Business Angels als Finanzierungsalternative

9. Mai 2016 von JK
Business Angels sind eine interessante Alternative zu klassischen Geldgebern.

© Benjamin Klack / pixelio.de

Business Angels haben sich in den vergangenen Jahren in vielen Branchen als Alternative zu klassischen Kreditgebern im Bereich der Gründungs- und Unternehmensfinanzierung entwickelt. Doch bis ein solcher privater Investor gefunden wurde, kann einige Zeit vergehen. Daher gibt es einiges zu beachten, um den richtigen Business Angels für seine Geschäftsidee zu finden und auszuwählen.

 

Finanzkräftige Investoren – Business Angels

 

Unter Business Angels werden in der Regel finanzkräftige Privatpersonen verstanden, die Geld, Netzwerke, Kontakte und Know-how Existenzgründern oder jungen Unternehmern zur Verfügung stellen. Business Angels steigen in der Regel sehr zeitig in Unternehmen ein. In der sehr frühen Phase der Gründung reichen meistens noch Beträge bis zu 100.000 Euro für eine ordentliche Finanzausstattung des angehenden Unternehmens aus.

Wer nicht über den klassischen Weg der Finanzierung gehen möchte, für den können Business Angels eine echte Alternative darstellen. Fragt sich nur, wo man an solche privaten Investoren findet und wie man an sie herankommt.

 

Wo man Business Angels finden kann

 

Es gibt eine Menge Netzwerke, in denen sich Business Angels zusammen getan haben. Das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) beispielsweise ist ein eingetragener Verein, der in Deutschland als eine Art Dachverband auftritt. Hier können Interessenten das Executive Summary ihres Businessplans einreichen. Der Verband leitet anschließend die Unterlagen an mögliche Investoren weiter. Darüber hinaus veranstaltet der Verband regelmäßige Netzwerk-Treffen auf denen Business Angels und Interessenten zusammengebracht werden.

Im Internet finden sich jede Menge Gründerplattformen, auf denen sich Existenzgründer und Jungunternehmen potenziellen privaten Investoren präsentieren, recherchieren und untereinander netzwerken können. Dafür muss in der Regel nur ein Profil angelegt werden. Auf manchen Plattformen können Existenzgründer und Jungunternehmer auch Fundraising betreiben, um potentielle Investoren direkt zu umwerben. Allerdings sollte man auf solchen Plattformen regelmäßig sein Profil pflegen und seine Projekte updaten, denn ein Selbstläufer sind solche Plattformen nicht.

Netzwerkveranstaltungen sind ebenfalls wichtige Orte, um in Kontakt mit Business Angels zu kommen.

 

Wie man mit Business Angels zusammen kommen kann

 

Am Anfang steht bei jedem Gründer und jungen Unternehmen die Konzentration auf das eigene Projekt. Die beste Vorarbeit ist daher eine gute Geschäftsidee, in einem soliden Businessplan aufgearbeitet und anschließend gut präsentiert. Bevor man also mit einem Business Angel in Kontakt kommt, sollte man diese drei Grundvoraussetzungen erfüllen bzw. was die Präsentation angeht auch geübt haben.

Hat man ein paar Business Angels kennengelernt, sollte man überprüfen, welche und wie viele Start-ups und Gründungen dieser jeweils schon unterstützt hat. Auch interessant ist die Frage, seit wann der Business Angel dieser Tätigkeit schon nachgeht, wann er in Unternehmen ein- bzw. wieder aussteigt und wie sein Track Record ist. Für Gründer und Jungunternehmer steht daher zunächst einmal Informationen sammeln und Referenzen checken auf dem Stundenplan. Keinesfalls sollte man darauf verzichten, denn wie in jeder anderen Branchen auch, gibt es auch unter den Business Angels so manches schwarze Schaf. Wird von einem Gründer verlangt, zunächst einmal selbst Geld vorzuschießen, um später erst welches zu bekommen, der sollte von diesem Partner lieber die Finger lassen.

Ebenfalls eine wichtige Frage ist, wie viele Anteile übernimmt der Business Angel für sein Engagement am Unternehmen und wie viel Entscheidungsfreiheit bleibt dem Existenzgründer bzw. Jungunternehmer am Ende? Es muss also genau zwischen dem Finanzierungsbedarf und dem Gestaltungsspielraum abgewogen werden. Nicht immer ist der mit dem dicksten Scheckbuch auch immer die beste Wahl. Möglicherweise ist es aber der, der das Unternehmen beim operativen Geschäft unterstützt und sich am Aufbau eines funktionierenden Unternehmens aktiv beteiligt.

Business Angels sollten am besten mit anderen Investoren, Rechtsanwälten, Experten (z. B. für Marketing, Vertrieb, Recruitern etc.) vernetzt sein. So kann der Business Angels mit seinem Netzwerk dem Gründer den Rücken freihalten und diese mit Fachleuchten zusammenbringen. Dadurch können sich Gründer und Jungunternehmer voll und ganz auf die Umsetzung ihrer Geschäftsidee konzentrieren. Gründer können daher nicht nur vom Kapital der Business Angels sondern auch von dessen Netzwerken profitieren. Hält ein Business Angel beispielsweise zu viele Beteiligungen, kann es ganz schnell passieren, dass er insgesamt nur wenig Zeit für die neue Beteiligung aufbringen kann.

Ebenfalls nicht unbedeutend ist die räumliche Nähe zum Business Angel. Zwar kann heute vieles via Skype geklärt werden, aber manches Missverständnis klärt man besser von Angesicht zu Angesicht. Auch gemeinsame Besuche von Messen und Veranstaltungen etc. sind mit Business Angels, die nicht mehrere Flugstunden entfernt sind, einfach besser möglich. Darüber hinaus bietet sich auch an, mit dem Business Angel auf die Suche nach weiteren Investoren zu gehen. Ein bekannter Name, der sich am Unternehmen schon beteiligt hat, schafft auch bei anderen Investoren Vertrauen und erhöht insgesamt die Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Dadurch erhöht sich wiederum die Chance, dass auch die kommenden Finanzierungsrunden gesichert sind.

Wohl am wichtigsten ist, dass die Chemie zwischen Business Angels und Gründern stimmt. In der Regel verbringen Business Angels und Gründer sehr viel Zeit miteinander, um sich auszutauschen, zu beraten, zu reden etc. Daher sollte die Chemie zwischen den Beteiligten unbedingt stimmen, damit keine der Seiten irgendwann das Interesse am Projekt verliert.

 

 

(Bild: © Benjamin Klack / pixelio.de)

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