Kapital für junge Unternehmen

Wer als junger Existenzgründer ein Unternehmen gründen will, braucht neben einer guten Idee und einem tragfähigen Konzept vor allem eines: Geld. Es gibt viele Möglichkeiten der Finanzierung: Von staatlichen Zuschüssen, über Bürgschaften bis zum Venture-Capital.

Gerade in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise klagen klein- und mittelständische aber auch große Unternehmen über sich verschärfende Bedingungen für die Aufnahme von Krediten. Viele Existenzgründer, die jetzt den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen, fühlen sich von den schlechten Nachrichten aus der Finanzwirtschaft abgeschreckt. Doch gerade für Gründer gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Angebote, um an Kapital für ihre Ideen zu kommen.

Staatliche Zuschüsse

Die Bundesregierung hat verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung von Existenzgründern geschaffen. Das Existenzgründer-Portal des Ministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) gibt einen guten Überblick über die verschiedenen Fördermöglichkeiten des Bundes. Beispielhaft sei das sogenannte EXIST-Gründungsstipendium erwähnt. Mit dem Stipendium des Bundeswirtschaftsministeriums bekommen Existenzgründer die Möglichkeit, ihre Idee zu einem ausgereiften Geschäftskonzept zu entwickeln. Außerdem werden die Gründer bei der Entwicklung von marktfähigen Produkten oder Dienstleistungen unterstützt. Das Gründungsstipendium richtet sich vor allem an Existenzgründer von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Weitere Information zum EXIST-Gründungsstipendium finden Sie hier.

Ebenfalls von Bund und dem Europäischen Sozialfonds bezuschusst wird das „Gründercoaching Deutschland“, über das wir hier im Blog bereits mehrfach berichtet haben. Das Gründercoaching richtet sich an alle Jungunternehmer, die sich in der Start- bzw. Festigungsphase ihrer Unternehmung befinden. Voraussetzung für ein Gründercoaching ist, dass die Existenzgründung noch nicht länger als fünf Jahre zurück liegt. Übernommen werden 90 Prozent der Kosten für das Coaching, wobei der Maximalwert der Maßnahme bei 4.000 Euro gedeckelt ist. Der Eigenanteil von zehn Prozent (400 Euro) kann unter Umständen auch von der Agentur für Arbeit bei Empfängern von Arbeitslosengeld II übernommen werden (siehe hier). Weitere Informationen zum Gründercoaching Deutschland finden Sie hier.

Existenzgründer, die sich in der Technologiebranche selbstständig machen wollen, haben die Möglichkeit eine Förderung aus dem High-Tech-Gründerfonds zu erhalten. Dieser Fonds wird von der Industrie, dem Bund und der KfW Bank getragen.

Förderbanken

Existenzgründer können im Rahmen von Förderprogrammen des Bundes, der Länder und der Europäischen Union finanzielle Unterstützung erhalten. Neben verschiedenen Förderdarlehen ist das Startgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro sicherlich am bekanntesten. Vor allem wenn man als Existenzgründer nicht über die benötigten Sicherheiten für einen Kredit bei seiner Hausbank verfügt, bietet das Startgeld eine gute Alternative um an Kapital zu kommen.  Informationen über Existenzgründungen in der gewerblichen Wirtschaft, finden Sie hier.

Bürgschaftsbanken

Existenzgründer haben es oft schwer, einen Finanzierungspartner für ihre Idee zu finden. Damit gute Geschäftsideen auch umgesetzt werden können und nicht an mangelnder Finanzierung scheitern, gibt es die Bürgschaftsbanken der Länder, wie beispielsweise die Bürgschaftsbank Hessen. Mit der Initiative „Bürgschaft ohne Bank“ (BoB) geht die hessische Bürgschaftsbank neue Wege in der Unterstützung von Existenzgründern. Das Ziel der Bank und ihrer Partner aus Handwerk, Industrie, Banken, Kammern, Vereinen und staatlichen Einrichtungen ist die Unterstützung von Existenzgründungen in Hessen durch die Bereitstellung benötigter Sicherheiten. Gründerinnen und Gründer ohne Hausbank können eine Bürgschaft direkt bei der Bürgschaftsbank beantragen. Ist die Bank von den Erfolgsaussichten und dem Konzept  überzeugt, stellt sie die notwendigen Sicherheiten, um einen Kredit bei einer Bank zu beantragen. Mit der Zusage einer Bürgschaftsbank haben es Existenzgründer wesentlich leichter, eine Bank zu finden, die bereit ist, ihre Existenzgründung zu finanzieren.
Business Angels

Die Idee sogenannter Business Angels ist noch nicht sehr alt, aber immer weiter auf dem Vormarsch in Deutschland. Business Angels sind informelle Investoren, die in der Regel von neuen Ideen und Konzepten schneller zu überzeugen sind als rein zahlenkalkulierende Fonds und Beteiligungsgesellschaften. Für Existenzgründer hat die Beteiligung eines Business Angels mehrere Vorteile: Neben finanzieller Unterstützung aus ihrem Privatvermögen bringen Business Angels vor allem ihr Know-how ein. Generell liegt die Grenze für eine Beteiligung durch Business Angels an einer Existenzgründung  bei etwa 200.000 Euro. Über den Bundesverband der Business Angels können Existenzgründer Kontakt zu den regionalen Netzwerken der Business Angels aufnehmen.

Beteiligungsgesellschaften

Die private Beteiligungsbranche ist die klassische Quelle für Kapital für Jungunternehmer. Dabei handelt es sich um sogenannte „Venture-Capital-Gesellschaften“. Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BKV) bietet im Internet eine Suchmaschine an, auf der Existenzgründer die passenden Geldgeber finden können. Dafür muss auf der Gründer ein Suchprofil auf der Internetseite des BKV ausfüllen. Danach erhält er umgehend eine Liste mit zu ihm passenden Investoren. Im Anschluss daran kann der Gründer sich und seine Idee den Investoren vorstellen und mit ihnen gemeinsam an der Umsetzung des Projekts arbeiten.

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