Selbstständigen und Existenzgründern stehen am Beginn ihrer Selbstständigkeit vielerlei Probleme im Weg. Nicht wenige werden von undurchsichtigen Gesetzestexten, Unmengen an Anträge und Verwaltungsvorschriften von einer Existenzgründung abgeschreckt. Oftmals sorgen diese Stolperfallen für Verzögerungen beim Start in die eigene Selbstständigkeit. Mit dem neuen Angebot des sogenannten „Gründungsstarters“ werden die angehenden Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt – und das kostenlos.
Gründungsstarter
Der Gründungsstarter (www.gruendungsstarter.de) ist eine Initiative des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (www.esf.de) , des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (www.bmwi.de), der startothek Gründungsrecht online (www.startothek.de) und der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau. Das Angebot richtet sich an Existenzgründer und Unternehmer. Es ermöglicht einen direkten Zugang zur startothek – einem Online-Informationssystem rund um das Thema Gründungsrecht. Existenzgründer und Selbstständige können sich über den Gründerstarter einloggen und ein Profil des eigenen Gründungsvorhabens erstellen. Dafür benötigt das System verschiedene Angaben wie beispielsweise Standort, Branche, Nationalität, Rechtsform der Gründung, benötigte Mitarbeiter sowie eine Einschätzung zur Umsatz- und Gewinnhöhe. Durch ein detailliertes und gut geschriebenes FAQ-Tool wird dem Benutzer ein ausführlicher Leitfaden zur Nutzung des Online-Systems an die Hand gegeben.
Wurden alle Angaben in das System eingegeben, generiert die Datenbank ein umfangreiches PDF-Dokument. In diesem sind alle für den Gründer und das eigene Vorhaben wichtigen Informationen zusammengestellt. Dabei greift die hinter dem Online-System stehende Datenbank auf umfassende Informationen aus Handwerk, Gewerbe und freien Berufen aus über 370 verschiedenen Wirtschaftszweigen zurück. Außerdem enthält das PDF-Dokument eine To-Do-Liste. Diese kann der Gründer als Wegweiser in die Selbstständigkeit verwenden.
Kostenloser Service
Der Zugriff auf die Informationen der startothek war bisher nur Beratern möglich. Defür benötigen sie eine Lizenz zur Nutzung der Datenbank. Dies ist mit Kosten von 190 Euro pro Jahr verbunden. Es liegt in der Hand der Berater, ob sie die Lizenzkosten im Rahmen von Beratungsgesprächen an ihre Kunden weitergeben oder nicht. Um an die Informationen aus der startothek zu kommen, mussten sich Existenzgründer bisher einen solchen Berater wenden. Nach einer persönlichen Beratung wird ein individueller Report für den Kunden erstellt, um ihn auf der Grundlage der aktuellen Rechtssituation weiter auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten und beraten zu können.
Wer auf einen Berater bei der Existenzgründung nicht verzichten möchte, muss dies auch nicht tun. Jedoch kann die interaktive Vorarbeit nun generell auch vom Gründer selbst erledigt werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Existenzgründer sich bereits vor dem Beratungsgespräch intensiv mit der Materie auseinandersetzt. Zum anderen spart diese genaue Auseinandersetzung Zeit, die sich der Berater in Form von Stunden- oder Tageshonoraren bezahlen lässt. Damit spart der Gründer neben Zeit auch Beratungskosten für den Experten.
Das über den Gründungsstarter gewonnene Profil kann der Existenzgründer dann zusammen mit dem Experten in aller Ruhe analysieren. Anhand des Profils und der Analyse sollte der Berater im weiteren Verlauf der Beratung Empfehlungen zu Priorisierung des Gründungsvorhabens geben.
Tipp
Wenn man sich beim Gründungsstarter angemeldet hat, hat man die Möglichkeit nach Beratern in seiner Nähe zu suchen. Bei der Auswahl eines Experten sollte darauf geachtet werden, ob dieser das Profil kostenlos zur Verfügung stellt oder, wie oben angedeutet, eine Gebühr fordert bzw. das Profil nur im Zusammenhang mit einem Beratungsgespräch anbietet. Existenzgründer sollten generell bei der Auswahl eines Beraters darauf achten, dass es sich dabei um einen gelisteten Berater handelt, der zugleich auch eine geförderte Beratung im Rahmen des Gründercoaching Deutschlands anbietet. Dessen Kosten in Höhe von 4.000 Euro werden bis zu 90 Prozent von der Agentur für Arbeit getragen, in Härtefällen sogar in voller Höhe (Gründercoaching ohne Eigenanteil).





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