Stimmung hellt sich auf

Die Stimmung im deutschen Mittelstand hellt sich langsam auf. Die Mittelständler schauen wieder optimistischer in die Zukunft – jedenfalls laut Mittelstandsbarometer. Die Stimmung in den Chefetagen des Mittelstands ist sogar noch besser als die Erwartungen insgesamt.

Aufhellung

Den zweiten Monat in Folge stehen laut dem Mittelstandsbarometer die Zeichen auf mehr Wachstum. Das Barometer legte laut dem Münchner Ifo-Instituts um 1,6 Punkte zu. Damit liegt das Mittelstandsbarometer mit 2,8 Punkten über der Nulllinie. Das bedeutete, dass das Barometer einen Zuwachs und damit wieder ein Wachstum des Mittelstandes insgesamt anzeigt. Volkswirte interpretieren den jüngsten Zuwachs als endgültiges Durchschreitung des tiefsten Konjunkturtals seit Ende des Weltkrieges.

Gute Aussichten

Die Unternehmen bewerten ihre momentane Lage sowie die Aussichten für die kommenden Monate deutlich positiver als im Vergleichszeitraum. Die Erwartungen für die kommenden Monate werden mit 8,1 Zählern sogar als überdurchschnittlich gut bezeichnet.

Nicht nur bei den Mittelständlern hellt sich die Lage auf. Auch bei Großunternehmen verbessert sich die Stimmung. Experten werten diesen Trend als weiteres Zeichnen dafür, dass die schwersten Einbrüche in Produktion und Nachfrage endlich überstanden sind. Diese Erkenntnis wird zusätzlich gestützt, dass sich gerade in den Großunternehmen die Stimmung aufhellt, da diese sich aufgrund ihres internationalen Engagements besonders auf globale Entwicklungen reagieren,. Vor allem die Industrie leidet unter den Einbrüchen der deutschen Exportwirtschaft. Der verarbeitende Sektor ist immer noch nicht aus dem gröbsten heraus – die Zeichen in der Industrie stehen bisher noch nicht auf Wachstum.

Wirtschaftswachstum

Insgesamt wird nach Berechnungen der deutschen Bundesregierung die deutsche Wirtschaft 2010 um 1,4 Prozent wachsen. Vor dem Hintergrund des Minus von fünf Prozent im Jahr 2009 keine schlechten Aussichten. Dennoch wäre mit diesem Wachstum nur ein Teil des bisherigen Verluste ausgeglichen.

Hinzu kommt die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt. Durch das System der Kurzarbeit konnten viele Unternehmen ihre Belegschaft halten. Doch allmählich zerrt das Instrument an den Reserven der Unternehmen, allen voran im Mittelstand. Es besteht vielerorts eine hohe Überkapazität an Arbeitskräften. Die Agentur für Arbeit rechnet im laufenden Jahr mit einem Arbeitslosen knapp unter vier Millionen.

Angesichts möglicher steigender Arbeitslosenzahlen gehen Gründungsexperten von einem Anstieg der Existenzgründungen in 2010 aus. Gerade in Deutschland ist die Existenzgründung und damit einhergehend die Selbständigkeit nach wie vor ein beliebtes Mittel einer drohenden oder bereits erfolgten Arbeitslosigkeit zu entgehen.

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