Die Zahl der weiblichen Existenzgründer ist in Deutschland immer noch kleiner im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Vor allem im Bereich der Vollerwerbsgründung sind die Unterschiede gravierend. Dabei bietet die Selbständigkeit gerade für Frauen eine interessante Möglichkeit aus dem Dilemma, Familie und Beruf unter einen Hut bringen zu müssen.
Weltfrauentag
Anlässlich des heutigen Weltfrauentages wollen wir einen Blick auf die unterschiedliche Gründungssituation zwischen Frauen und Männern werfen. Laut Gründungsmonitor 2009 betrug der Anteil der weiblichen Existenzgründungen im Jahre 2008 nur 41,4 Prozent der gesamten Gründungen in Deutschland. Noch deutlicher aber wird der Unterschied, wenn man sich die Unternehmensgründungen von Frauen als Vollerwerbstätigkeit anschaut. Gerade einmal ein Drittel aller Vollerwerbsgründungen geht auf Frauen zurück. Ähnlich sieht es bei der Einkommensentwicklung aus. 2009 lag der sogenannte Equal-Pay-Day auf dem 20. März 2009. Der Equal-Pay-Day ist der Tag, an dem Frauen statistisch gesehen das selbe Einkommen verdient haben, wie ein Mann in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember eines Jahres verdient hat. 2010 wird dieser Tag auf den 26. März 2010 fallen. Das heißt, am 26. März erst werden Frauen in Deutschland statistisch gesehen das Selbe verdient haben, wie Männer in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009.
Positive Entwicklungen
Aber es gibt auch einige positive Entwicklungen: In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der von Frauen gegründeten Unternehmen um gut sieben Prozent gestiegen. Die Repräsentantin der Deutschen Gründer- und Unternehmertage 2010 (deGUT), Valerie Bönstöm, ist über diesen Trend nicht verwundert. Gerade für Frauen – allen voran Frauen mit Kindern – bietet die Selbständigkeit eine Möglichkeit, die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten und ihren Bedürfnissen anzupassen. Hinzu kommt die finanzielle Unabhängigkeit und die persönliche Selbstverwirklichung als Unternehmerin.
Unterschiedliches Gründungsverhalten
Betrachtet man sich die Zahlen über weibliche Existenzgründungen, so stellt sich die Frage, worin die Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Gründungsverhalten liegen. Viele Studien sehen klar einen Grund in der geringeren Risikofreude der Frauen. Demnach sind Männer eher bereit das Risiko einer Selbständigkeit und allen daraus möglichen Folgen einzugehen als Frauen. Hinzu kommt die weniger optimistische Sicht der Frauen was ihre eigenen Erfolgschancen angeht.
Allerdings scheinen diese Erklärungen ein wenig zu kurz zu greifen. Sicherlich ist eine Begründung für das Verhalten auch in der gesellschaftshistorischen Entwicklung zu suchen. Frauen haben viel später begonnen sich unternehmerisch selbst zu verwirklichen als Männern, bedingt durch politische, gesellschaftliche und soziale Bedingungen, in den Frauen lebten und zum Teil heute noch leben (müssen).
Daher fordern engagierte Frauen und Verbände, dass ihre Geschlechtsgenossinnen einfach mutiger werden müssen. Sie sollten ihre Ideen ausleben und einfach mal Neues ausprobieren, ohne Angst oder sich unnötig Gedanken machen zu müssen. Daher gibt es viele Projekte und Initiativen speziell für weibliche Existenzgründerinnen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Wenn das Unternehmen erst einmal läuft, gibt es laut einer Studie des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) auch keine Unterschiede mehr zwischen Frauen und Männern was den Erfolg der Unternehmung angeht.
Gute Vorbereitung
Um langfristig Erfolg zu haben, ist die Vorbereitungsphase für alle Gründer besonders wichtig. Je besser sich Existenzgründer auf ihre Selbständigkeit vorbereiten und sich gründlich informieren, desto höher sind die langfristigen Erfolgsaussichten. Der deGUT, eine der wichtigsten Messen in Deutschland zum Thema Existenzgründungen und Selbständigkeit, ist eine Möglichkeit zur gründlichen Vorbereitung und Netzwerkknüpfung. Im Vorfeld des Deutschen Gründer- und Unternehmertags 2010 am 29./30. Oktober 2010 sollen vor allem Frauen für Existenzgründungen mit positiven Erfahrungen anderer erfolgreicher Gründerinnen ermutigt werden. In Kurzfilmen erzählen Unternehmerinnen und Jungunternehmen über ihre Erfahrungen und Herausforderungen, denen sie sich stellen mussten, und geben darüber hinaus wertvolle Tipps für einen guten und erfolgreichen Start in die Selbständigkeit. Von den Beiträgen werden sicherlich nicht nur Frauen profitieren.





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