Im ersten Teil ging es um die Sensibilisierung für die Gefahren, die bei einer unzureichenden oder nicht vorhandenen Planung einer familieninternen Unternehmensnachfolge auftreten können. Im folgenden Teil soll es um das richtige Timing als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge gehen.
Das richtige Timing
Jeder Unternehmer sollte sich rechtzeitig um seine Nachfolge Gedanken machen und dabei alle Optionen offen halten. Die Experten von Concentro Management beispielsweise raten daher sich mit 50 Jahren konkret mit dem eigenen Ausstieg aus dem Unternehmen zu planen. Auch wenn das recht früh klingt, so kann man davon ausgehen, dass man mit 60 Jahren nicht mehr über die benötigte Energie verfügt, die ein solcher Prozess fordert. Bei der Planung geht es vordergründig noch nicht darum einen konkreten Namen ins Spiel zu bringen. Es geht vielmehr darum, früh- und rechtzeitig ein klares Verfahren für die Übergabe festzulegen. Wie auch im Projektmanagement üblich, empfehlen Experten hier einen klaren Stichstag für den Ausstieg festzulegen und das Nachfolgeverfahren daran aufzubauen.
“Ewig Leben”
Viele Unternehmer verdrängen einfach das Thema. Bei vielen Firmeninhabern ist der Irrglaube, „ewig zu leben“ und die Erkenntnis, „ohne mich geht’s nicht“, weit verbreitet. Doch das ist laut Meinung von Experten einer der größten Fehler von Unternehmern. Hinzu kommt noch der soziale Druck auf die Familie. Auch wenn jeder Unternehmer sich wünscht, dass das eigene Unternehmen in Familienbesitz bleibt, so wird der Druck auf die Familie immer größer. Denn kann sich der Firmeninhaber sicher sein, dass das zur Nachfolge auserkorene Familienmitglied überhaupt diesen vom Vater/Mutter vorgezeichneten Weg gehen möchte?
Um dies zu umgehen bzw. den eigenen Kindern nicht den Lebensweg zu überfrachten, hat sich in vielen Unternehmen eine Alternative zur direkten Nachfolge als Inhaber entwickelt. Der Einfluss der Familie kann innerhalb der Firma weiter über Vorsitz des Aufsichtsrates gesichert bleiben. Natürlich bietet sich eine solche Lösung nur bei solchen Unternehmen an, die ein solches Gremium zur Kontrolle der Geschäftsleitung haben.
Persönliche Voraussetzungen
Sind alle Vorbereitungen getroffen, alle Planung abgeschlossen, das Verfahren eingeleitet und ein passender Nachfolger gefunden, ob nun familienintern oder extern, bleibt es nun am alten Inhaber selbst. Teilweise gehört ein sehr hohes und ausgeprägtes Maß an Selbstdisziplin dazu, sich aus dem Unternehmen und dem Tagesgeschäft zurück zu ziehen. Mischt sich der alte Firmeninhaber auch weiterhin in alle Entscheidungen ein, dann wird den neuen Unternehmensleiter kaum einer mehr ernst nehmen.
Auch ein kooperativer Führungsstil erleichtert den Ausstieg. Denn wer über zwanzig Jahre lang ein Unternehmen mit eiserner Hand geführt hat und keine andere Meinung duldete, der wird auch mit 65 noch keinen, in seinen Augen, passenden Nachfolger gefunden haben.





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