Studie zum Gründungsverhalten von Frauen

Eine neue Studie zum Gründungsverhalten von Frauen hat gezeigt, dass Frauen immer noch seltener den Sprung in die Selbstständigkeit wagen als Männer.
Seit den siebziger Jahren ist zu beobachten, dass Frauen seltener eine Existenz gründen als Männer. Zwar hat die Zahl der weiblichen Existenzgründer bis heute zugenommen und wird auch weiter zunehmen, allerdings sind größere Sprünge wohl nicht zu erwarten. Die Gründungsmentalität – gerade in Deutschland – verändert sich nur langsam.

Existenzgründungen in Deutschland

Die Studie beruht auf dem Gründungsmonitor 2008. Dieser basiert auf einer repräsentativen Umfrage zwischen 40.000 bis 50.000 Menschen, die zu ihrem Gründungsverhalten befragt werden. Für das Jahr 2008 wurden 797.000 Unternehmensgründungen gezählt. Nach der Auswertung dieser Zahlen kommt man zu dem Ergebnis, dass 59 Prozent der Gründungen von Männern vorgenommen wurde. Der Anteil an Frauen liegt bei nur 41 Prozent. Vor dem Hintergrund, dass Frauen die Hälfte unserer Gesellschaft und der globalen Bevölkerung ausmachen, ist das Ergebnis eher bescheiden.

Mögliche Gründe

Die Autoren der Studie, die im Auftrag der KfW durchgeführt wurde, sehen verschiedene Gründe für die Zurückhaltung der Frauen. In erster Linie führen sie dieses Verhalten darauf zurück, dass Frauen ihre Erfolgsaussichten kritischer beurteilen als ihre männlichen Kollegen.
Weiterhin bemängeln die Studienautoren, dass die gesellschaftliche Anerkennung bei Unternehmensgründungen von Frauen geringer ist als die bei Männern.

Viele Frauen sind auf dem Weg zur Selbstständigkeit vorsichtiger und zurückhaltender, vor allem wenn es darum, dass sie ihren eigenen Lebensunterhalt mit einer Unternehmensgründung bestreiten müssen. Schaut man sich die Zahlen der hauptberuflichen Existenzgründer, so sinkt der Anteil der Frauen auf magere 33 Prozent. Dafür sind Frauen vor allem im Bereich der nebenberuflichen Erwerbsgründungen zu finden. Hier beträgt der Anteil der Frauen bereits stattliche 48 Prozent.

Weibliche Existenzgründer konzentrieren sich insbesondere im Dienstleistungssektor. Dadurch kommt es auf der einen Seite zu erhöhtem Konkurrenzdruck. Auf der anderen Seite ist die deutsche Wirtschaft abhängig von der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen. Aus Sicht der Wirtschaft und Politik sollten daher mehr technologie- und kapitalintensive Unternehmensgründungen angestrebt werden.

Weibliche und männliche Existenzgründer

Existenz- und Unternehmensgründern haben unabhängig vom Geschlecht vieles gemeinsam. Sie sind oftmals kreativer und besitzen eine höhere Risikobereitschaft als andere Menschen. Gründer streben in den meisten Fällen nach mehr Selbstverwirklichung. Sie sind überdurchschnittlich kommunikationsfähig und können ein höheres Bildungsniveau vorweisen. Egal ob Mann oder Frau, Existenzgründer sind mehr als andere Menschen davon überzeugt, dass der persönliche Erfolg in erster Linie durch das eigene Handeln gesteuert werden kann.

Erfolgreiche Gründungen

Grundsätzlich gilt für alle Existenzgründer – unabhängig vom Geschlecht –, dass qualifizierte Gründungen wesentlich erfolgversprechender sind als Existenzgründungen ohne die notwendige und erforderliche berufliche Qualifikation. Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn ein Gründer schon früher mal ein Unternehmen erfolgreich gegründet hat.

Soll der Anteil der weiblichen Existenzgründer erhöht werden, muss die Selbstständigkeit bereits an Schulen und Hochschulen als attraktiver Berufsweg vermittelt werden. Für viele Frauen stellt sich die Selbstständigkeit als ideale Möglichkeit heraus, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen – besser jedenfalls als in einem Angestelltenverhältnis.

Läuft erst einmal das eigene Unternehmen, gibt es keine erkennbaren Unterschiede mehr zwischen Männern und Frauen. Beide sind gleich erfolgreich.

Die komplette Studie “Gründungsaktivitäten von Frauen und Männer in Deutschland - Gleich Voraussetzung, andere Einstellung?” finden Sie hier.

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