Die deutsche Volkwirtschaft lebt von fähigen Unternehmerpersönlichkeiten, die den Schritt wagen und eine eigene Firma gründen. Klein- und mittelständische Unternehmen sind eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft. Doch die Zahl der Unternehmensgründungen geht in Deutschland zurück. Doch der Abwärtstrend scheint sich zu verlangsamen.
Gründungsmonitor 2009
Laut den statistischen Untersuchungen des Gründungsmonitors 2009 über Unternehmensgründungen in Deutschland für das Jahr 2008, wagten 797.000 Menschen den wichtigen Schritt in die Selbstständigkeit. Im Bezug auf das Jahr 2007 bedeutet dies einen Rückgang von rund sieben Prozent. Dennoch geben die Zahlen Anlass zur Hoffnung. Im Vergleich zu 2006 scheint sich der Abwärtstrend zu verlangsamen. 2007 betrug das Minus zum Vorjahreszeitraum ganze 21 Prozent. Im Ost-West-Vergleich war der prozentuale Rückgang für das Jahr 2008 im Westen der Republik mit einem Minus von sechs Prozent kleiner als im Osten. Dort betrug das Minus 15 Prozent.
Die Untersuchungen zeigen auch, dass die Selbstständigkeit nach wie vor eine große Rolle spielt, wenn es darum geht, der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Im Durchschnitt war jeder fünfte Existenzgründer in Deutschland vor der Selbstständigkeit arbeitslos. Dabei ist ein besonderer Trend zu beobachten: Kleine und kleinste Gründungsprojekte standen bei den Existenzgründern im Vordergrund. 72 Prozent aller Gründer gingen in die Selbstständigkeit ohne eigene Mitarbeiter. Die Existenzgründer im Jahr 2008 schafften 449.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze. Im Vorjahr waren es noch 468.000. Dennoch ist und bleibt der Weg in die Selbstständigkeit für viele schwierig. Über ein Viertel der Existenzgründer ist nach etwa drei Jahren vom Markt verschwunden. Weitere Informationen finden Sie hier.
Gründungen in Hessen
Betrachtet man die Gesamtgründungen für den Zeitraum von 2006 bis 2008 liegt Hessen auf Platz drei im Bezug auf die Gesamtgründungen im Vergleich der Bundesländer. Der Anteil der hessischen Gründungen an der Gesamtquote der Unternehmensgründungen in Deutschland beträgt 1,98 Prozent hinter Berlin (2,95 Prozent) und Hamburg (2,78 Prozent). Der hessische Anteil an der Gesamtgründerquote lässt sich zwischen Existenzgründung als Vollerwerb und Nebenerwerb aufteilen. Hier liegen die Anteile bei 0,75 bzw. 1,23 Prozent. Zur Berechnung der regionalen Gründerquoten liegt für Hessen eine Gesamtstichprobe von n=6.886 vor.
Die höchsten Gründerquoten lassen sich folglich in den beiden Stadtstaaten Berlin und Hamburg finden. Aber bereits auf Platz drei, vier und fünf kommen die wirtschaftsstarken Flächenländer Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Die Untersuchungen haben ergeben, dass es einen signifikant positiven Einfluss des Bruttoinlandsprodukts auf die Gründerquote gibt. Dadurch ziehen die Autoren der Studie den Schluss, dass die höhere ökonomische Aktivität einer Region einen positiven Einfluss auf Existenzgründungen hat. Das heißt, ökonomisch aktive Regionen – wie etwa Hessen – haben gewissermaßen einen positiven Anschubeffekt auf Unternehmensgründungen.
Vorschau auf 2009
Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise wird sich auch in diesem Jahr auf Unternehmensgründungen in Deutschland auswirken. Laut Schätzungen im Rahmen des Gründungsmonitors 2009 wird die Zahl der Firmengründungen auch in diesem Jahr wahrscheinlich rückläufig sein. Erst mit dem Abklingen der Wirtschaftskrise wird mit einem Anstieg der Existenzgründungen gerechnet.
Spezielle Angebote für Existenzgründer
Hessische Existenzgründer werden von der Bürgschaftsbank Hessen unterstützt. Da Existenzgründer auf dem freien Kapitalmarkt nur über eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten verfügen, sind sie vor allem gegenüber etablierten und Großunternehmen benachteiligt. Mit einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank Hessen können die fehlenden Sicherheiten ersetzt werden, um einen Kredit zu erhalten. Die Bürgschaftsbank berät Existenzgründer und Selbstständige, damit kein betriebswirtschaftlich sinnvolles Vorhaben an fehlenden Kreditsicherheiten scheitert.
Bürgschaft ohne Bank
Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit haben es oftmals schwer, einen Finanzierungspartner für ihre Ideen und Vorhaben zu finden. Die Bürgschaftsbank Hessen hat sich auf die Fahnen geschrieben, dass jede gute Geschäftsidee die Möglichkeit erhalten soll, in die Realität umgesetzt werden zu können. Aus diesem Grund startete die hessische Bürgschaftsbank die Initiative „Bürgschaft ohne Bank“. Mit dieser Initiative möchte die Bank und ihre Partner aus Wirtschaft und Politik Existenzgründer in Hessen fördern und auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten.
Wer als Gründer über keine eigene Hausbank verfügt, kann eine Bürgschaft direkt bei der Bürgschaftsbank Hessen beantragen. Ist die Geschäftsidee überzeugend, stellt die Bank die benötigten Kreditsicherheiten zur Verfügung. Mit der Zusage der Bürgschaftsbank haben es Existenzgründer wesentlich einfach und leichter eine Bank zu finden, die bereit ist, die Gründer mit einem Kredit finanziell zu unterstützen.
Der ausführliche Gründungsmonitor 2009 finden Sie hier, Informationen zur Bürgschaftsbank Hessen und der Initiative „Bürgschaft ohne Bank“, finde Sie hier.





0 Antwort auf “Rückgang der Unternehmensgründungen gebremst”