Interesse an Gründung wird immer geringer

1. Juni 2012 von JK

Die Lust der Deutschen an einer Selbstständigkeit wird immer geringer. Seit der deutschen Einheit war das Interesse an einer Existenzgründung noch nie so gering wie heute. Der Gründerreport 2012 des DIHK rechnet in 2012 mit weniger als 400.000 Existenzgründungen.

Gründerreport 2012

Sowohl der Gründerreport 2012 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sowie der Gründungsmonitor der KfW beobachten den Trend, dass es immer weniger Existenzgründer in Deutschland gibt. Erfreulich ist nur, dass ca. 40 Prozent der Gründungswilligen in Deutschland Frauen sind.

„Deutschland – Land der Ideen“ ist eine Initiative der Wirtschaft und der Bundesregierung. Doch mit dem Rückgang der Existenzgründungen droht Deutschland auch die Ideen auszugehen. Vor dem Hintergrund der besser laufenden Konjunktur ziehen viele Menschen das sichere Angestelltenverhältnis der vermeintlich unsicheren Selbstständigkeit vor. Dadurch geht Deutschland viel Kreativität, Ideen und Innovationspotential verloren bzw. wird in einer konjunkturell günstigen Zeit nicht ausgeschöpft.

Von der Politik ist eine Änderung der Situation kaum zu erwarten. Durch den radikalen Umbau des Gründungszuschusses durch die zuständige Bundesministerin zu einer Ermessensleistung der Arbeitsagentur, werden Gründungswillige zusätzlich verunsichert oder Steine in den Weg gelegt. Die Bundesregierung hat die Mittel für dieses erfolgreiche Förderinstrument der Arbeitsagenturen um 80 Prozent gekappt. Aber gerade im Angesicht eines drohenden Jobverlusts interessiert sich jeder Zweite genau für diese Mittel. Der DIHK identifiziert auch die weiterhin bestehenden bürokratischen Hürden (u.a. die Gewerbesteueranmeldung) als Hürde auf dem Weg zur Selbstständigkeit.

Ebenfalls als schwierig erweist sich vor dem Hintergrund der neuen Anforderung an die Eigenkapitalquote der Banken und Kreditinstitute (Basel III) die Versorgung der Existenzgründer mit ausreichend Krediten zwischen 10.000 und 30.000 Euro. Durch eine tragfähige gesetzliche Grundlage könnten darüber hinaus mehr Investoren von Beteiligungskapital angezogen werden, die beispielsweise in den stark zurückgehenden Bereich der High-Tech-Gründungen investieren könnten.

Fast zwei Drittel der Existenzgründer gaben laut dem Gründerreport 2012 an, mit der Existenzgründung der (drohenden) Arbeitslosigkeit zu entgehen zu wollen. Nur noch knapp 37 Prozent der Gründer gründet aus Freude am Unternehmerdasein.

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