Startkapital für Gründer

10. August 2015 von JK
Wo Existenzgründer das dringend benötigte Startkapital bekommen können.

© Benjamin Klack / pixelio.de

Viele Existenzgründer brauchen weniger als 5.000 Euro Startkapital. Die meisten Gründer können diesen Betrag in der Regel über das vorhandene Eigenkapital abdecken. Das heißt, sie können auf eine Fremdfinanzierung verzichten und sofort loslegen. Wer mehr braucht, kann auf verschiedenen Wegen zum benötigten Startkapital kommen.

 

Scheitern an mangelnder Finanzierung

 

Die meisten Existenzgründer und Selbstständige scheitern nicht an Ideen oder mangelnder Einsatzbereitschaft. Der Hauptgrund für das Scheitern ist das fehlende Startkapital bzw. die mangelnde Finanzierung, um die Ideen umsetzen können. Gründer müssen bei der Finanzierung die Verantwortung übernehmen, denn die Geschäftsidee wird sich in den seltensten Fällen selbst finanzieren. Und auch wer nicht unbedingt auf Fremdkapital angewiesen ist, sollte zumindest wissen, welche Finanzierungsoptionen es gibt. Egal für welche Form der Finanzierung man sich auch entscheidet, eines ist bei allen gleich: Alles steht und fällt mit der Überzeugungskraft und Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Wenn der Gründer schon nicht von seinem eigenen Konzept überzeugt ist, warum sollte dann ein potentieller Geldgeber davon überzeugt sein?

 

Startkapital für Gründer

 

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, um an das dringend benötigte Startkapital zu kommen. Neben den klassischen Formen wie einem Bankkredit, möglicherweise abgesichert durch eine Bürgschaft einer Bürgschaftsbank wie der Bürgschaftsbank Hessen, oder Beteiligungskapital, etablieren sich hier zu Lande auch alternative Formen wie Crowdfunding. Viele dieser Finanzierungsoptionen sind jedoch nicht nur für das Auftreiben von Startkapital interessant, sondern auch für die Finanzierung des Unternehmens in einer späteren Phase.

 

Förderprogramme

 

Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Förderprogrammen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene für Existenzgründer und Selbstständige. Die meisten Programme haben verschiedene Themen- und Förderschwerpunkte. Das heißt, nicht jedes Programm ist auch für jedes Geschäftsmodell bzw. jede Geschäftsidee geeignet. Damit verbunden sind auch ganz eigene Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Mittel aus dem jeweiligen Förderprogramm. Wer sich für ein Förderprogramm bewirbt, sollte sich auf mitunter lange Bearbeitungszeiten einstellen. Die Bearbeitung kann mehrere Wochen bis sogar mehrere Monate dauern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat die meisten und bekanntesten Förderprogramme samt Schwerpunkten und Voraussetzungen in einer Förderdatenbank zusammen getragen.

 

Existenzgründerzuschuss

 

Der Existenzgründerzuschuss galt lange Zeit als die effektivste Förderungsleistung der Bundesagentur für Arbeit. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die meisten durch einen Existenzgründungszuschuss geförderten Gründungen nach Ende des Zuschusses selbst tragen können. Nach einer Gesetzesänderung ist aus der Regelleistung nunmehr eine Kann-Leistung geworden. Das heißt, es wurden nicht nur Bedingungen für den Existenzgründungszuschuss verschärft, der Förderungszeitraum verkürzt und die Höhe des Zuschusses reduziert, sondern es gibt auch keinen Rechtsanspruch mehr auf die Förderung. Trotzdem sollte jeder Existenzgründer prüfen, ob er die Voraussetzungen für den Existenzgründerzuschuss erfüllt und einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Agentur für Arbeit stellen. Der Existenzgründerzuschuss lohnt sich nach wie vor.

 

Business Angels

 

Bei Business Angels handelt es sich um Privatpersonen, die sich finanziell an Gründungen beteiligen. Neben dem benötigten Startkapital stellen sie auch Netzwerke dem Gründer zur Verfügung. Dadurch schaffen sie für Existenzgründer und Selbstständige Möglichkeiten, die sich ohne die Beziehung möglicherweise nicht ergeben hätten. Der Verein Business Angels Netzwerk e.V. unterstützt Gründer und Business Angel dabei zusammen zu kommen. Der Verein hat eine große Datenbank von Kontakten und liefert wertvolle Informationen zum Umgang mit Business Angels.

 

Bankkredit

 

Der Bankkredit gehört zu den klassischen Möglichkeiten, um das dringend benötigte Startkapital zusammen zu bekommen. Die meisten Existenzgründer wählen diesen Weg, denn der Vorteil dieser Finanzierungsoption ist die Planbarkeit von Zinsen und laufenden Kosten. Wer nicht über die entsprechenden Sicherheiten verfügt, kann sich diese über eine Ausfallbürgschaft einer der deutschen Bürgschaftsbanken wie der Bürgschaftsbank Hessen (BBH) holen. Durch die Bürgschaft verringert sich in der Regel das Zinsniveau, da ein Teil des Risikos für die Bank über die Bürgschaftsbank abgedeckt wird. Darüber hinaus offerieren viele Banken spezielle Kredite für Existenzgründer und Selbstständige.

 

Risikokapital

 

Risikokapital, oder auch als Venture Capital bezeichnet, hat den Vorteil, dass Gründer keine Sicherheiten hinterlegen müssen. Als Gegenleistung erhalten die Risikokapitalgeber Unternehmensteile oder werden am Gewinn beteiligt. Auf der Seite des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften finden Gründer und Selbstständige entsprechende Risikokapitalgeber. In Hessen arbeitet die Bürgschaftsbank Hessen in diesem Bereich beispielsweise eng mit der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbH (MBG H) in Frankfurt am Main zusammen.

 

Investoren

 

Auch Investoren stellen eine realistische Option für Existenzgründer da. Dazu zählen u. a. auch Familienangehörige, Bekannte oder Freunde. Allerdings sollte man bei Investoren aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis Vorsicht walten lassen. Die Vermengung von persönlichen und finanziellen Interessen kann schnell problematisch werden. Investoren lassen sich am besten durch klare Ziele und ein durchdachtes Geschäftsmodell überzeugen.

 

Gründerwettbewerbe

 

Bei Gründerwettbewerben treten in der Regel mehrere verschiedene Geschäftsideen gegeneinander an. Die Teilnehmer müssen ein Fachgremium von ihrer Förderungswürdigkeit überzeugen. Jeder Jahr werden auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene eine Vielzahl von Gründerwettbewerben mit Geld- und Sachpreisen ausgeschrieben.

 

Crowdfunding

 

Crowdfunding ist in den letzten Jahren zunehmend auch in Deutschland populär geworden. Zunächst lag der Schwerpunkt vor allem im Kreativbereich, doch bald fand die Idee auch Verbreitung in anderen Bereichen. So hat es sich zu einer innovativen Finanzierungsalternative vor allem für Start-ups entwickelt. Dabei stellen die Gründer ihre Geschäftsidee auf Internetplattformen der Öffentlichkeit vor. Die Besucher der Seite können sich mit einen freiwählbaren Betrag als Startkapital investieren. Konnte das Projekt erfolgreich durchgeführt werden, erhalten die Investoren eine entsprechende Gegenleistung, die die Existenzgründer für eine Beteiligung offerieren. Im Vergleich zu den anderen Finanzierungsoptionen, ist der Anteil des Crowdfundings bei Existenzgründungen noch sehr gering.

 

 

(Bild: © Benjamin Klack / pixelio.de)

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