Tipps zur erfolgreichen Existenzgründung

5. März 2018 von JK
Tipps zur Existenzgründung

© Gerd Altmann Shapes AllSilhouettes.com / pixelio.de

Was man als Existenzgründer selbst gut findet, muss am Markt oder beim Kunden noch lange nicht gut ankommen. Besonders zu Beginn der Existenzgründung sollten Gründer einige kritische Überlegungen anstellen, die von strategischer Relevanz mit Blick auf das Gründungsvorhaben sind und daher auch ehrlich beantwortet werden sollten. Objektivität sollte bei aller Euphorie oberste Priorität haben. Dabei kann auch ein Blick von außen beispielsweise in Form von Fachberatung hilfreich sein. Die eigene Geschäftsidee sollte also unbedingt auf Herz und Nieren geprüft werden.

Der Businessplan ist eines der wichtigsten Instrumente der Existenzgründung, um die meisten Bereiche der Gründung ganzheitlich und nachhaltig zu überprüfen. Eine gute Geschäftsidee muss in allen Bereichen des Businessplans überzeugen. Checklisten können Existenzgründer hinsichtlich Qualität und Umsetzbarkeit einer Idee unterstützen.

 

Vor der Existenzgründung: eigene Fähigkeiten und Stärken prüfen

 

  • Welche fachlichen Qualifikationen und Erfahrungen bringt der Gründer mit, die er dem Kunden als möglichen Mehrwert anbieten kann?
  • Wie sehen die persönlichen Voraussetzungen für die Existenzgründung aus? Hier ist besonders das Thema Organisation, Zeitmanagement und Belastbarkeit gemeint.
  • Welche unternehmerischen Voraussetzungen bringt der Gründer beispielsweise im Bereich Buchhaltung, Marketing, Vertrieb oder Finanzplanung mit?

Mehrwert des Produkts/Dienstleistung vor der Existenzgründung ermitteln

 

  • Was ist das Alleinstellungsmerkmal (USP: unique selling proposition) des Produkts bzw. der Dienstleistung? Warum sollten Kunden gerade diesem Unternehmen vertrauen? Und wo ist der Vorteil für den Kunden gegenüber Mitbewerbern und Konkurrenten?
  • Werden technische Produkte oder Dienstleistungen angeboten, stellt sich die Frage auch nach den technischen Voraussetzungen. Wie ist der Entwicklungsstand? Kann die Entwicklung eines Produktes finanziell und ressourcenmäßig beherrscht werden?
  • Übrigens muss man das Rad nicht neu erfinden. Gute und erfolgreiche Geschäftsideen können auch auf einem vorhandenen Produkt/Dienstleistung aufbauen und diese weiterentwickeln. Wichtig ist, dass ein konkreter Nutzen bzw. ein starkes Bedürfnis am Markt befriedigt werden kann. Gute Ideen zeichnen sich durch Einzigartigkeit, Innovation, Qualität und Service aus.

 

Markt und Absatzchancen eruieren

 

  • Wie ist die Entwicklung der Branche und passt die eigene Idee dazu?
  • Gibt es Konkurrenten und wenn ja, wer sind sie, was bieten sie und wo befinden sie sich?
  • Sind der Markt und dessen Wachstum auch nachhaltig oder handelt es sich um einen momentanen Trend/Hype?
  • Gibt es einen konkreten Bedarf nach dem Produkt/Dienstleistung? Ist der Bedarf bezifferbar? Gibt es genügend Kunden?
  • Wie wird das Produkt bzw. die Dienstleistung aus Sicht des Marktes und der Kunden bewertet? Gibt es Schwächen und wenn ja, wie können diese möglichst beseitigt werden?
  • Wer ist die Zielgruppe, die das Produkt bzw. die Dienstleistung kaufen soll? Gibt es darüber hinaus noch Kundenpotential, an das bislang nicht gedacht wurde?
  • Kann der gewünschte Preis am Markt auch durchgesetzt werden?
  • Wie wird die Konkurrenz reagieren oder kann man darauf wiederum selbst reagieren?
  • Wo soll das Produkt bzw. die Dienstleistung beworben und vertrieben werden?

Finanziellen Bedarf vor Existenzgründung richtig einschätzen

 

  • Eine gute Geschäftsidee sollte realistisch umsetzbar sein und auch finanziell bewerkstelligt werden können. Daher ist im Rahmen der Existenzgründung eine gute Planung und ausreichende (persönliche) Qualifikation notwendig.
  • Ggf. kann die Umsetzung einer Geschäftsidee rechtlich umfangreich sein (Schutz des Produktes, Patente).
  • Neben den finanziellen müssen auch ausreichend zeitliche und personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, um die Geschäftsidee erfolgreich umzusetzen.

 

Innere Einstellung überprüfen

 

  • Wer von seiner Idee überzeugt ist und das Unternehmertum leidenschaftlich lebt, kann Kunden, Banken und Geschäftspartner besser für sich und seine Idee gewinnen. In der Regel hat nämlich eine gute Geschäftsidee auch eine große Anziehungskraft. Sie wirkt daher attraktiv und zeigt direkt, worin ihr konkreter Mehrwert für den Kunden liegt.
  • Wer mit Spaß und Ausdauer bei der Sache ist, wird auch die Hürden einer Existenzgründung gut überwinden.

 

Angebot einfach erklären

 

  • Besonders wichtig für den Erfolg der Existenzgründung ist, ob man die Geschäftsidee auch gut erklären kann. Versteht sie niemand, wird sich auch niemand dafür erwärmen. Daher sollte die Idee mit wenigen Worten einfach erklärt werden können. Sie sollte beim Gegenüber den Wunsch auslösen, das Produkt bzw. die Dienstleistung in Anspruch nehmen zu wollen.

 

Professionelle Kommunikation

 

  • Um neue Kunden zu gewinnen, müssen Gründer ihre Zielgruppe genau kennen. Die Bedürfnisse der Zielgruppe müssen im Idealfall zu 100 Prozent durch die Geschäftsidee befriedigt werden können. Durch ein falsches Marketing, können Produkte und Dienstleistungen an Attraktivität und damit Absatzpotential verlieren. Über eine professionelle Kommunikation sollte sich daher im Rahmen der Existenzgründung Gedanken gemacht werden (Businessplan).

 

Rechtsform

 

  • Die Wahl der Rechtsform hat einen wesentlich Einfluss auf die späteren Handlungsspielräume. Hier spielen auch Fragen des persönlichen Haftungsrisikos eine gewichtige Rolle. Kapitalintensive Geschäftsideen brauchen beispielsweise eine Rechtsform, die einen guten Zugang zum Kapitalmarkt ermöglicht.

 

Blick in die Zukunft

 

  • Eine gute Idee ist die Grundlage für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Eine solche Idee folgt keinen kurzlebigen Trends, sondern befriedigt ein grundlegendes Bedürfnis am Markt – und zwar besser als die Mitbewerber. Bereits bei der Existenzgründung sollten Gründer einen Blick in die Zukunft wagen, ob der angestrebte Absatzmarkt auch in den kommenden Jahren Wachstum ermöglicht. Auf Trends müssen Gründer genauso flexibel reagieren können, wie auch Produkte und Dienstleistungen den (neuen) Bedürfnissen angepasst und weiterentwickelt werden müssen. Nur so kann eine Geschäftsidee über den Punkt der Existenzgründung auch nach vielen Jahren noch funktionieren.

 

 

(Bild: © Gerd Altmann Shapes AllSilhouettes.com / pixelio.de)

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