Existenzgründer 50+ – Es ist nie zu spät (II)

23. Oktober 2017 von JK
Existenzgründer 50+ haben deutliche Vorteile gegenüber jüngeren.

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Existenzgründer über 50 Jahre sind auch in Deutschland schon lange keine Seltenheit mehr. Im ersten Teil ging es hauptsächlich um die Motive von Menschen, in ihrer Lebensmitte noch einmal etwas ganz Neues zu beginnen. Außerdem ging es im vorhergehenden Teil des Beitrags um die Gründe, warum ältere Menschen dann doch vor einer Existenzgründung abhalten. In diesem Teil dagegen geht es um die Vorteile die reifere Gründer gegenüber jüngeren haben und worauf ältere Existenzgründer vor ihrem Schritt in die Selbstständigkeit achten sollten.

 

Vorteile älterer Existenzgründer

 

Existenzgründer im reiferen Alter haben einige wesentliche Vorteile gegenüber ihren jüngeren Mitbewerbern. Mit diesen Vorteilen können sie so manche Nachteile ausgleichen und sollten daher keinesfalls unterschätzt werden. Ältere Gründer sollten ihre Vorteile gezielt nutzen, statt über die vermeintlichen Nachteile zu klagen.

Mit fortschreitendem Alter sammeln die Menschen Lebenserfahrung, über die jüngere noch nicht verfügen. Oft haben ältere Menschen sowohl schlechte als auch gute Zeiten durchgemacht. Dabei haben sie gelernt, Ruhe zu bewahren und Problemlösestrategien entwickelt, von denen sie nun als Existenzgründer profitieren können. Ältere Menschen verfügen außerdem über ein höheres Maß an Disziplin und eine höhere Zielfokussierung. Das heißt, sie wissen einfach besser, was sie noch im Leben erreichen wollen. Ebenfalls nicht unwesentlich ist die mit dem Alter wachsende Autorität und Glaubwürdigkeit. Älteren Existenzgründern fällt es oft leichter, das Vertrauen zu potentiellen Kunden aufzubauen und Führungsqualitäten gegenüber Angestellten zu beweisen.

Die meisten älteren Existenzgründer stehen mitten im Berufsleben und können daher auf verschiedene Berufserfahrungen zurückgreifen. Ältere Gründer kennen sich daher meistens sehr gut in ihrer Branche aus. Das hilft ihnen auch, mögliche neue Geschäftsfelder zu erschließen und Marktnischen zu entdecken.

Ebenfalls von großem Vorteil ist die gute Vernetzung älterer Existenzgründer. Sie hatten bereits die Gelegenheit vielfältige Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Davon können sie vor, während und nach der Gründung profitieren. Kontakte gehören heute zu einer der wichtigsten Ressource in alle Branchen, denn aus beruflichen Kontakten können schnell einmal Partner oder Kunden werden. Außerdem helfen Kontakte bei der Erweiterung der Reichweite des eigenen Unternehmens.

Ältere Existenzgründer verfügen oft über ein höheres Eigenkapital als jüngere. Sie hatten ja auch Zeit über die Jahre hinweg Geld anzusparen. Darum ist der Bedarf nach Fremdkapital bei älteren Gründern oft geringer. Darüber hinaus haben sie gelernt, mit Geld umzugehen, was sie beispielsweise vor unbedachten Investitionen und finanzielle Abenteuer bewahren kann.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil des Alters ist die Identifikation mit der oft älteren aber finanzstarken Zielgruppe älterer Existenzgründer. Aufgrund der guten Finanzsituation kann mit einer älteren Zielgruppe potentiell mehr Geld verdient werden. Ältere Gründer wissen oft aus eigener Erfahrung, was ihre Zielgruppe wünscht. Dies geht einher mit einem besseren Aufbau von Verständnis und Vertrauen zu den potentiellen Kunden. Das heißt, wer auf die Probleme seiner Kunden eingehen kann, kann ihnen auch maßgeschneiderte Lösungen für ihre Probleme anbieten. Das trägt letztendlich zum Erfolg des Unternehmens bei.

 

Worauf ältere Existenzgründer achten sollten

 

Niemand kann garantieren, dass die Umsetzung einer Geschäftsidee funktioniert. Daher ist es für jeden Existenzgründer einfach sinnvoll, sich vorher mit den potentiellen Risiken auseinander zu setzen. Gespräche mit Familie und Freunden können wertvolle Anregungen bieten oder bisher unbedachte Stolperfallen aufdecken. Eine gute Vorbereitung ist auch bei älteren Existenzgründern das A und O für eine erfolgreiche Selbstständigkeit. Hinzu kommen Zielklarheit (Was will ich?), ein gut durchdachtes Konzept (Businessplan) und ein hoher Grad an Motivation.

Wer sich mit seiner Geschäftsidee nicht ausreichend auseinandergesetzt hat, steigert das Risiko des Scheiterns. Deshalb sollte der Businessplan gut durchdacht sein. Er unterstützt Existenzgründer bei der Suche nach Investoren, da Banken gerade an ältere Menschen nicht so gerne Kredite vergeben – oder nur zu hohen Konditionen.

Auch ältere Existenzgründer sollten sich für den Fall eines Scheiterns absichern. Daher sollte man sich vorher Gedanken über die passende Rechtsform machen und auch an die Altersvorsorge denken. Für ältere Existenzgründer könnte auch die freiwillige Arbeitslosenversicherung von Interesse sein. Darüber hinaus sollten reifere Gründer auch über eine freiwillige Zahlung in die Rentenversicherung nachdenken.

Unsicherheiten im Bereich Technik, kaufmännisches Wissen oder Wissen im Marketing-Bereich können Gründer ausgleichen, in dem sie sich beispielsweise Fachkräfte mit an Bord holen.

 

 

(Bild: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

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