Firmennamen – Oder: Was machen Sie nochmal gerade?

10. Juli 2017 von JK
Beim Firmennamen sollte man einiges beachten.

© Sven Ohlenschläger / pixelio.de

Viele Existenzgründer verwenden – ob allein oder im Team – viel Mühe und Zeit für einen fantasievollen und wohlklingenden Namen für ihr Unternehmen. Mit dem Firmennamen sollte der Kunde aber auch gleichzeitig erfahren, was er bekommen wird. Doch diese Botschaft fällt bei vielen originellen Bezeichnungen schnell unter den Tisch. Fantasienamen als Firmennamen brauchen daher meist eine Ergänzung, um das Geschäft möglichst kurz und prägnant zu beschreiben.

 

Was Firmennamen aussagen

 

Der Kunde muss wissen, was das Unternehmen ihm anbieten kann. Ein hübscher oder ausgefallener Name reicht zum Anfang oft nicht aus, wenn eine konkrete Bezeichnung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens fehlt. Kunden sollten nicht rätseln müssen, um welche Art von Geschäft es sich wohl bei dem ausgefallenen Namen handelt. Wer würde beispielsweise bei einem Namen wie „Butterfly“ an einen IT-Service denken. Eher werden sich wohl potentielle Kunden fragen, ob das Unternehmen vielleicht Schmetterlinge züchtet oder vielleicht sogar Butter produziert. Ein Name wie „IT-Service Musterstadt“ wäre in diesem Fall wohl offensichtlicher.

Für den Erfolg von Unternehmen spielen die Firmennamen eigentlich keine große Rolle. Sicherlich gibt es viele Beispiele von Unternehmen, wo ein Name zum typischen Synonym geworden ist wie beispielsweise bei „Tempo“ für Taschentücher, „Zewa“ für Küchentücher oder „Google“ für Suchmaschinen.

Bis ein Unternehmen aber dahin kommt, ist es ein langer Weg. Der führt u. a. über den Schutz des Markennamens. Doch bereits an dieser Stelle muss sehr viel beachtet. Fantasienamen bieten daher für Existenzgründer eine willkommene Alternative. Allerdings sollte dieser durch eine möglichst präzise Bezeichnung des Geschäftsgegenstandes ergänzt werden. Oftmals ist es auch hilfreich zusätzlich den eigenen Namen hinzuzufügen.

Der Firmenname sollte möglichst genau auf die Zielgruppe ausgerichtet sein. Dabei sollten Gründer vorher genau überlegen, welche Erwartungen sie mit dem Namen bei der Zielgruppe wecken wollen. So erweckt die Bezeichnung „Beratung“ den Eindruck, dass hier jemand konsultiert werden kann, um ein Problem zu lösen. Bei „Service“ erwarten dagegen viele Menschen eine Dienstleistung, bei der beispielsweise etwas installiert oder repariert wird. Beim Zusatz „Service und Schulung“ dagegen wird die Erwartung geweckt, dass das Unternehmen Leistungen erbringt, wie etwas zu handhaben und zu bedienen ist.

Auch im handwerklichen Bereich sind Firmennamen nicht gleichgültig. Gründer sollten gerade wenn sie neu am Markt sind, eine differenzierte Bezeichnung wählen wie beispielsweise „Elektrofachgeschäft“, „Gas-Wasser-Installationen“, „Elektroanlagenbau“ oder „Solarstromtechnik“. Auch im handwerklichen Bereich ist eine Verbindung mit dem eigenen Namen oder einem Fantasienamen üblich.

 

Vorteile des eigenen Namens im Firmennamen

 

Es gibt viele Rechtsformen, bei denen Gründer ihren eigenen Namen nicht im Firmennamen tragen müssen. Allerdings kann es vorteilhaft sein, trotzdem dem eigenen Namen in der Firmenbezeichnung zu tragen, denn Kunden vertrauen einer Person in der Regel mehr als Fantasienamen. Wer sich beispielsweise mal Werbung unter diesem Aspekt genauer anschaut, wird schnell feststellen, dass entweder der Firmengründer selbst oder eine andere als seriös geltende Person (Ärzte, Apotheker, Wissenschaftler etc.) im Werbespot auftritt und für die Wirksamkeit oder was auch immer bürgt. Gründer müssen sich daher nicht davor scheuen, ihr eigenes Unternehmen nach sich selbst zu benennen.

 

Den richtigen Firmennamen finden

 

Es gibt ein paar standardmäßig Fragen, die sich bei der Entwicklung von Firmennamen als nützlich erweisen. Gründer sollten sich daher fragen, ob …

  • … der Firmenname auch die rechtlichen Erfordernisse des Rechtsform erfüllt?
  • … er originell ist?
  • … man sich den Firmennamen gut merken kann?
  • … die Firmenbezeichnung einen hohen Wiedererkennungswert hat?
  • … sich der Name auch als Marke schützen lässt?
  • … es eine freie Internet-Domain zu diesem Namen gibt?

Darüber hinaus sollten sich Gründer noch eine weitere Frage stellen: „Erkennen Kunden am Firmennamen überhaupt, was ich mache?

 

 

(Bild: © Sven Ohlenschläger / pixelio.de)

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