Business-Angels

23. September 2011 von JK

Business-Angels haben sich zu einer wichtigen Säule bei der Finanzierung von Existenzgründern entwickelt. Dabei stellen sie nicht nur Kapital sondern auch Beratung, Know-how und Netzwerke zur Verfügung.

Investor und Berater

Business-Angels sind beides in einer Person: Kapitalgeber und Unternehmensberater. Sie sind in der Regel männlich, zwischen 35 und 65 Jahren alt, selbst erfolgreiche Existenzgründer und wollen ihr Wissen und ihre Erfahrungen an junge Existenzgründer weitergeben. Natürlich spielt auch die Rendite eine wichtige Rolle sowie die Lust am Abenteuer sich in etwas neues, in der Regel branchenfremdes, zu stürzen. Nach Schätzungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gibt es etwa 5.000 solcher Business-Angels in Deutschland – die meisten von ihnen in NRW, Bayern und Berlin.

Existenzgründer und Jungunternehmer profitieren von Business-Angels, weil diese beispielsweise Finanzierungslücken im Businessplan schnell erkennen, bei der Steuererklärung helfen und wertvoll Kontakte vermitteln. Business-Angels haben in der Regel die Erfahrungen einer Existenzgründung schon einmal (oder mehrfach) gemacht. Das heißt, sie können auch beurteilen, was das Unternehmen in der Startphase eher braucht und worauf sich die Gründer erst später konzentrieren sollten. Und natürlich werden Gründer in der Startphase ihres Unternehmens von Business-Angels auch finanziell unterstützt. Darüber hinaus sind Business-Angels auch ein willkommener Türöffner bei Banken und für andere Investoren.

In Deutschland investieren Business-Angels jährlich ca. 200 Millionen Euro in Existenzgründer und Jungunternehmer. In der Regel investieren sie zwischen 25.000 und 250.000 Euro pro Unternehmen und erhalten dafür durchschnittlich 25 Prozent der Unternehmensanteile. Dies hat das europäische Business-Angel-Netzwerk (eban) bei einer Untersuchung der Business-Angels in Deutschland herausgefunden. Die Renditechancen sind dabei beträchtlich: So bringt jedes vierte Unternehmen einem Business-Angel eine Rendite von über 50 Prozent ein. Allerdings ist das Risiko auch entsprechend hoch: Sie tragen allein das Risiko und durchschnittlich jedes dritte Unternehmen wird für die Investoren zum Totalverlust.

Zusammenfinden

Wie in einer Beziehung ist es zunächst schwer, den oder die richtige/n Business-Angel zu finden. Es kostet Existenzgründer und Jungunternehmen einiges an Arbeit, um einen Business-Angel für sich und ihre Geschäftsidee gewinnen zu können. Um den richtigen zu finden, können sich Interessenten an das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) wenden. Dieses koordiniert die Zusammenarbeit von über 30 regionalen Business-Angels-Netzwerken in Deutschland. Den Netzwerken kommt dabei eine besondere Rolle zu: Sie übernehmen die Vorauswahl und Vermittlung der Unternehmen an die Business-Angels. Darüber hinaus organisieren sie regelmäßig Veranstaltungen, bei denen sich Business-Angels und Unternehmer persönlich kennenlernen können.

Nachdem Gründer den Kontakt zu Business-Angels hergestellt haben, müssen sie diese von ihrer Geschäftsidee überzeugen. Am besten gelingt es, wenn sich die Idee von denen der am Markt bereits etablierten Konkurrenz absetzt. Auch die persönlichen Aspekte sollten nicht unterschätzt werden. So sollte zum Beispiel nicht nur die Chemie zwischen Gründerteams stimmen sondern auch zwischen den Gründern und dem Business-Angel. Der dritte Aspekt sind die Erfolgs- und Wachstumsaussichten der Geschäftsidee. Business-Angels sind als Investoren auch an Rendite interessiert.

Zusammenarbeit

Wenn sich Gründer und Business-Angel gefunden haben, sollte ein detaillierter Vertrag ausgearbeitet werden, in dem die Regeln der Zusammenarbeit festgehalten werden. Dabei sollten Existenzgründer und Jungunternehmer vor allem darauf achten, dass sie durch den Vertrag nicht die Kontrolle über ihr Unternehmen verlieren. Deshalb sollte in dem Vertrag festgehalten werden, welche Rolle der Business-Angel im Unternehmen spielen soll, da es ein Unterschied macht, ob er Berater oder Geschäftsführer werden soll. Ebenso wichtig ist eine Regelung zur Veräußerung der Unternehmensanteile durch den Business-Angel, dass heißt, wie lange die Anteile zu halten sind und an wen diese veräußert werden dürfen. Und natürlich muss der Vertrag auch beinhalten, wie viele Unternehmensanteile der Business-Angel als Gegenleistung für seine Beratung und Investition erhält.

Die Beziehung zwischen Gründer und Business-Angel ist jedoch nur eine Beziehung auf Zeit. Den Untersuchungen des eban zur Folge, steigen Business-Angels durchschnittlich nach vier Jahren aus einem Unternehmen wieder aus. Entweder verkaufen sie ihre Anteile an andere Investoren weiter oder aber die Gründer kaufen die Anteile zurück: Das kann – abhängig vom Marktwert des Unternehmens – eine teuere Angelegenheit werden.

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