Welche Gründungsarten gibt es? (I)

21. November 2016 von JK
Welche Gründungsarten stehen Gründern zur Verfügung?

© Cristine Lietz / pixelio.de

Viele Wege führen nach Rom. Und genauso viele Wege führen in die berufliche Selbstständigkeit. Nicht jede der verschiedenen Gründungsarten ist auch für jeden Existenzgründer gleich geeignet. Auch ob die Tätigkeit gewerblich oder freiberuflich ist, spielt bei der Frage nach der Gründungsart eine Rolle, denn nicht jeder der Gründungsarten ist gleichsam für jede Tätigkeit geeignet. Mit jeder Existenzgründung sind zahlreiche Fragestellungen verbunden, die Gründer vorab klären und ggf. entsprechende Beratungsangebote nutzen sollten.

 

Gründungsarten: Neugründung – Startpunkt Null

 

Wer sich aus den Gründungsarten die Neugründung aussucht, fängt ganz von vorne an. Das heißt, der Gründer muss mit seiner Unternehmen zunächst den Markt selbst erobern, neue Kunden und Auftraggeber gewinnen usw. Dazu gehört auch ggf. erst im späteren Verlauf neue Mitarbeiter zu gewinnen, Beziehungen zu den Lieferanten auf zu bauen und jede Phase eine Existenzgründung zu bewältigen.

Die Neugründung bietet Existenzgründern unter allen Gründungsarten die besten Chancen, ein Unternehmen vollkommen nach den eigenen Vorstellungen aufzubauen. Sehr viele Gründer lassen sich genau davon enorm motivieren. Zur Neugründung zählt neben einer überzeugenden Geschäftsidee und ein gut durchdachter Businessplan außerdem auch eine gründliche Vorbereitung.

 

Gründungsarten: Unternehmensnachfolge – Nicht von vorne beginnen

 

Die Unternehmensnachfolge ist vor allem für all diejenigen Existenzgründer interessant, die kein eigenes Unternehmen gründen, sondern ein funktionierendes Unternehmen übernehmen und weiterführen wollen. Der Vorteil dieser gegenüber allen anderen Gründungsarten ist, dass gleich von Anfang Umsätze generiert werden. Das Unternehmen ist bereits am Markt etabliert und verfügt in der Regel über eingearbeitetes und erfahrenes Personal.

Für den Gründer besteht bei der Unternehmensnachfolge allerdings die Herausforderung, von Anfang an unternehmerisches Können zu beweisen. Das Unternehmen muss wettbewerbsfähig bleiben, der bestehende Kundenstamm zufriedengestellt und neue Kunden müssen hinzugewonnen werden. Außerdem müssen die im Betrieb vorhandenen Arbeitsplätze gesichert und vor allem das erfahrene Personal gehalten werden.

 

Gründungsarten: Franchising – ein etabliertes System nutzen

 

Das Franchising gehört zu den Gründungsarten, bei denen sich Existenzgründer viele Probleme und Risiken, die eine Unternehmensgründung mit sich bringt, minimieren können. Beim Franchising wird auf ein erprobtes Konzept zurückgegriffen und der Gründer erhält Unterstützung vom Franchisegeber. Für die Übernahme des Konzepts des Franchisegebers muss der Gründer regelmäßig eine Gebühr entrichten. Dafür wird er vom Lizenzgeber regelmäßig geschulte, und darf den Namen, die Marke, das Marketing und das Know-how des Franchisegebers nutzen. Dabei ist der unternehmerische Rahmen festgelegt, in dem sich der Existenzgründer bewegen kann, beispielsweise dürfen nur die Waren und Dienstleistungen des Lizenzgebers verkauft werden. Dafür hat der Gründer mit seiner Filiale in einem Gebiet Bestandsschutz. Das heißt, kein anderer Lizenznehmer des gleichen Systems wird in dem festgelegten Einzugsbereich aktiv werden.

Darüber hinaus ist es auch möglich, selbst als Franchisegeber aufzutreten. Das heißt, als Gründer entwickelt man ein eigenes System, das auf einer in der Praxis erprobten Geschäftsidee beruht. Wenn sich die Idee bewährt hat, dann kann durch motivierte Mitunternehmer und durch Franchisings das eigene Unternehmen sehr schnell expandieren.

Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit als Master-Franchisegeber die Lizenz eines ausländischen Franchisesystems für den deutschen Markt zu erhalten und das System regional oder national zu verbreiten und zu etablieren. Auf eigene Rechnung kann man dann weitere Franchisenehmer für das System werben und an deren Umsätzen partizipieren.

Für Existenzgründer liegt der Vorteil des Franchisings als einer der verschiedenen Gründungsarten im Know-how und der etablierten Marke des Lizenzgebers. Das Risiko die Investitionen in den Sand zu setzen ist mit einem etablieren und erfolgversprechenden Geschäftsmodell wesentlich geringer als bei einer Neugründung. In der unternehmermischen Praxis erhält der Franchisenehmer außerdem Unterstützung wie beispielsweise betriebswirtschaftliche und fachliche Schulungen, Unterstützung beim Marketing etc.

Nachteilig ist das Franchising für alle Gründer, die unternehmerisch freie Entscheidungen treffen wollen. Der Lizenzgeber gibt die Route ziemlich genau vor. Der Rahmen ist in der Regel sehr eng gesteckt, so dass der Weg ziemlich genau vorgeschrieben ist. Für manche Existenzgründer ist dies eher abschreckend und wird daher weniger interessant sein als andere Gründungsarten.

Einen guten Überblick über die Franchise-Angebote liefert der Deutsche Franchise-Verband (DFV) mit dem u. a. auch die Bürgschaftsbank Hessen (BBH) zusammenarbeitet. Auch die Industrie- und Handelskammern sowie Wirtschaftsverbände geben wertvoll Informationen. Wichtig zu wissen ist, dass nicht alle Franchisenehmer öffentlich gefördert werden. Existenzgründer sollten sich Zeit nehmen und genau informieren und mit dem Lizenzgeber Kontakt aufnehmen. Ggf. sollte vor Abschluss des Franchisevertrags einen entsprechenden Fachanwalt konsultiert werden, um möglicher Fallstricke auszuschließen.

 

Im zweiten Teil geht es um weitere Gründungsarten wie Teamgründungen, Ausgründungen und Teilzeit- und Kleinstgründungen.

 

 

(Bild: © Cristine Lietz / pixelio.de)

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