Sinkende Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote vieler klein- und mittelständischer Unternehmen liegt nur noch im einstelligen Bereich. Viele KMU bekommen gegenwärtig die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise immer deutlicher zu spüren. Die Probleme sind einbrechende Umsätze und Schwierigkeiten bei der Kreditbeschaffung. Nur mit einer ausreichenden Reserve lässt sich die Durststrecke auch weiterhin überstehen.

Reserven schrumpfen

Glaubt man den Voraussagen von Experten und Ökonomen, so scheint die Talsohle Wirtschaftsflaute langsam durchschritten worden zu sein. Jeder achte Mittelständler bezeichnet seine aktuelle Lage trotzdem als schwierig. Hält die Krise noch weitere sechs Monate an, wird sich wohl die Lage für jeden Siebten verschärfen. Die Experten rechnen allerdings mit einer endgültigen Überwindung der Krise erst Mitte 2011. Nur wer noch über ausreichend Eigenkapital verfügt, wird die Durststrecke bis dahin überstehen können. Doch laut einer Umfrage verfügen nur noch wenige klein- und mittelständische Unternehmen über eine Eigenkapitalquote von mehr als 20 Prozent.

Die Auswirkungen der Krise haben den deutschen Mittelstand erreicht. Zwar waren viele Mittelständler gegen die derzeitige Krise recht gut gewappnet, droht ihnen nun aber langsam die Luft auszugehen. Die mühsam aufgebaute Eigenkapitalquote ist bei vielen bedenklich geschrumpft und bewegt sich nur noch im einstelligen Bereich. Wegbrechende Umsätze und Verluste zehren die Reserven auf. Darüber hinaus klagen viele mittelständische Unternehmen über die erschwerten Bedingungen bei der Beschaffung von neuem Kapital. Hält die Krise noch weiter an, werden wahrscheinlich nur noch die Unternehmen überstehen, die noch über ausreichend Kapital verfügt.

Gut gerüstet in die Krise

Nach dem Platzen der New-Economy-Blase haben viele mittelständische Unternehmen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Die meisten Unternehmen haben in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs kontinuierlich ihre Eigenkapitalbasis verbessert. Mit dieser Reserve waren sie gut gerüstet für die gegenwärtige Wirtschaftskrise und haben sie bisher mehr oder minder gut überstanden. Doch je länger die Krise noch anhält, desto dünner wird die Kapitaldecke.

Laut einer Umfrage verfügen nur noch wenige mittelständische Unternehmen über eine solide Eigenkapitalquote von 20 Prozent und mehr. Vor allem im Bereich Dienstleistung, Bauunternehmen und Kfz-Handel ist die Bilanzqualität stark gesunken. Im Durchschnitt verfügen Unternehmen in diesem Bereich nur noch über eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von weniger als zehn Prozent.

Maßnahmen gegen den Kapitalrückgang

Um einer Verschlechterung der Liquiditätsreserven vorzubeugen, haben etwa ein Drittel der befragten klein- und mittelständischen Unternehmen in den nächsten Monaten eine Erhöhung der Eigenkapitalquote geplant. Vor allem sollen die Gewinne weitestgehend im Unternehmen bleiben. Außerdem sollen sich die Gesellschafter verstärkt an den Unternehmen beteiligen.

Eine Beteiligung durch einen externen Kapitalgeber wäre eine weitere Alternative. Allerdings fürchten sich viele Mittelständler vor dem Einstieg eines externen Kapitalgebers in das Unternehmen. Bei vielen schwirrt nach wie vor das Bild der vielzitierten „Heuschrecken“ im Kopf herum. Dabei ist der Ruf von Beteiligungsgesellschaften schlechter als die Realität. Viele national- und regionalorientierte Kapitalgesellschaften denken nahezu vorbildlich unternehmerisch langfristig und bieten sich als strategische Berater an. Eine strategische Partnerschaft mit einem Finanzinvestor bietet dem mittelständischen Unternehmen einige Vorteile, besonders bei Verhandlungen mit der Bank.
Weitere Informationen erhält man beim Bundesverband deutscher Kapitalgesellschaften (BKV).

Bürgschaften

Trotz steigender Nachfrage nach Beteiligungen halten sich Investoren vor dem Hintergrund der anhaltenden wirtschaftlich angespannten Lage zurück. Einen anderen Ausweg bieten die deutschen Bürgschaftsbanken, wie etwa die Bürgschaftsbank Hessen.

Die Bürgschaftsbank Hessen unterstützt neben hessischen Existenzgründern auch klein- und mittelständische Unternehmen, beispielsweise mit Bürgschaften für Investitionen, Standorteröffnungen oder Produkteinführungen. Als Förderbank und Selbsthilfeinstitut der hessischen Wirtschaft übernimmt die Bürgschaftsbank gegenüber Kreditinstituten Bürgschaften, wenn die zu finanzierenden Vorhaben sinnvoll und Erfolg versprechend sind. Für Investitionsfinanzierungen werden Bürgschaften bis zu 80 Prozent und für Betriebsmittelfinanzierungen bis zu 60 Prozent der Kreditsumme, maximal aber 1,5 Millionen Euro (bei Bewilligungen in 2009 und 2010) erteilt.

Mit dem Sonderprogramm Betriebsmittelfinanzierung stellen das Land Hessen und die Bürgschaftsbank Hessen von der Finanz- und Automobilkrise betroffenen Unternehmen bis zu 80-prozentige Ausfallbürgschaften für Betriebsmittelfinanzierungen zur Verfügung. Damit können die betroffenen Unternehmen zusätzliche Liquiditätskredite bei ihrer Hausbank absichern.

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