Freiräume schaffen
Nach wie vor ist für viele Mittelständler der Zugang zu Krediten erschwert. Durch Fremdkapital wird die Eigenkapitalquote der Unternehmen nach unten gedrückt, was sich meist negativ auf die Aufnahme neuer Kredite auswirken kann. Eine mögliche Lösung dieses Problems ist neben einer Bürgschaft, wie etwa von der Bürgschaftsbank Hessen, das Factoring.
Positive Aussichten
Für die nächste Zeit signalisieren die Umfrageinstitute und Wirtschaftsexperten einen positiven Anstieg der Konjunktur. Für viele klein- und mittelständische Unternehmen wird es daher immer wichtiger an neues Kapital zu kommen. Die Auftragsbücher füllen sich allmählich wieder. Das bedeutet aber auch, dass die Unternehmen zunächst in Vorleistung gehen müssen.
Finanzexperten gehen daher davon aus, dass im Jahr 2010 die Unternehmensfinanzierung entsprechend hoch sein wird. Doch durch die langanhaltende Wirtschaftskrise ist bei vielen Mittelständler das Eigenkapitalpolster deutlich geschrumpft. Die Reserven sind nahezu aufgebraucht.
Kreditzugang noch immer erschwert
Für viele Mittelständler ist der Zugang zu Krediten immer noch erschwert. Durch eine Bürgschaft, wie etwa der Bürgschaftsbank Hessen, können Unternehmen die benötigten Sicherheiten erhalten, die sie für die Aufnahme neuer Kredite brauchen. Eine andere Möglichkeit der Finanzierung ist das Factoring.
Factoring
Beim Factoring kauft der so genannte Factor die Forderungen des Unternehmens auf. Der Factor übernimmt in der Regel auch das Mahn- und Inkassowesen. Er zahlt meist zwischen 80 und 90 Prozent der Forderung sofort an das Unternehmen. Der Rest wird nach dem Eingang der Forderung an das Unternehmen ausgezahlt. Die Factoring-Gebühren liegen zwischen 0,5 und zwei Prozent des Jahresumsatzes des Kunden. Das heißt, die Zinsen des Factors liegen in der Regel leicht unter den marktüblichen Zinsen für einen Kontokorrentkredit.
Der Vorteil für die Unternehmen ist, dass sie durch Factoring schnell zu Liquidität kommen. Dadurch verbessert sich ihr Firmenrating, was sich wiederum positiv auf die Kreditbeschaffung auswirkt. Ein Verkauf der Forderungen an einen Factor verkürzt die Bilanz des Unternehmens und erhöht die Eigenkapitalquote. Bonität, Rendite und Ertragskraft des Unternehmens verbessern sich deutlich, da weder ein Wertberechtigungs- noch ein Abschreibungsbedarf besteht. Durch den Verkauf der Forderung erhält das Unternehmen dringend benötigte liquide Mittel für die Beschaffung von Waren und Gütern bei ihren Lieferanten. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil des Factorings ist, dass der Ausfall einer Forderung durch den Factor abgesichert ist. Mit dem Verkauf der Forderung geht auch das Ausfallrisiko der Forderung an den Factor über.
Breite Finanzierungsgrundlage
Für Unternehmer aber auch Selbständige und Existenzgründer ist es wichtig, dass sie ihre Finanzierung eine breite Basis stellen. Vor allem vor dem Hintergrund der Zahlungsmoral einiger Kunden oder dem Ausfall von Forderungen, sollte sich die Finanzierung nicht nur auf ein Instrument konzentrieren.
Als Ergänzung zum klassischen Kredit bieten sich neben Factoring auch Instrumente wie Leasing, Mezzanine, Venture Capital oder Privat Equity an. Seit einigen Jahren erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit und sind gut geeignet die Finanzierung auf eine möglichst breite Grundlage zu stellen.
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25. August 2010 at 00Europe/BerlinWed, 25 Aug 2010 09:00:43 +0000
…sehr informative, klasse Artikel vor allem das Factoring ist hochinteressant. Ob das in der Praxis auch so klappt, ist noch eine spannenden Frage. Aber gut, ich schau mir das nochmal genauer an.
Vielen Dank für die Anregung.
Gruss Wolfgang