Fördermittel zur Existenzgründung – Vorbereitung auf das Gespräch mit der Bank

22. September 2014 von JK
Hürden beim Bankgespräch über Fördermittelkredite erfolgreich nehmen

© Helmut Wegmann / pixelio.de

Es gibt eine Vielzahl von Fördermitteln, auf die Existenzgründer zugreifen können, wenn sie sich selbstständig machen wollen. Die meisten Fördermittel müssen über eine Bank beantragt werden. Bei einem Fördermittelkredit handelt es sich jedoch nicht um einen Gefallen, die die Bank dem Existenzgründer gewährt, sondern um ein ganz normales Bankgeschäft.

Bankgespräch für Fördermittel

 

Die Finanzierung einer Existenzgründung ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Die wenigsten Existenzgründer verfügen über ausreichend Eigenkapital oder benötigen gar kein Kapital zur Gründung. Fördermittel stellen eine günstige Alternative zum Kredit der Hausbank dar. Daher ist das Bankgespräch über Fördermittel für Existenzgründer von großer Bedeutung.

 

In der Vergangenheit hatten viele Existenzgründer das Gefühl, als Bittsteller bei der Bank aufzutreten. Mit der Vergabe von Krediten verdienen die Banken Geld, jedoch verdienen sie mit der Vergabe von Fördermittelkrediten nur wenig oder gar nichts. Doch die Situation hat sich maßgeblich geändert. Immer mehr Banken sind sich mittlerweile durchaus bewusst, dass Existenzgründer und Selbstständige ein sehr interessantes Kundenklientel darstellen können.

 

Gute Vorbereitung

 

Bei einem Fördermittelkredit handelt es sich in der Praxis um ein ganz normales Bankgeschäft, auf das sich Existenzgründer gut und umfassend vorbereiten können und sollten, um das Gespräch mit der Bank selbstbewusst zu führen.

 

Zu den erforderlichen Unterlagen zur Beantragung von Fördermittelkrediten gehört auf jeden Fall ein gut konzeptionierter Businessplan und weitere Unterlagen, die je nach Bank und Umfang variieren können. Als Faustregel gilt wie bei jedem Bankgespräch: Je besser die Sorgfalt und die Vorbereitung auf das Bankgespräch ist, desto größer ist auch die Chance, am Ende erfolgreich aus dem Gespräch zu gehen.

 

Zu den üblichen Dokumenten gehört ein Lebenslauf mit Zeugnissen und ggf. der Dokumentation von Zusatzqualifikation, die für die Existenzgründung nützlich sind. Mit den vom Kreditnehmer zur Verfügung gestellten Unterlagen muss sich die Bank ein Bild über die Qualifikation des Gründers als zukünftiger Geschäftsinhaber machen können. Daher sollten die Unterlagen möglichst vollständig sein.

 

Neben der persönlichen Qualifikation ist natürlich auch die Geschäftsidee entscheidend für einen positiven Ausgang des Bankgesprächs. Während des Bankgesprächs sollten Gründer darauf achten, ihr Geschäftsmodell anhand des klar ausformulierten und strukturierten Businessplans darzustellen. Zum Businessplan gehört insbesondere die Finanzplanung, die aus Kapitalbedarfsplan, Liquiditätsplan und einer Rentabilitätsvorschau besteht. Der Bank sollten diese Unterlagen bereits vorab zur Verfügung gestellt werden, damit diese in Ruhe geprüft werden können. Außerdem sollten Existenzgründer für den gesamten Beantragungsprozess ausreichend Zeit einplanen.

 

Als hilfreich kann es sich erweisen, das Bankgespräch mit einem erfahrenen Gründungsberater vorzubereiten oder mit Freunden durchzusprechen. So übt man gleichzeitig auch seine Geschäftsidee flüssig auch einem Laien näher zu bringen. Eine gute Vorbereitung für die spätere Akquise.

 

Die richtige Bank

 

Neben dem Businessplan und den vollständigen Unterlagen ist auch die Bank entscheidend für die Bewilligung der Fördermittel. Grundsätzlich laufen die meisten Fördermittelkredite über die Hausbank des Existenzgründers. Sowohl Beantragung als auch Auszahlung und Tilgung laufen über die Hausbank. Der Antrag wird von der Hausbank an die Fördermittelbank weitergeleitet.

 

Doch nicht jede Bank ist Kooperationspartner einer Fördermittelbank und hat Existenzgründer als ihre Zielgruppe definiert. Je nach Vorhaben gibt es auch spezialisierte Banken, die sich meist einem Thema oder einer Branche widmen. Ein Beispiel sind die Umweltbanken, die sich ausschließlich ökologischen Projekten widmen.

 

Bei der Beantragung sollten Existenzgründer auch daran denken, dass die Fördermittelvergabe in der Regel über eine andere Abteilung in der Bank läuft. Das heißt, auch wenn man zu seinem Berater einen sehr guten Draht hat, entscheiden über die Fördermittelanträge meistens andere Bankmitarbeiter, die auf Existenzgründungen und deren Bewertung spezialisiert sind. Keinesfalls sollten Gründer aber als Bittsteller auftreten, sondern das Gespräch auf Augenhöhe führen. Dazu ist es hilfreich sich bereits vorher zu überlegen, welche Einwände oder Skepsis es seitens der Bank geben könnte.

 

Häufige Fragen

 

Von Seiten der Bank werden sicherlich einige Fragen kommen. Einen Teil der Fragen kann man bereits mit dem Businessplan im Vorfeld beantworten, zum Beispiel die Frage wofür das Kapital überhaupt (konkret) benötigt wird. Auch die Frage nach den Sicherheiten ist neben dem Eigenkapital mitunter ein wichtiges Kriterium. Ist kein Eigenkapital vorhanden, erschwert dies die Zusage eines Fördermittelkredits, schließt sie jedoch nicht gänzlich aus. Sicherheiten können beispielsweise über eine Bürgschaft einer der deutschen Bürgschaftsbanken wie der Bürgschaftsbank Hessen (BBH) erbracht werden.

 

Die Liquiditäts- und Budgetplanung sollte der Gründer im Bankgespräch ebenfalls erläutern können. Allgemein sollte der Bankmitarbeiter im Gespräch zu der Überzeugung kommen, dass sich der Existenzgründer intensiv mit seinem Vorhaben auseinander gesetzt hat und nicht aufgrund mangelhafter Planung die Gefahr besteht, bereits nach kurzer Zeit das Vorhaben wieder aufgeben zu müssen und schlimmstenfalls Insolvenz anzumelden. Daher sollten Gründer auch Fragen zur aktuellen Marktlage beantworten können.

 

Unterstützung

 

Professionelle Unterstützung zu suchen, kann die Chancen auf einen Fördermittelkredit wesentlich erhöhen. Man muss nicht jeden Schritt allein gehen. Existenzgründerberater oder Steuerberater stehen von Anfang an beratend zur Seite. Dadurch kann auch der professionelle Eindruck des Existenzgründers bei der Bank gestärkt werden. Der Berater kann am Bankgespräch teilnehmen und dort für Unterstützung und Sicherheit sorgen. Allerdings sollte der Existenzgründer der Hauptgesprächsführer bleiben.

 

Ablauf des Bankgesprächs

 

Das Bankgespräch kann folgendermaßen ablaufen (Änderungen, Abweichungen und Variationen sind jederzeit möglich):

  • Gegenseitiges Kennenlernen
  • Gründungsidee vorstellen
  • Fragerunde des Bankers
  • Besprechung der Fördermöglichkeiten
  • Angebot der Bank für weitere Produkte passend zum Gründungskredit
  • Danach:
  • erneute Prüfung der Geschäftsidee und Schufa
  • Erstellung Finanzierungsangebot
  • Annahme des Angebotes
  • Genehmigung / Befürwortung durch die Hausbank
  • Weiterleitung zur Fördermittelkreditbank
  • Genehmigung
  • Auszahlung

 

Die Kreditwürdigkeit wird in der Regel durch eine Schufa-Auskunft und ggf. einer Bankauskunft über die Kontoführung der bisherigen Bankverbindung überprüft.

 

 

(Bild: © Helmut Wegmann / pixelio.de)

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