Die Finanz- und Wirtschaftskrise beherrscht seit Monaten die Presselandschaft. Unternehmer aller Größen und Branchen haben mitunter Schwierigkeiten, Kredite zu vernünftigen Konditionen bei ihren Banken zu bekommen. Nun stellen sich gerade Existenzgründer und angehende Unternehmer die Frage, wie sie an das dringend benötigtes Startkapital kommen können. Auch wenn es in Krisenzeiten schwieriger als sonst zu sein scheint, einen Kredit zu erhalten, steht Existenzgründern eine breite Palette an Fördermittel und Unterstützung zur Verfügung. Einer der vielversprechendsten Wege: Eine Bürgschaft.
Mit einer guten Idee und Aussicht auf Erfolg am Markt, hat man immer noch sehr gute Chancen, eine passende Förderung zu erhalten. Zudem ist die Zeit für Existenzgründer recht günstig, da sie sich bei der Bemühung um einen Kredit gegen immer weniger Konkurrenten durchsetzen müssen als noch vor ein paar Jahren. Zurückzuführen ist dies auf das Sinken der Unternehmens- und Existenzgründungen in den letzten beiden Jahren. Doch oft sind Existenz- und Unternehmensgründer am Anfang überfordert mit der großen Vielfalt an Förderinstrumenten und Unterstützungsangebote. Existenzgründerberater, Banken und die Industrie- und Handelskammern können die Gründer bei der Auswahl des passenden Konzepts unterstützen.
Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW
Für viele Gründer ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die erste Anlaufstelle, wenn es um eine Gründerförderung in Deutschland geht. Die KfW stellt für Unternehmensgründer, Freiberufler und Selbstständige, die noch nicht länger als drei Jahre am Markt bestehen, das so genannte KfW-Startergeld zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Kredit bis maximal 50.000 Euro mit einer Laufzeit zwischen fünf und zehn Jahren zu einem geringen Zinssatz. Die KfW nimmt im Rahmen des Startergelds 80 Prozent des Ausfallrisikos der Hausbank ab. Um einen solchen Kredit zu bekommen, muss der Existenz- oder Unternehmensgründer einen Antrag bei seiner Hausbank stellen. Einen direkten Antrag bei der KfW ist nicht möglich.
Bürgschaftsbanken
Sind die Bürgschaftsbanken von dem Unternehmenskonzept des Existenzgründers überzeugt, übernehmen sie bis zu 80 Prozent des Kreditausfallrisikos gegenüber der Hausbank. Die Bedingung für die Übernahme einer solchen Bürgschaft ist, dass der Gründer seine Unternehmung regelmäßig überprüfen und sich von Wirtschaftsexperten beraten lässt. Für die Bürgschaft fällt eine einmalige Gebühr an. Für den Zeitraum der Haftungszusage der Bank zahlt der Gründer eine jährliche Provision, die sich nach dem Kreditbetrag richtet.
Bürgschaft ohne Bank
Bürgschaftsbanken bieten Existenzgründern ohne eigene Hausbank einen besonderen Service an: Eine Bürgschaft ohne Bank. Die Gründer können direkt bei der Bürgschaftsbank einen Antrag stellen. Ist die Bank vom Gründungskonzept und vom Businessplan überzeugt, haben die Existenzgründer drei bis maximal sechs Monate Zeit, sich einen Bankkredit zu besorgen - meist zu günstigeren Konditionen, haben sie doch ein erstklassige Sicherheit. 2008 konnten so bundesweit über 3.000 Existenz- und Unternehmensgründer mit einem Kredit versorgt werden.
Mittelständische Beteiligungsgesellschaften – (MBG)
Eine weitere Möglichkeit an das benötigte Startkapital zu kommen, sind die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBG). Ihr Kapital wird als Eigenkapital gewertet, da sie sich still an der neuen Unternehmung beteiligen. Dabei gilt, je höher die Eigenkapitalquote ist, um so besser ist die eigene Bonität und um so höher fällt die eigene Kreditsicherheit aus. Solche Beteiligungsgesellschaften gibt es in jedem Bundesland. Sie arbeiten oftmals eng mit den Bürgschaftsbanken der Länder zusammen, wie beispielsweise die MBG Hessen eng mit der Bürgschaftsbank Hessen.
Weitere Möglichkeiten
Neben der KfW, den Bürgschaftsbanken und den MBGs gibt es noch weitere staatliche Förderprogramme von Bund und Länder. Die Bundesagentur für Arbeit bietet beispielsweise den Gründungszuschuss für Arbeitslose an, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Existenzgründungsportal des BMWi) hält mehrere Förderzuschüsse für unterschiedliche Bedürfnisse von Existenz- und Unternehmensgründern bereit. Insgesamt gibt es annähernd zweihundert staatliche Hilfen in Form von Zuschüssen und Krediten. Sie richten sich meist an spezielle Branchen wie etwa neue Technologien.





0 Antwort auf “Der passende Kredit”