Geplante Änderungen für Selbstständige ab 2017

26. Dezember 2016 von JK
Änderungen für Selbstständige ab 2017 geplant

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Mit dem Jahreswechsel treten wieder jede Menge Änderungen für Existenzgründer und Selbstständige in Kraft. Ziel der geplanten Änderungen ist, die etwa 3,7 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschen um ca. 360 Millionen Euro zu entlasten.

Das Gesetz zur Entlastung der mittelständischen Wirtschaft und Bürokratie wurde am 3. August 2016 auf Vorschlag des Bundeswirtschaftsministers vom Bundeskabinett beschlossen. Eine Stellungnahme des Bundesrates liegt seit dem 23. September 2016 vor. Das derzeitige Gesetzgebungsverfahren läuft noch. Es wird damit gerechnet, dass das Gesetz voraussichtlich im Februar 2017 in Kraft treten kann. Damit würde wohl der angepeilte Termin vom 1. Januar 2017 verfehlt werden.

Der Gesetzesentwurf enthält u. a. für Existenzgründer und Selbstständige folgende relevante Vorschläge:

  • Wegfall der Aufbewahrungspflicht von Lieferscheinen,
  • Anhebung der Betragsgrenze von Lohnsteuer-Anmeldungen,
  • Anhebung der Grenze bei Kleinbetragsrechnungen und
  • Vereinfachung der Fälligkeitsregelung bei Sozialversicherungsbeiträgen.

 

Aufbewahrungspflichten von Lieferscheinen

 

Für Selbstständige sicherlich eine der interessantesten Maßnahmen ist wohl der geplante Wegfall der Aufbewahrungspflichten für Lieferscheine. Diese sollen künftig bei Erhalt der Rechnung enden. Das gleiche gilt im Gegenzug auf für abgesandte Lieferscheine. Werden Lieferscheine im Einzelfall als Buchungsbelege herangezogen werden, gelten weiterhin die bisherigen Aufbewahrungspflichten für Belege.

In seiner Stellungnahme vom 23. September 2016 hat sich der Bundesrat gegen diese Änderung ausgesprochen. Zum einen sind Lieferscheine oftmals Bestandteil einer Rechnung, so die Argumentation des Bundesrates. Zum anderen sind Lieferscheine häufig Grundlage bei der Aufdeckung von Steuerbetrug bei Bargeschäften.

Lohnsteuer-Anmeldungen durch Selbstständige als Arbeitgeber

 

Selbstständige mit Mitarbeitern wie auch Unternehmen mit mindestens einem Mitarbeiter müssen die Lohnsteueranmeldung quartalsweise abgeben, wenn die Lohnsteuer mindestens 1.080 Euro und maximal bei 4.000 Euro beträgt. Der Maximalbetrag soll nach Willen des Bundeswirtschaftsministers auf 5.000 Euro steigen. Dadurch wird eine Entlastung bei den Arbeitgebern wie auch bei der Finanzverwaltung erhofft.

Kleinbetragsrechnungen bei Selbstständigen

 

Besonders für Existenzgründer und Selbstständige relevant wird wohl die Anhebung der Kleinbetragsgrenze bei Rechnungen sein. Geplant ist die Grenze von derzeit 150 Euro auf 200 Euro anzuheben. Besonders bei den häufig vorkommenden Barumsätzen vor allem im Handel mit Waren des täglichen Bedarfs wäre die Anhebung der Kleinbetragsgrenze von großem Vorteil.

 

Fälligkeit bei Sozialversicherungsbeiträgen

 

Auch die Fälligkeitsregelungen für Gesamtsozialversicherungsbeiträge sollen geändert werden. Geplant ist, dass die Beiträge, deren tatsächlicher Wert im laufenden Monat noch nicht bekannt ist, an den Werten des Vormonats beziffert werden können. Dadurch entfällt die bisherige Schätzung der entsprechenden Werte. Die sich tatsächlich ergebenen Abweichungen müssen dann in der Entgeltabrechnung des Folgemonats entsprechend addiert bzw. subtrahiert werden. Von dieser Regelung können bereits heute Unternehmen Gebrauch machen. Ab 2017 sollen noch mehr Unternehmen in den Genuss des vereinfachten Verfahrens kommen.

 

 

(Bild: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

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