Frag den Chef: Was ist eigentlich das Bürgschaftsvolumen?

4. Juli 2012 von gaugustin

Michael Schwarz, Geschäftsführer Bürgschaftsbank HessenMichael Schwarz, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, beantwortet Fragen der Blog-Leser.

Wenn es um Ihr Geschäft geht, sprechen Sie in Ihren Mitteilungen von Bürgschafts-, Kredit- und Investitionsvolumen. Was ist da bitte der Unterschied?

Das Bürgschaftsvolumen ist der Betrag, den wir tatsächlich besichern, damit Unternehmen ihre Vorhaben bei ihrer Hausbank finanzieren können. Allerdings verbürgen wir niemals den gesamten Kredit, für einen Teil muss das Unternehmen selbst Sicherheiten beibringen. Bei Investitionen stehen wir für bis zu 80 Prozent ein, bei Betriebsmitteln bis zu 60 Prozent. Ein Teil des Kreditrisikos verbleibt also immer auch bei der Hausbank. Die vollen 100 Prozent sind das Kreditvolumen  – also der Teil, den die Hausbank dann bereitstellt, eben als Kredit.

Das Bürgschaftsvolumen ist also der Teil des Kreditvolumens, den wir besichern – und das Kreditvolumen ist der Betrag, den das Unternehmen finanziert. Und da Unternehmen ihre Investitionen nur selten voll finanzieren (müssen), ist die investierte Summe größer als die finanzierte – das Investitionsvolumen übersteigt also in der Regel das Kreditvolumen.

Ein Beispiel: Ein Metallbetrieb baut eine kleine Lagerhalle, diese kostet insgesamt 100.000 Euro. Das ist die Investitionssumme. Der Betrieb hat 30.000 Euro auf der hohen Kante und setzt sie dafür ein, muss also noch 70.000 Euro finanzieren – das ist das Kreditvolumen. Die Bürgschaftsbank stellt eine Sicherheit für 80 Prozent davon, also 56.000 Euro. Das Kreditrisiko der Hausbank reduziert sich so auf 14.000 Euro.

  • Investitionsvolumen: 100.000 Euro
  • Eigenkapital 30.000 Euro
  • Kreditvolumen: 70.000 Euro
  • Bürgschaftsvolumen (80%): 56.000 Euro

Haben Sie auch eine Frage an Michael Schwarz? Schreiben Sie uns an post@buergschaft-ohne-bank.de!

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