Berufunfähigkeit

9. September 2011 von JK

Berufsunfähigkeit tritt häufiger ein als man denkt. Jedes Auto ist in Deutschland besser versichert als so manch einer gegen eine drohende Berufsunfähigkeit.

Berufsunfähigkeit

Für Autos gibt es in Deutschland schon lange eine Kfz-Haftpflicht. Gegen Berufsunfähigkeit dagegen gibt es keine Versicherungspflicht, obwohl dies durchaus wünschenswert wäre.

In Deutschland muss etwa jeder vierte vor erreichen der gesetzlichen Altersgrenze vorzeitig aus dem Beruf wegen Krankheit oder einem Unfall ausscheiden. Jährlich werden hierzulande 400.000 Anträge auf eine Erwerbsminderungsrente gestellt.

Etwa die Hälfte aller Berufsunfähigen ist unter 55 Jahre alt; 26 Prozent sind sogar jünger als 45 Jahre. 69 Prozent aller Anträge auf eine Erwerbsminderungsrente wurden von Menschen unter 50 Jahren gestellt. Mit zunehmenden Alter und entsprechenden Vorerkrankungen wird es für Arbeitnehmer oder Selbstständige immer schwerer überhaupt noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Das heißt, eine solche Versicherung sollte in möglichst jungen Jahren abgeschlossen werden, mit entsprechend weniger Vorerkrankungen und daher geringeren Beiträgen.

Eine Berufsunfähigkeit tritt in der Regel nicht durch einen Unfall ein. In 89 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit sind Erkrankungen Auslöser gewesen. 30 Prozent davon sind psychisch bedingt, in 19 Prozent der Fälle sind Skelett-, Muskel- oder Bindegewebserkrankungen Auslösen, 15 Prozent sind auf Krebs und elf Prozent sind auf Herz/Kreislauf-Krankheiten zurückzuführen.

Die gesetzliche Rentenversicherung sichert keine Berufsunfähigkeit mehr ab. Für alle Menschen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, haben keinen gesetzlichen Berufsunfähigkeitsschutz mehr. Sie haben nur noch einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Im konkreten Fall heißt das, dass, wenn man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, man auf jegliche andere Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen wird, die man noch ausüben kann und wozu man noch körperlich in der Lage ist. Es gibt faktisch keinen Berufsunfähigkeitsschutz mehr im gesetzlich gesicherten Bereich.

Die Erwerbsminderungsrente, die man im erwerbsfähigen Alter bekommt, wenn man keine drei Stunden pro Tag mehr „irgendeine“ Tätigkeit nachgehen kann, beträgt für langjährig Versicherte nur rund 35 Prozent des gewohnten Einkommens (brutto). Wer mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, bekommt gar nur die Hälfte dieses Betrages. Wer mehr als sechs Stunden „irgendeiner“ Arbeit nachgehen kann, bekommt gar keine Erwerbsminderungsrente.

Darum sollten sich Arbeitnehmer wie Selbstständige frühzeitig um eine Berufsunfähigkeitsversicherung bemühen, um im Falle der Berufsunfähigkeit abgesichert zu sein.

Tags: , , , , , , ,
Abgelegt in: Aktuelles

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten: Die Kommentar-Moderation ist eingeschaltet, deshalb könnte Ihr Beitrag etwas später veröffentlicht werden. Sie brauchen Ihren Kommentar nicht mehrmals abzugeben.