Factoring

28. Mai 2010 von JK

Factoring erweist sich für viele Mittelständler als Alternative zum Kredit, vor allem in Zeiten des erschwerten Zugangs zu neuen Bankkrediten. Im Krisenjahr 2009 stieg daher die Nachfrage nach Factoring um 62 Prozent. Besonders beliebt ist Factoring bei kleinen mittelständischen Unternehmen, die aufgrund der gestiegenen Zugangsvoraussetzungen zum Kreditmarkt ausbleibende Darlehen durch Factoring zu ersetzen suchen.

Factoring

8840 Unternehmen haben 2009 Factoring in Anspruch genommen. Das sind laut dem Deutschen Factoring-Verband 62 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei verkaufen die Factoring-Nehmer ihre Forderungen gegenüber ihren Abnehmern an den sogenannten Factor. Die Gegenleistung des Factors besteht darin, den Forderungsbetrag sofort an den Factoring-Nehmer zu überweisen. Allerdings behält sich der Factor einen Diskont ein, als Gegenleistung für seine Dienste.

Der Factoring-Nehmer hat den Vorteil, dass er die ausstehenden Forderungen sofort erhält, abzüglich des Diskonts des Factors. Dadurch kann er sich gegen das Ausfallrisiko der Forderungen absichern und verfügt zeitnah über die benötigte Liquidität. Verspätete Zahlungseingänge können vor allem kleinere Mittelständler in arge Bedrängnis bringen und zu einer finanziellen Schieflage führen, die im schlimmsten Fall in der Insolvenz enden. Ein Vorgang der im Krisenjahr 2009 gar nicht so selten war.

Krise im Factoring

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ging auch an der Factoring-Branche nicht spurlos vorbei. Zwar stieg die Zahl der Neukunden 2009, doch das rückläufige Volumen im Bestandskundengeschäft konnten auch die Neukunden nicht kompensieren. Besonders spürbar war der Einbruch in der Automobilbranche. Diese beklagte im vergangenen Jahr Umsatzeinbrüche von bis zu 40 Prozent. Wenn also 40 Prozent weniger Forderungen verkauft werden, können diese Einbrüche kaum durch kleinere mittelständische Neukunden ausgeglichen werden. Daher sanken die Umsätze der deutschen Factoring-Anbieter durchschnittlich um 7,3 Prozent auf 96,2 Milliarden Euro. Die Laufzeit der aufgekauften Forderungen stieg leicht an und betrug 2009 durchschnittlich 41,1 Tage.

Neben der Automobilindustrie brachen  vor allem die Umsätze mit besonders exportorientierten Unternehmen ein. Hier gingen laut dem Deutschen Factoring-Verband die Erlöse um 14,3 Prozent auf 25,8 Milliarden Euro zurück. Der Verband zeigte sich angesichts der Aufhellung im zweiten Halbjahr 2009 für das laufende Jahr 2010 optimistisch.

Verteuerung des Factorings

Das Risikomanagement der Factoring-Anbieter ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells. Für das Jahr 2010 rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit einer steigenden Zahl von Firmeninsolvenzen. Dies wirkt sich unmittelbar auf das Factoring aus: Wird die Refinanzierung der Factoring-Anbieter teurer, müssen auch die Factoring-Nehmer mit einer Verteuerung rechnen. Das heißt, der Diskont des Factors wird unweigerlich steigen. Auch die Krise hat sich bereinigend auf den Markt der Factoring-Anbieter ausgewirkt. So haben sich 2009 etliche kleine und branchenspezialisierte Anbieter vom Markt zurück gezogen.

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