Bald wird es Existenzgründern und Unternehmen mit Tochtergesellschaften im europäischen Ausland möglich sein, eine Europäische Privatgesellschaft (ERP) zu gründen. Unternehmerverbände verknüpfen mit der Einführung der Europa-GmbH große Erwartungen und erhoffen sich Erleichterungen durch das Einsparen von Gründungs- und Beratungskosten.
Entwurf
Voraussichtlich am 1. Juli 2010 soll der Entwurf der Europäischen Kommission für die Europäische Privatgesellschaft (EPG) in Kraft treten. Damit wäre es erstmals möglich, eine einheitliche und europaweit gültige Rechtsform für Unternehmen einzuführen. Die ERP bringt sowohl Vorteile für Existenzgründer mit sich als auch für Unternehmer, die im europäischen Ausland bereits über Tochtergesellschaften verfügen. Wie eine EPG im Detail aussehen wird, muss noch vom EU-Ministerrat entschieden werden.
Hohe Erwartungen
Bevor die Europäische Kommission ihre Vorlage zur Europa-GmbH einbrachte, startete die Kommission eine Befragung unter 517 Unternehmen aus ganz Europa. Die von den Unternehmern formulierten Erwartungen sind hoch. So hoffen 67 Prozent der Befragten auf Möglichkeiten zur vereinfachten und billigeren Gründung von Tochterunternehmen. 65 Prozent der befragten Unternehmen verbinden mit der Einführung der EPG eine Erleichterung der Organisation von bereits bestehenden Unternehmensgruppen.
Auch die Unternehmensberatung KPMG führte im Vorfeld des Entwurfs eine Befragung zur Europa-GmbH durch. 66 Prozent der Befragten hoffen, dass sie mit der Einführung der EPG und der Vereinheitlichung der Binnenverfassung ihrer Tochtergesellschaften Kosten senken können. Das Fazit der KPMG-Befragung ist, dass die meisten Befragten die EPG für eine flexible und kostengünstige Alternative halten, vor allem im Bereich Verwaltung und Rechtsberatung. Darüber hinaus lassen sich durch die Europa-GmbH auch Kosten für Neugründungen im europäischen Ausland reduzieren.
Kostensenkung
Das Thema Gründungskosten spielt für deutschen klein- und mittelständische Unternehmen, aber auch Großunternehmen und Konzerne eine wesentliche Rolle. Nach sehr positiven Berechnungen der Wirtschaftsverbände können durch eine Europa-GmbH bis zu 80 Prozent der Kosten jährlich für Gründungen und Beratungen von Tochtergesellschaften im europäischen Ausland eingespart werden.
Einen weiteren Vorteil sehen die Experten der KPMG im Aufbau eines europäischen Unternehmens-, Konzern- oder Gruppenlabels. Das heißt, durch die EPG ließe sich auch die Außenwirkung der Unternehmen in den Ländern vereinheitlichen und verbessern. Dadurch haben die Unternehmen die Möglichkeit, schneller Vertrauen auf den europäischen Märkten und bei Geschäftspartnern aufzubauen.





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