Alternative zum Angestelltenverhältnis immer attraktiver. Was aber viele davon abhält, ist die Angst zu scheitern. Zu diesem Ergebnis kam das Entrepreneurchip Center der Ludwig-Maximilian-Universität in München.
Befragung zum Gründungsverhalten
Im Auftrag des amerikanischen Direktvertriebsunternehmens Amway befragte das Entrepreneurchip Center der Ludwig-Maximilian-Universität in München 2.000 Deutsche ab 14 Jahren über ihre Einstellung zum Thema Existenzgründung und Selbständigkeit.
Interessantes Ergebnis der Befragung ist, dass vor allem bei den jüngeren Umfrageteilnehmern das Interesse am Thema Selbständigkeit besonders hoch ist. Insgesamt kann sich jeder Dritte Befragte im Alter zwischen 14 und 29 Jahren vorstellen, sich mit einer Existenzgründung selbständig zu machen.
Als wichtigster Grund für eine Selbständigkeit ist nach Angaben der Umfrageteilnehmer der Wunsch nach Unabhängigkeit (58 Prozent). 44 Prozent gaben „zusätzliche Verdienstmöglichkeiten“ und 42 Prozent „Eigeninitiative und Selbstverwirklichung“ als Grund für eine Existenzgründung an.
Angst zu scheitern
Die Angst zu scheitern ist bei den meisten Befragten groß. So gaben zwei Drittel an, dass sie eine Selbständigkeit zunächst einmal erst als Nebenerwerb betreiben würden und ein Angestelltenverhältnis zur Absicherung einer möglichen späteren hauptberuflichen Selbständigkeit bevorzugen. Etwa 30 Prozent würden zunächst Erfahrung als Angestellter sammeln, bevor sie die Selbständigkeit hauptberuflich betreiben. Nur für gut ein Fünftel der Umfrageteilnehmer kommt eine sofortige Selbständigkeit als Haupterwerb in Frage.
Diese Zahlen verdeutlichen die Angst der Deutschen zu scheitern. 70 Prozent halten eine Selbständigkeit für riskant und 37 Prozent sind davon überzeugt, dass eine Existenzgründung nur schwer umzusetzen ist. Besonders mangelnde Wirtschaftskenntnisse (73 Prozent), geringe Risikobereitschaft (71 Prozent) und fehlendes Startkapital (85 Prozent) sind für die meisten Befragten die größten Hürden auf dem Weg in die Selbständigkeit. Mangelnde Wirtschaftskenntnisse lassen sich durch spezielle Ausbildungsprogramme für Existenzgründer beheben. Fehlendes Startkapital dagegen lässt sich durch allerhand finanzielle Förderprogramme, wie etwa das Programm „Bürgschaft ohne Bank“ der Bürgschaftsbank Hessen, besorgen.
In ganz Europa ist die finanzielle Förderung von Existenzgründung nirgendwo besser als in Deutschland. Das Problem ist jedoch, dass kaum einer die Angebote kennt.
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