Was beim Geschäftskonto beachtet werden sollte

8. Oktober 2012 von JK

Der Anfang einer jeden Existenzgründung ist meinem gewissen Grad an Stress verbunden. Das liegt meist daran, dass viele Sachen neu sind und man vieles beachten muss. Da gerade am Anfang die Einnahmen noch eher spärlich fließen, stellt sich schnell die Frage, ob ein Geschäftskonto gleich zu Beginn der Selbstständigkeit wirklich notwendig ist oder ob das normale Privatkonto nicht erst mal ausreicht.

Spätestens mit der ersten Steuererklärung kommt für viele das böse Erwachen, die das private Girokonto für ausreichend befunden haben. Nachdem sämtliche geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben von den privaten Einnahmen und Ausgaben getrennt wurden, entscheiden sich viele Existenzgründer schnell zur Eröffnung eines separaten Geschäftskontos. Allerdings unterscheidet sich grundsätzlich ein Geschäfts- von einem Privatkonto – außer, dass das Geschäftskonto ausschließlich für alle unternehmerischen Belange genutzt wird.

Pro und contra Geschäftskonto

In der Regel spricht nichts dagegen ein zweites privates Girokonto zu eröffnen und als Geschäftskonto zu benutzen. Allerdings sehen viele Banken so etwas nicht sehr gerne. Es kommt auch immer wieder vor, dass Banken von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen, wenn sie feststellen, dass ein privates Girokonto als Geschäftskonto verwendet wird.

Zwar besteht keine Pflicht zur Führung eines Geschäftskontos, aber wer sein privates Girokonto auch für geschäftliche Belange benutzt, riskiert unter Umständen nicht nur die Kündigung durch die Bank, sondern verliert auch schnell den Überblick. Im schlimmsten Fall kommt das Finanzamt und führt eine Betriebsprüfung durch und sperrt wohlmöglich noch das Konto. Dann verfügt nicht nur das Geschäft über kein Geld mehr sondern auch das Privatvermögen ist gesperrt. So eine stressige Buchführungen sollte sich jeder Existenzgründer und Selbstständige sparen und gleich ein entsprechendes Geschäftskonto eröffnen.

Checkliste

Grundsätzlich sollte vor der Eröffnung eines Geschäftskonto überlegt werden, wie dieses genutzt werden soll. Das heißt, soll auf das Geschäftskonto regelmäßig Bargeld eingezahlt werden, wie es im Handel oder Gastronomie üblich ist, eignet sich ein Konto bei einem Filialbank besser als ein Online-Konto. Hinzu kommt, dass man mit dem Bankberater in einer Filialbank besser über Konditionen wie Kontokorrentrahmen verhandeln lässt, als über eine Hotline einer Online-Bank. Wenn allerdings vornehmlich bargeldlose Transaktionen vorgenommen werden sollen, dann eignet sich ein Online-Konto als Geschäftskonto eher. Bei bargeldlosen Transaktionen über das Internet ist man bei einem Online-Konto zeitlich und räumlich flexibel. In der Regel sind solche Online-Konten auch kostenlos und deren Führung gegenüber Filialkonten wesentlich günstiger, teilweise sogar kostenlos.

Kontoführungsgebühren

Viele Kreditinstitute werben heute mit kostenlosen Geschäftskonten. Allerdings sind solche kostenlosen Geschäftskonten im Bereich der Kontoführung eben nicht kostenlos. Wer wirklich ein kostenloses Geschäftskonto haben möchte, der sollte sich nach einer Online-Bank umsehen, die beispielsweise speziell auf Freiberufler ausgerichtet ist. Ein Vergleich lohnt sich übrings, denn schnell entpuppen sich vermeintlich kostenlose Geschäftskonten als teurer Reinfall. Vor Eröffnung sollten verschiedene Angebote auf regelmäßige Kosten für Kontoführung, beleghafte und beleglose Buchungen und Bargeldabhebungen sowie weitere Zusatzleistungen (telefonische Erreichbarkeit etc.) verglichen werden.

Kontokorrentkreditrahmen

Wer über ein festes Einkommen verfügt, kommt schneller einen Kredit. Diese Faustregel gilt auch für Existenzgründer und Selbstständige. Vor allem Existenzgründer benötigen in der Startphase vermehrt Geld, bekommen es aber leider nicht, da das regelmäßige Einkommen bzw. Umsätze fehlen. Wer ein Geschäftskonto eröffnet, sollte sich die Bedingungen für eine limitierte Überziehungsoption – bekannter unter dem Namen Kontokorrentkredit – anschauen. Mit Hilfe dieser Überziehungsoption lassen sich kurzfristige Liquiditätsengpässe ganz gut umfahren. Bei den meisten Anbietern wird dieser Kreditrahmen automatisch nach drei Zahlungseingängen gewährt. Wer von vornherein weiß, dass seine Einnahmen regelmäßig schwanken und der Kontokorrentkredit eine wichtige Rolle spielen wird, sollte vor Eröffnung intensiv unterschiedliche Angebote vergleichen, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen.

Beratung

Bei Abschluss des Geschäftskontos sollte die Bank den Existenzgründer intensiv beraten. Zwar bieten die meisten Banken Konten für geschäftliche Belange an, trotzdem wird dabei nicht jede Gründung optimal abgedeckt. Am sichersten fährt man, wenn das Kreditinstitut bereits Erfahrung mit Existenzgründungen und der Branche hat, in der man seine Unternehmung gründen möchte. Beim Beratungsgespräch ist es hilfreich zu vergegenwärtigen, dass auch die Bank eigene Interessen vertritt. Daher kann es nicht schaden, kritisch zu hinterfragen und vermeintlich gute Angebote wie eine zusätzliche Versicherung etc. zunächst einmal auf seiner Prioritätenliste nach hinten zu schieben.

Barabhebung

Die Barabhebung per EC-Karte am Bankautomaten ist heute ein ganz normaler Vorgang. Was fürs Privatkonto gilt, sollte auch für das Geschäftskonto gelten. Daher sollte vor Eröffnung des Geschäftskonto darauf geachtet werden, dass man über eine Girokarte jederzeit Geld vom Konto abheben kann und sich die Kosten dafür entsprechend in Grenzen halten.

Bonus

Ein Bonus bei der Eröffnung eines Geschäftskontos sollte kein Entscheidungsgrund für oder gegen ein Kreditinstitut sein. Obwohl einige Institute mit Boni bis zu 100 Euro in bar locken, sollten zunächst die harten Fakten entscheiden. Bleibt nach dem Kontenvergleich der Bonus übrig, spricht nichts dagegen sich für dieses Institut zu entscheiden. Wichtiger aber sind Zusatzangebote für kostenloses Online Banking, Girocard oder preisgünstige Kreditkarte.

 

 

(Bild: Benjamin Klack / pixelio.de)

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