DIHK-Umfrage Kreditkonditionen

Die gute Nachricht vorweg: Laut der DIHK-Umfrage vom Jahresbeginn 2010 zu den herrschenden Kreditkonditionen im Mittelstand, können die Experten bislang keine Kreditklemme erkennen. Wohl aber haben sich die Kreditbedingungen für die Wirtschaft verschärft.

Studienergebnis

25 Prozent der Unternehmen berichten in den aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) von verschlechterten Kreditkonditionen im Vergleich zum Vorjahr. Das ist ein Prozentpunkt weniger als noch vor vier Monaten. Bei drei Prozent der Unternehmen werden Kredite abgelehnt. Damit herrscht in Deutschland zwar keine flächendeckende Kreditklemme, aber immer noch sehen sich insgesamt 28 Prozent der Unternehmen Finanzierungsschwierigkeiten gegenüber. Neun Prozent der Betriebe konnten mit ihrer Hausbank bessere Konditionen aushandeln (keine Veränderung zum Vergleichszeitraum) – auch ein Resultat äußerst niedriger Notenbankzinsen und somit günstiger Refinanzierungsmöglichkeiten der Kreditinstitute.

Angesichts der erst wieder langsam in Gang kommenden Investitionstätigkeit war die Kreditnachfrage in den letzten Monaten wohl eher zurückhaltend. Dass in diesem Umfeld aber immer noch 28 Prozent der Unternehmen von ausgeprägten Finanzierungsschwierigkeiten berichten, bereitet mit Blick auf die kommenden Monate Sorge. Denn im Zuge der absehbaren weiteren Konjunkturbelebung werden deutlich mehr Unternehmen Kredite nachfragen. Zudem haben sich die Probleme in einigen Branchen derzeit sogar verfestigt. Hauptproblem für die Unternehmen bleibt die Betriebsmittelfinanzierung und die Besicherung von Krediten. Aber auch die Exportfinanzierung und die Kreditversicherungen sind für einzelne Branchen große Kredithürden.

Keine Kreditklemme

Die in weiten Teilen der Wirtschaft und Politik befürchtete Kreditklemme ist bisher ausgeblieben. Nur etwa drei Prozent der Kreditanfragen werden abgelehnt. Damit bleibt der Wert im Vergleich zu Vorumfragen stabil. Aus Sicht der DIHK-Experten haben dazu vor allem die Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte, die Maßnahmen der weltweiten Notenbanken sowie die staatlichen Bankenrettungsschirme beigetragen. Hinzu kommt auch, dass das Kredit- und Bürgschaftsprogramm einen wesentlich Beitrag zur Stützung der Kreditvergabe geleistet hat.

Sicherheiten

Fehlende oder mangelnde Sicherheiten sind nach wie vor die Hauptursache für schlechte Kreditkonditionen. Im Vergleich zum Herbst 2009 hat sich die Situation noch einmal verschärft, da die Bank- und Kreditinstitute zunehmen risikoscheuer geworden sind. Bei den meisten Betrieben aber stehen Sicherheiten nur in begrenztem Umfang zur Verfügung. Hinzu kommt, dass konjunkturell bedingt die vorhandenen Sicherheiten von den Banken niedriger bewertet werden. Allen voran kleinere Unternehmen leiden unter den verschärften Sicherheitsanforderungen.

Kredit- und Bürgschaftsprogramm

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Versorgung der Unternehmen mit Krediten auch in Zeiten der Krise sicherzustellen. Sie leisten einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung der Unternehmen. Da sich die Kreditkonditionen für viele Unternehmen verschlechtert haben, ist die Nachfrage nach entsprechenden Sicherheiten stark angestiegen

Die Wirtschaftsexperten des DIHK bewerten daher die Ausweitung des Bürgschaftsrahmens im Rahmen des Wirtschaftsfonds „Deutschland“ im letzten Jahr als eine sehr wichtige Maßnahme zur Unterstützung von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU). Die steigenden Antragszahlen der Bürgschaftsbanken, wie etwa der Bürgschaftsbank Hessen, sind ein klares Indiz, dass sich das Problem verstärkt hat und die Bürgschaftsbanken KMU den Zugang zum Kreditmarkt ermöglichen. Es ist wichtig und richtig den Bürgschaftsrahmen der Bürgschaftsbanken noch weiter auszuweiten.

2 Antworten auf “DIHK-Umfrage Kreditkonditionen”


Hinterlasse eine Nachricht