Finanzierungsalternative Factoring
Besonders für junge Unternehmen bietet sich Factoring als alternative Finanzierungsmöglichkeit an. Vor allem lohnt sich Factoring bei einem Liquiditätsengpass, da aufgrund der schwachen finanziellen Lage Kredite entweder gar nicht oder nur zu ungünstigen Konditionen (z.B. durch Risikoaufschläge) zu bekommen sind.
Unternehmensfinanzierung
Factoring ist für viele klein- und mittelständige Unternehmen eine wichtige Form der Unternehmensfinanzierung geworden. Selbst etablierten Unternehmen, deren Geschäfte sehr gut laufen, kann es passieren, dass sie Waren, Dienstleistungen, Maschinen, Rohstoffe etc. vorfinanzieren müssen, aber nicht über ausreichend Liquidität verfügen. Einen Kredit in einer solchen Situation zu bekommen, erweist sich vor dem Hintergrund der bevorstehenden Basel-III-Kriterien als schwierig.
Beim Factoring übernehmen sogenannte Factorer ausstehende Forderungen und stellen Unternehmen in der Regel binnen 48 Stunden ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung, um Engpässe zu überbrücken. Dabei kommt vielen Unternehmen zugute, dass beim Factoring keine zusätzlichen Sicherheiten verlangt werden. Der Grund ist einfach: Anbieter von Factoring interessieren sich vordergründig für die Zahlungsfähigkeit der Kunden, wenn sie Forderungen von Unternehmen aufkaufen.
Nachfrage-Boom
Die Nachfrage nach Factoring boomt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Factoringnehmer nahezu verdreifacht. Nach Branchenschätzungen nehmen bereits über 14.600 Unternehmen in Deutschland Factoring in Anspruch. Auch das Factoringvolumen hat sich seit 2005 knapp verdreifacht. Dabei ist zu beobachten, dass der Zuwachs der Factoringnehmer vor allem aus dem Mittelstand kommt.
Gründe für Factoring
Einer Studie der Universität Köln zufolge, steht für die Factoringnehmer die Sicherung der Liquidität an oberster Stelle. Dadurch erreichen viele Unternehmen eine größere Unabhängigkeit von Banken und Kreditinstituten und verfügen gleichzeitig über ausreichend finanzielle Mittel. Ebenfalls nicht unwichtig ist für viele mittelständische Unternehmen der Schutz vor Zahlungsausfällen, da Factoringnehmer über den Factorer grundsätzlich gegen Zahlungsausfälle der Kunden abgesichert sind. Factoring ist daher für viele Unternehmen ein deutlich flexibleres Finanzierungsinstrument als klassische Kredite.
Ein weiterer Grund, warum viele mittelständische Unternehmen auf Factoring zurückgreifen ist, dass durch Factoring die Eigenkapitalquote des Unternehmens steigt, was sich wiederum positiv auf die eigene Bonität auswirkt. Dadurch können die Unternehmen bessere Kreditkonditionen aushandeln.
Worauf man achten sollte
Im direkten Vergleich zur Kontokorrentlinie schneidet Factoring zunächst schlechter ab. Factorer erheben in der Regel 3,5 Prozent Gebühren, die sich an der Höhe der Zahlungsforderung orientieren. Darüber hinaus fallen Zinsleistungen für den Zeitraum zwischen dem Ankauf der Forderung und dem Zahlungseingang beim Factorer an.
Wie hoch die Kosten für Factoring sind, ist von bis zu 20 Variablen abhängig. Grundsätzlich gilt: Je größer der Kundenkreis ist und je zahlungskräftiger die Kunden sind, desto bessere Konditionen erhalten Factoringnehmer. Darüber hinaus räumen viele Factoringanbieter Mengenrabatte ein.
Ebenfalls entscheidenden Einfluss für die Kosten haben die Leistungen, die mit dem Factoring verbunden sind: Soll der Factorer nur die Forderungsfinanzierung oder gleich das ganze Debitoren- und Forderungsmanagement übernehmen? Welche Leistungen für das Unternehmen interessant und lohnend sind, hängt immer vom Einzelfall ab.
Factoring lohnt sich vor allem in Zeiten des Aufschwungs. Hat ein Unternehmen gerade mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen, verfügt aber über genügend Reserven an liquiden Mitteln, sollte der Verkauf von Forderungen an einen Factorer genau überlegt werden. Investitionsgüter oder Bauleistungen haben in der Regel lange Zahlungsziele und sind damit so gut wie gar nicht factoringfähig. Liegt das Forderungsvolumen eines Unternehmens unter 200.000 Euro, ist der Einsatz von Factoring in Ermangelung an günstigen Angeboten ebenfalls nicht sinnvoll. Für solche Unternehmen könnte eher eine Ausfallbürgschaft einer der deutschen Bürgschaftsbanken wie der Bürgschaftsbank Hessen (BB H) zur Absicherung eines Bankkredits von Interesse sein.
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23. Juni 2012 at 40Europe/BerlinSat, 23 Jun 2025 15:40:52 +0000
Nur leider wird dabei immer soviel Geld aufgegessen