41 Prozent aller Gründer sind Frauen

7. Juni 2010 von JK

Bei Existenzgründungen stehen nach wie vor Männer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Dabei sind bereits 41 Prozent aller Gründer Frauen. Frauen gründen anders als Männer. Und auch die Unterschiede zwischen weiblichen Gründern aus dem Osten und Westen der Republik sind größer als bisher angenommen.

Warum Frauen gründen

Für 80 Prozent der Frauen ohne Kinder ist Unzufriedenheit mit der Festanstellung ein wichtiger Grund für eine Existenzgründung. Sie haben das Gefühl, dass sie ihr Wissen und ihr Können als Angestellte nicht ausreichend in das Unternehmen einbringen können. Das ist eines der Ergebnisse des Forschungsprojekts mit dem Titel „Ladies First!“. In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Entrepreneurship an der European Business School (EBS) mit dem betriebswirtschaftlichen Institut für empirische Gründungs- und Organisationsforschung (Bifego) wurden knapp 300 hauptberufliche Unternehmerinnen aus ganz Deutschland zur ihren Beweggründen für eine Existenzgründung befragt.

Zahl der Existenzgründungen

In Deutschland ist es so, dass vor allem in Zeiten der wirtschaftlichen Krise die Zahl der Existenzgründungen steigt, so auch auf dem vorläufigen Höhepunkt der Wirtschaftskrise in Deutschland 2009. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) zählte im vergangenen Jahr 410.000 Neugründungen. 2008 waren 41 Prozent aller Existenzgründer Frauen.

Unterschiede

Die aktuelle Studie hat gezeigt, dass es große Unterschiede im Bezug auf das Gründungsmotiv der Frauen in Ost- und Westdeutschland gibt. Selbstbestimmung und eine freie Zeiteinteilung stehen für die Gründerinnen im Westen im Vordergrund. Für Frauen im Osten der Republik dagegen sind vor allem die monetären Anreize der Grund zur Selbständigkeit. Drei Viertel der Befragten aus Ostdeutschland verbinden mit einer Existenzgründung die Hoffnung mehr als im Angestelltenverhältnis verdienen zu können. Für 63 Prozent der Gründerinnen ist (drohende) Arbeitslosigkeit das Hauptmotiv zur Selbständigkeit. Damit stehen sie ihren männlichen Kollegen in nichts nach.

Was Ost und West verbindet ist die Unzufriedenheit im Angestelltendasein. Daher gaben 79 der Befragten an, dass sie mit ihrer Festanstellung und dem Einkommen unzufrieden waren. 42 Prozent gaben darüber hinaus Probleme mit dem Führungsverhalten der Vorgesetzten an.

Interessant ist der Zusammenhang zwischen der Selbständigkeit und der Übernahme von Verantwortung im Kindesalter. So erklärten 80 Prozent der Gründerinnen, dass sie bereits vor dem zwölften Lebensjahr im Haushalt der Eltern Verantwortung für verschiedene Dinge und Aufgaben übernehmen mussten. Darüber hinaus arbeitete etwa ein Drittel der Befragten Frauen ab dem 13. Lebensjahr regelmäßig bis zu zehn Stunden in der Woche im elterlichen Betrieb.

Viele Steine

Die meisten Gründerinnen berichteten, dass ihr Weg in die Selbständigkeit sehr lang und beschwerlich war. Auch eine langjährige Planung konnte die Schwierigkeiten nicht verringern. Vor allem mit der Gründungsfinanzierung hatten 65 Prozent besondere Probleme.

Daher waren Freunde und vor allem die Familie am Beginn der Selbständigkeit für die Frauen besonders wichtig. 76 Prozent der Gründerinnen betrachten die Unterstützung des Lebenspartners als wesentlich. Fehlt die Unterstützung durch den Lebenspartner, sind nur noch drei Prozent bereit, trotzdem den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

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Eine Reaktion

  1. Martha

    So ein Schritt sollte auch gut überlegt sein. Schon allein der Businessplan stellt eine Riesenhürde dar. Da braucht man natürlich Unterstützung. Gerade auch im ersten Jahr, wenn das Geschäft anläuft – oder auch nicht. Dieses Risiko ist leider immer vorhanden.

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